(v.l.): Mario Löhr (Landrat Kreis Unna), Reinhold Schulte (Aufsichtsratsvorsitzender der Signal-Iduna-Gruppe), Matthias Heidmeier (HGF WHKT), Heike Marzen (Wirtschaftsförderin Dortmund), Berthold Schröder (Präsident der HWK Dortmund), Prof. Dr. Heiko Kopf (Hochschule Hamm-Lippstadt), Karola Geiß-Netthöfel (Regionaldirektorin RVR), Pascal Ledune (Wirtschaftsförderer Hamm), Norbert Schliff (1. Bürgermeister DO), Ute Mais (3. Bürgermeisterin DO)

(v.l.): Mario Löhr (Landrat Kreis Unna), Reinhold Schulte (Aufsichtsratsvorsitzender der Signal-Iduna-Gruppe), Matthias Heidmeier (HGF WHKT), Heike Marzen (Wirtschaftsförderin Dortmund), Berthold Schröder (Präsident der HWK Dortmund), Prof. Dr. Heiko Kopf (Hochschule Hamm-Lippstadt), Karola Geiß-Netthöfel (Regionaldirektorin RVR), Pascal Ledune (Wirtschaftsförderer Hamm), Norbert Schliff (1. Bürgermeister DO), Ute Mais (3. Bürgermeisterin DO) (Foto: © Kathrin Hester/HWK Dortmund)

Mehr Wertschätzung für berufliche Bildung wichtig

Zahlreiche Gäste sind zum Jahresempfang der Handwerkskammer Dortmund im Bildungszentrum Hansemann gekommen.

"Corona und der Angriffskrieg in der Ukraine haben uns gezeigt, dass wir uns künftig von komplexen globalen Lieferketten weg und hin zu mehr regionaler Wertschöpfung orientieren müssen. Zudem war es nie wichtiger, in absehbarer Zeit mehr Energieversorgungsunabhängigkeit zu erreichen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Das werden wir nur mit dem Handwerk erreichen können. Und genau hier liegt das Problem: Wenn wir der beruflichen Bildung nicht in absehbarer Zeit mehr Wertschätzung verschaffen, laufen wir Gefahr, unsere Ziele in allen Punkten zu verfehlen. Denn das Handwerk hat schon heute ganz massiv mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen", sagte Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund beim gestrigen Jahresempfang im Bildungszentrum Hansemann. Zahlreiche Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur, Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und Kirchen folgten der Einladung des Kammer-Präsidenten.

Um einen Eindruck davon zu geben, welche Karrierewege im Handwerk möglich sind, hat die HWK im Vorfeld des Jahresempfangs sechs Handwerker*innen besucht und sie gefragt, warum sie ins Handwerk gegangen sind und was für sie der Beruf überhaupt bedeutet. Der eigens für die Veranstaltung produzierte Film zeigt, dass mit einer guten Ausbildung und entsprechenden Qualifikationen im Handwerk alles möglich ist.

Film-Tipp: "Im Handwerk genau richtig! . . ." 

Berthold Schröder weiter: "Immer weniger junge Leute entscheiden sich für eine Karriere im Handwerk. Die Gründe hierfür sind sicherlich vielschichtig. Aber eines der größten Probleme ist die öffentliche Geringschätzung für handwerkliche Arbeit. Wenn wir den Jugendlichen, aber auch ihren Eltern, nicht die hervorragenden Karriereperspektiven vermitteln können, die im Handwerk auf sie warten, dann werden künftig noch mehr junge Menschen an die Universitäten drängen und noch weniger eine Ausbildung machen." Man müsse bei der Berufsorientierung neue Wege gehen und auch an Gymnasien über die hervorragenden Karriereperspektiven einer dualen Ausbildung informieren. Ein Studium sei nicht zwangsläufig der bessere Weg, um später erfolgreich zu sein. Das Handwerk ermögliche eine große Bandbreite an spannenden, zukunftssicheren Berufen, die viel Potential für ein selbstbestimmtes Leben böten – zum Beispiel als Unternehmer oder Führungskraft.

"Handwerkerinnen und Handwerker arbeiten in ganz entscheidenden Branchen und entwickeln innovative Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie die Energiewende oder nachhaltiges Bauen. Wer ins Handwerk geht, der kann also die Zukunft unserer Gesellschaft ein Stück weit mitgestalten und ich finde, darauf sollten wir noch viel stärker aufmerksam machen", betonte Schröder. Das sei der Punkt, an dem das Handwerk die jungen Leute abholen könne. Viele wollten etwas bewegen und seien auf der Suche nach einer sinnstiftenden Aufgabe. "Im Handwerk können sie all‘ das finden – und gleichzeitig noch Karriere machen. Sie müssen sich dessen nur bewusst sein", sagte der Kammer-Präsident.

Corona hat Handwerk hart getroffen

Mit Blick auf die vergangen drei Jahre und die aktuellen politischen Entwicklungen führte Schröder aus, dass die Corona-Pandemie das Handwerk wirtschaftlich hart getroffen habe. Mitarbeiterausfälle, komplette Schließungen und der Verlust von Aufträgen hätten dafür gesorgt, dass viele Handwerkerinnen und Handwerker um ihre Existenz fürchten mussten. Während es einige Branchen hart getroffen habe, seien andere Gewerke deutlich besser durch die Pandemie gekommen. Besonders gelitten hätten zum Beispiel die personenbezogenen Dienstleistungen, wie Friseure und Kosmetiker, weil sie von Schließungen betroffen waren.

Spätestens seit dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine stünden aber auch die Betriebe im Baugewerbe vor weiteren Herausforderungen. Steigende Material- und Energiepreise und unterbrochene Lieferketten würden für Verunsicherung im Handwerk und für Verzögerungen bei der Umsetzung von Baumaßnahmen sorgen.

 

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Text: / handwerksblatt.de

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