Bei Stuck Belz fand der Girls'Day 2021 corona-bedingt online statt. Geschäftsführer Michael Christmann und Veronika Sadowski haben die Schülerinnen gemeinsam durch den Tag geführt. Seine langjährigen Erfahrungen mit dem Girls'Day hat der Stuckateurmeister zusammen mit Frank Dölling von Schmitts Backstube und Hannah Jocham vom Caravan-Hersteller Dethleffs bei einer Online-Beratung mit anderen Handwerksbetrieben geteilt.

Bei Stuck Belz fand der Girls'Day 2021 corona-bedingt online statt. Geschäftsführer Michael Christmann und Veronika Sadowski haben die Schülerinnen gemeinsam durch den Tag geführt. Seine langjährigen Erfahrungen mit dem Girls'Day hat der Stuckateurmeister zusammen mit Frank Dölling von Schmitts Backstube und Hannah Jocham vom Caravan-Hersteller Dethleffs bei einer Online-Beratung mit anderen Handwerksbetrieben geteilt. (Foto: © Stuck Belz)

Tipps fürs Handwerk, wie der Girls’Day und Boys’Day gelingt

Bildung

Drei Unternehmen haben ihre Erfahrungen zum Girls’Day und Boys’Day mit Handwerksbetrieben geteilt. Bei der Online-Beratung am 29. März wurden zahlreiche Fragen beantwortet und Tipps gegeben. 

Gelungene Premiere: Zum ersten Mal haben das Deutsches Handwerksblatt und die Bundeskoordinierungsstelle des Girls'Day und Boys'Day gemeinsam eine Online-Beratung zu den Aktionstagen speziell für das Handwerk angeboten. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich am 29. März zwischen 16 und 17.30 Uhr per Videokonferenz zugeschaltet, um Tipps von drei Betrieben zu erhalten, wie sie eine Präsenz-Veranstaltung oder Online-Veranstaltung erfolgreich auf die Beine stellen können.   

Tipps von drei Betrieben

Die Schmitts Backstube KG, Stuck Belz und die Dethleffs GmbH & Co. KG haben ihre Erfahrungen mit dem bundesweiten Girls’Day und Boys’Day geteilt und einen Ausblick gegeben, was die Schülerinnen und Schüler am 28. April 2022 bei ihnen erwartet. 

Girls’Day und Boys’Day bei Schmitts Backstube

Der Betrieb: Die Schmitts Backstube KG ist Verwaltungsleiter Frank Dölling zufolge eine handwerkliche Bäckerei. Das Unternehmen sitzt in Bad Neustadt an der Saale (Bayern). Es beschäftigt 250 Mitarbeiter. Die Schmitts Backstube KG unterhält 26 Filialen.

Die Organisation: Die Schmitts Backstube KG wird den Girls’Day und den Boys’Day als Präsenz-Veranstaltung anbieten. Die Teilnehmerinnen des Girls’Day lernen am 28. April 2022 den Beruf der Bäckerin kennen. Den Teilnehmern des Boys’Day werden die Berufe Bäckereifachverkäufer und Konditor vorgestellt. Die Präsenz-Veranstaltung beginnt um 8 Uhr und sie endet gegen 12.30 Uhr. "Wir lehnen den Girls’Day und den Boys’Day an die Dauer eines Schultages an", so Verwaltungsleiter Frank Dölling. An der Präsenz-Veranstaltung der Schmitts Backstube KG zum Girls’Day können drei Mädchen oder junge Frauen teilnehmen. Für den Boys’Day stehen ebenfalls drei Plätze zur Verfügung.

Das Programm: Der Girls’Day und Boys’Day bei der Schmitts Backstube KG beginnt mit der Begrüßung der Schülerinnen und Schüler und der gegenseitigen Vorstellung aller Teilnehmenden. Nachdem die Schülerinnen und Schüler den hygienischen Vorgaben für die Arbeit in der Backstube entsprechend eingekleidet worden sind, folgt eine Führung durch die Firmenzentrale. "Dabei erhalten sie Einblicke in die verschiedenen Bereiche unseres Betriebs und können Fragen dazu stellen", so Frank Dölling. Den zentralen Part des Girls’Day und Boys’Day der Schmitts Backstube KG bildet die "Mitmach-Stunde". "Die Schülerinnen und Schüler sollen selbst in der Backstube anpacken. Dieser Praxisbezug ist uns sehr wichtig." Der Tag klingt bei einer kleinen Verkostung gegen Mittag im Café aus.

Girls'Day bei Stuck Belz

Beim digitalen Girls'Day 2021 von Stuck Belz hat Veronika Sadowski mit den Teilnehmerinnen kleine Gipsabdrücke gegossen. Foto: © Stuck BelzBeim digitalen Girls'Day 2021 von Stuck Belz hat Veronika Sadowski mit den Teilnehmerinnen kleine Gipsabdrücke gegossen. Foto: © Stuck Belz

Der Betrieb: Stuck Belz ist ein Stuckateurbetrieb aus Bonn (NRW). Geschäftsführer Michael Christmann zufolge arbeiten dort 22 Beschäftigte, darunter fünf Frauen. Stuck Belz nimmt seit zehn Jahren am Girls’Day teil. Da Michael Christmann am 28. April 2022 verhindert ist, wird der Handwerksbetrieb dieses Jahr keine Plätze für den Girls’Day anbieten. "Es ist mir extrem wichtig, dass ich selbst an diesem Tag präsent bin."

Die Organisation: Stuck Belz bietet den Girls’Day in der Regel als Präsenz-Veranstaltung an. Im vorigen Jahr hat man sich corona-bedingt für eine Online-Veranstaltung entschieden. Die Teilnehmerinnen lernen den Beruf der Stuckateurin kennen. Die Präsenz-Veranstaltung beginnt um 8 Uhr und sie endet gegen 15 oder 16 Uhr. "Wir wollen beim Girls’Day möglichst nah am Berufsalltag sein und einen realistischen Eindruck von unseren Beruf bieten", begründet Michael Christmann.

Das Programm: Als Präsenz-Veranstaltung beginnt der Girls’Day bei Stuck Belz mit einer kurzen Begrüßung der Schülerinnen im Büro. Es werden die unterschiedlichen Abteilungen und die historische Entwicklung des Betriebs sowie der Beruf des Stuckateurs vorgestellt. Den praktischen Part des Tages verbringen die Mädchen und jungen Frauen in der Werkstatt. Dort werden etwa in Silikonformen kleine Figuren aus Gips gegossen. Der Girls’Day bei Stuck Belz endet mit dem Besuch einer Baustelle. "Je nachdem, wie alt die Schülerinnen sind, lassen wir sie dort auch mal einen Sack mit Gips anheben."

Michael Christmann möchte sich einen Eindruck davon verschaffen, ob die Teilnehmerinnen für eine Ausbildung im Stuckateurhandwerk geeignet sind und ob sie Spaß an der Arbeit haben. "Man sieht schnell, wenn jemand zwei linke Hände hat oder wenn jemand nicht gerne mit nassem Gips arbeitet."

Girls’Day bei Dethleffs

Der Betrieb: Die Dethleffs GmbH & Co. KG stellt Caravans und Wohnmobile her. Das Unternehmen sitzt in Isny im Allgäu (Bayern). Es beschäftigt Personalentwicklerin Hannah Jocham zufolge 1.500 Mitarbeiter.

Die Organisation: Die Dethleffs GmbH & Co. KG wird den Girls’Day als Präsenz-Veranstaltung und als Online-Veranstaltung anbieten. Die Teilnehmerinnen des Girls’Day lernen am 28. April 2022 den Beruf der Holzmechanikerin kennen. Die Präsenz-Veranstaltung beginnt um 8.30 Uhr und sie endet gegen 14 oder 15 Uhr. Es stehen 18 Plätze zur Verfügung. Die Online-Veranstaltung startet um 9 Uhr und ist circa um 12.30 Uhr beendet. Daran können 70 Schülerinnen teilnehmen.

Das Programm: Die Präsenz-Veranstaltung und die Online-Veranstaltung zum Girls’Day laufen bei der Dethleffs GmbH & Co. KG nahezu identisch ab. Zu Anfang steht die Begrüßung. Anschließend wird den Schülerinnen das Unternehmen sowie die verschiedenen Ausbildungs- und Studiengänge vorgestellt. Wer an der Präsenz-Veranstaltung teilnimmt, erhält eine Führung durch die Ausbildungswerkstatt. Den Teilnehmerinnen der Online-Veranstaltung wird ein virtueller Rundgang per Video geboten.

Beide Gruppen basteln eine kleine Spardose in Form eines Caravans. Schülerinnen, die online am Girls’Day bei Dethleffs GmbH & Co. KG zugeschaltet sind, erhalten vorab ein Paket mit den nötigen Materialien. "Um zu gewährleisten, dass alle Teilnehmerinnen ihr Paket noch rechtzeitig erhalten, schließen wir das virtuelle Angebot im Radar eine Woche vor dem Girls’Day", erklärt Hannah Jocham. Die Schülerinnen werden per E-Mail darüber informiert, dass es auf dem Weg ist. Das gemeinsame Basteln dauert circa eine Stunde.

Die Online-Veranstaltung endet mit einer Fragerunde. Beim Angebot vor Ort werden die Teilnehmerinnen noch zu einem kleinen Mittagsessen und einer Werksführung eingeladen.

Fragen zum Girls'Day und Boys'Day

Bei der Planung und bei der Organisation des Girls’Day oder Boys’Day können eine Reihe von Fragen auftauchen. Einige davon haben Michael Christmann von Stuck Belz, Frank Dölling von Schmitts Backstube und Hannah Jocham von Dethleffs bei der Online-Beratung des Deutschen Handwerksblatts und der Bundeskoordinierungsstelle des Girls’Day und Boys’Day beantwortet.

Wann sollte man mit den Planungen für den Girls’Day und Boys’Day beginnen?

Bei der Dethleffs GmbH & Co. KG beginnen die Planungen für den nächsten Girls’Day bereits im November, als rund sechs Monate zuvor. "Wir lassen die abgelaufene Veranstaltung noch einmal Revue passieren und überlegen uns einen ansprechenden Text für den Eintrag ins Girls’Day-Radar", so Hannah Jocham.

Die Schmitts Backstube KG steigt im Januar – etwa vier Monate vor dem Girls’Day und Boys’Day – in die Planungen ein. "Wir wollen genügend Zeit für das Einladungsprozedere haben", so Frank Dölling. Das Unternehmen hat sich dafür entschieden, dass die potenziellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur telefonisch Kontakt aufnehmen können. "Das persönliche Gespräch sorgt aus unserer Sicht für eine größere Verbindlichkeit als die eher anonyme Anmeldung per E-Mail."

Muss man sein Angebot unbedingt ins Girls’Day-Radar oder Boys’Day-Radar eintragen?

Auf jeden Fall! Darin sind sich jedenfalls Romy Stühmeier und Michael Christmann einig. Sie führen eine Reihe von Gründen an, warum es ratsam ist, ein Angebot ins Girls’Day-Radar oder Boys’Day-Radar einzutragen. Als Erstes nennt Romy Stühmeier den Versicherungsschutz der Schülerinnen und Schüler. "Diesen können wir nur gewährleisten, wenn das Unternehmen sein Angebot ins Girls’Day-Radar oder Boys’Day-Radar einträgt", sagt die Leiterin der Bundeskoordinierungsstellen der beiden Aktionstage.

Zudem erleichtert die Eintragung des Angebots ins Girls’Day-Radar oder Boys’Day-Radar den Betrieben die Arbeit. "Wenn sich die Schülerinnen und Schüler angemeldet haben, kann man sie anschreiben, sie erhalten automatisch eine Anmeldebestätigung und eine personalisierte Teilnahmebescheinigung."

Auch die Sichtbarkeit lasse sich damit erhöhen. So könne das Unternehmen von seiner Homepage aus direkt auf das Angebot im Girls’Day-Radar oder Boys’Day-Radar verlinken oder es für die Social-Media-Kanäle nutzen.

Aus langjährigen Erfahrung weiß Michael Christmann, dass Freunde und Bekannte ihre Kinder gerne auf den letzten Drücker und am Girls‘Day-Radar vorbei in einem Betrieb unterbringen möchten. Seine dringende Empfehlung: "Mit Blick auf den Versicherungsschutz sollte man keine Hemmungen haben, solche Anfragen konsequent abzulehnen." Sei eine rechtzeitige Anmeldung über das jeweilige Radar nicht mehr möglich, sollte man Freunde und Bekannte stattdessen auf die frühzeitige Anmeldung im kommenden Jahr hinweisen.

Wie viele Plätze sollte man für eine Präsenz-Veranstaltung beim Girls’Day oder Boys’Day mindestens anbieten?

Für den Girls’Day oder Boys’Day sollten Betriebe mindestens zwei Plätze zur Verfügung stellen. Darin sind sich Frank Dölling, Michael Christmann und Romy Stühmeier einig. Gerade jüngere Schülerinnen und Schüler fühlen sich unsicher, wenn sie alleine in einen Betrieb gehen sollen", weiß Romy Stühmeier aus den Auswertungen. Selbst bei den Online-Veranstaltungen im vorigen Jahr hätten viele zu zweit am Computer gesessen.

Michael Christmann greift auf ähnliche Erfahrungen zurück. Bei allen Gruppen sei immer mindestens ein Pärchen dabei gewesen. "Es macht keinen Unterschied, ob man einen oder zwei Jugendliche betreut", ist der Geschäftsführer von Stuck Belz überzeugt.

Wie viele Plätze sollte man für eine Präsenz-Veranstaltung beim Girls’Day oder Boys’Day maximal anbieten?

Dies machen Frank Dölling und Michael Christmann von zwei Faktoren abhängig: den vorhandenen Räumlichkeiten und von der Vorbereitung. Die Backstube von Schmitts Backstube sei relativ eng. Am Vormittag, wenn die Schülerinnen und Schüler ihre praktische Einblicke erhalten, gehe es noch hoch her. "Für eine große Gruppe ist am Band kein Platz. Abgesehen davon ist die Geräuschkulisse in der Backstube zwischen 8 und 10 Uhr hoch. Dass wir eine ganze Schulklasse einladen, ist nicht vorstellbar." Zum Girls’Day 2022 und zum Boys’Day 2022 stellt die Schmitts Backstube KG insgesamt sechs Plätze zur Verfügung.

Die Werkstatt von Stuck Belz ist nach Angaben von Michael Christmann etwa 250 Quadratmetern groß. Darin befindet sich ein Tisch mit einer Länge von zwölf Metern. Dies bietet genug Platz für eine Gruppe von maximal 15 bis 20 Schülerinnen, die von zwei Mitarbeitern betreut werden kann – etwa einem Gesellen und einem Auszubildenden. Die Vorbereitung spielt bei der Planung und Organisation des Girls’Day eine entscheidende Rolle. "Wenn man sich vernünftig und rechtzeitig vorbereitet, kann man auch einer größeren Gruppe ein schönes Programm anbieten", ist der Geschäftsführer von Stuck Belz überzeugt.    

Michael Christmann rät bei der Entscheidung, wie groß die Gruppe der Schülerinnen beim Girls’Day sein sollte, abzuwägen. "Je größer die Gruppe ist, desto mehr schwimmen vielleicht nur mit", gibt der Stuckateurmeister aus Bonn zu bedenken. Bei einer kleinen Anzahl von Schülerinnen bleibe mehr Zeit, sich intensiver um jede Einzelne zu kümmern. "Für Präsenz-Veranstaltungen hat sich bei uns eine Gruppe von fünf Teilnehmerinnen bewährt."

Wie viele Mitarbeiter sollte man als Betreuer beim Girls’Day oder Boys’Day einsetzen?

Bei der Präsenz-Veranstaltung der Dethleffs GmbH & Co. KG werden sich drei Betreuer aus der Lehrwerkstatt und 15 Auszubildende des Unternehmens um die insgesamt 18 Schülerinnen kümmern. Auf eine Teilnehmerin kommt also ein Betreuer. Die Online-Veranstaltung wird von Hannah Jocham und einer Holzmechanikerin moderiert.  

1:1 lautet die Quote auch bei der Schmitts Backstube KG. "Wir versuchen, sechs Mitarbeiterinnen und  Mitarbeitern den Freiraum zu verschaffen, damit sie die sechs Schülerinnen und Schüler am Girls’Day und Boys’Day rund anderthalb Stunden begleiten können", erklärt Verwaltungsleiter Frank Dölling.  

Michael Christmann stellt in der Regel zwei Mitarbeitende ab – unabhängig von der Größe der Gruppe. Die Online-Veranstaltung 2021 haben beispielsweise zwei weibliche Auszubildende vorbereitet. Am Tag des digitalen Girls'Day hat er zusammen mit einer der beiden Auszubildenden moderiert. 

Worauf sollte man bei der ersten Teilnahme am Girls’Day und Boys’Day achten?

Stuckateurmeister Michael Christmann rät: Handwerker, die zum ersten Mal am Girls’Day oder Boys’Day teilnehmen, sollte zunächst mit einer kleinen Anzahl von Teilnehmerinnen oder Teilnehmern starten. "Zwei Schülerinnen hat sich als gute Größe erwiesen", weiß der Geschäftsführer von Stuck Belz aus langjähriger Erfahrung beim Girls’Day zu berichten.  

Neulingen beim Girls’Day und Boys’Day bietet die Bundeskoordinierungsstelle ihre Unterstützung an. "Wir können den Betrieben schrittweise dabei helfen, ihr Angebot ins Girls’Day-Radar einzutragen", so Romy Stühmeier. Diese Serviceleistung, die sich auch an erfahrene Unternehmen richtet, könne per Telefon oder per E-Mail angefragt werden (siehe Info-Kasten unten). "Wir lassen niemanden alleine", versichert die Leiterin der Bundeskoordinierungsstellen der beiden Aktionstage.  

Kontakt zu den Beratungs-Teams Das Beratungs-Team des Girls’Day ist von Montag bis Freitag zwischen 8:30 und 16 Uhr telefonisch zu erreichen unter 0521/106-7357 oder 0521/106-7354 sowie per E-Mail. Das Beratungs-Team des Boys’Day ist von Montag bis Freitag zwischen 8:30 und 16 Uhr telefonisch zu erreichen unter 0521/106-7360 oder 0521/106-7352 sowie per E-Mail

Welche Materialien stehen für die Organisation des Girls’Day und Boys’Day zur Verfügung?

Michael Christmann von Stuck Belz verweist vor allem auf die Checklisten für den Girls'Day und Boys'Day. "Wir haben die Checklisten für den Girls’Day komplett abgearbeitet, sie aber auch auf unsere Bedürfnisse angepasst", sagt der Stuckateurmeister aus Bonn. Wenn man sich an ihnen entlanghangele, habe man schon alles, was man braucht.

Allerdings sollte man sich mit den Checklisten auch früh genug befassen. "Das wird bei der ersten Teilnahme total unterschätzt." So könne man die Teilnehmerinnen schon weit vor dem Girls’Day darauf hinweisen, dass sie zu ihrem Tagespraktikum als Stuckateurin nicht mit den besten Anziehsachen oder neuesten Sneaker erscheinen. Auch Kleider- oder Schuhgrößen ließen sich auf diesem Wege rechtzeitig abfragen.

Den Feedback-Bogen für den Girls'Day und Boys'Day hebt Michael Christmann ebenfalls hervor. "Nach dem Girls’Day können die Teilnehmerinnen eine Rückmeldung geben, wie ihnen der Tag gefallen hat." Diese Bewertung liefere ihm immer wertvolle Informationen, wie man den Aktionstag bei Stuck Belz im darauffolgenden Jahr noch verbessern kann.

Betrieben, die nach Inspiration für eine Online-Veranstaltung zum Girls’Day oder Boys’Day suchen, legt Romy Stühmeier das Miro-Ideenboard für digitale Angebote ans Herz.

Sollte man den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Girls’Day und Boys’Day ein Geschenk machen?

Im Volksmund heißt es: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Für den Girls’Day und Boys’Day könnte man sagen: Mit kleinen, berufsbezogenen Geschenken bleibt man bei den Schülerinnen und Schülern auch noch lange nach den Aktionstagen präsent.

Bei Stuck Belz können die Teilnehmerinnen kleine Engel, Smileys oder Einhörner aus Gips gießen, die sie am Ende des Tages mitnehmen dürfen und die sie an die Arbeit als Stuckateurin erinnern. Außerdem erhalten sie noch ein T-Shirt mit ihrem Namen sowie dem Logo von Stuck Belz und dem Girls’Day. "Die T-Shirt-Größe der Mädchen fragen wir vorher über das Girls’Day-Radar ab", erklärt Michael Christmann. Ein weiteres Argument, sein Angebot für den Girls’Day oder Boys’Day ins jeweilige Radar einzutragen.

Bei Dethleffs basteln die Teilnehmerinnen der Präsenz-Veranstaltung und der Online-Veranstaltung eine kleine Spardose in Form eines Caravans. Der Vorname jeder Schülerin wird vorab ins Holz gefräst, so dass das Geschenk auch eine persönliche Note erhält. 

FAQ-Liste Auf den Internetseiten des Girls’Day und des Boys’Day ist eine FAQ-Liste mit Antworten auf weitere Fragen zu finden.

Wie oft sollte man am Girls’Day oder Boys’Day mindestens teilnehmen?

Mehr als nur einmal, rät Michael Christmann. Der Girls’Day ist für den Geschäftsführer von Stuck Belz zudem nur ein Baustein von vielen, um an Praktikantinnen und Bewerberinnen für eine Ausbildung zu kommen. Neben dem Mädchen-Zukunftstag nimmt der Stuckateurbetrieb aus Bonn an verschiedenen anderen Aktionstagen und Ausbildungsmessen in der Region teil. Zudem lässt er seine Auszubildenden des zweiten Lehrjahres zu Ausbildungsbotschaftern schulen, die den Beruf des Stuckateurs an den allgemeinbildenden Schulen vorstellen.

Dieses Engagement sei zeit- und kostenintensiv, doch es zahlt sich offenbar aus. "Wir haben für unsere Ausbildungsstellen, die im Sommer 2021 zu besetzen waren, über 80 Bewerbungen erhalten", sagt Michael Christmann. Man müsse aber einen langen Atem mitbringen. Mit der Zeit werde man etwa auch von den eigenen Azubis und Fachkräften als attraktiver Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber wahrgenommen, bei dem man gerne bleibt oder den man gerne anderen weiterempfiehlt.

Der Erwartung, schnell mal neue Praktikanten oder neue Auszubildende über den Girls’Day oder Boys’Day zu akquirieren, erteilt der Stuckateurmeister eine klare Absage: "Eine einmalige Teilnahme kann man sich auch gleich schenken."  

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Text: / handwerksblatt.de