Die Handwerkskammer Münster fordert von der Regierung Hilfen für energieintensive Handwerksbetriebe und sieht diese ansonsten von der Insolvenz bedroht.

Die Handwerkskammer Münster fordert von der Regierung Hilfen für energieintensive Handwerksbetriebe und sieht diese ansonsten von der Insolvenz bedroht. (Foto: © jirkaejc/123RF.com)

Energieintensives Handwerk von Insolvenz bedroht

Die Handwerkskammer Münster fordert schnelle Härtefallhilfen und eine Abfederung der Energiekosten für energieintensive Gewerke..

"Das Handwerk braucht schnell Härtefallhilfen für besonders energieintensive Branchen und eine Abfederung der Energiekosten für kleine und mittlere Unternehmen", drängt Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster. Er zeichnet ein dramatisches Bild angesichts der gestiegenen Gaspreise, die mittlerweile vier- bis fünfmal so hoch seien als noch vor einem Jahr.  Viele Betriebe sähen sich akut von einer Pleite bedroht, so Hund. Eine Insolvenzwelle drohe vor allem in den Gewerken mit besonders hohen Strom- und Heizkosten in Relation zum Umsatz, teilt die HWK mit. Das seien allen voran Bäckereien und Fleischereien, aber auch Textilreiniger, Gießereien, Kraftfahrzeugbetriebe, Lackierereien und Friseure. Sie könnten ihre horrenden Energiekostensteigerungen nicht eins zu eins an Kunden weitergeben und seien oftmals auch schon von erhöhten Materialpreisen betroffen, etwa die Bäcker wegen ausgefallener Getreidelieferungen aus der Ukraine.

"Wenn die Insolvenzwelle durch das Handwerk rauscht, sind nicht nur die Betriebe weg, sondern mit ihnen auch die Arbeits- und Ausbildungsplätze. Dann kommt es zu Versorgungsengpässen", warnt Hund. Er fordert ein schnelles und entschiedenes Handeln der Regierung. Das dritte Entlastungspaket lasse zahlreiche betroffene Handwerksbetriebe außen vor. Der angekündigte "breite Rettungsschirm" sei grundsätzlich zu begrüßen, aber Details stünden noch aus. Außerdem dränge die Zeit für einen Beschluss und die Umsetzung. Viele Betriebe seien in akuter Not und könnten nicht warten. Die Handwerkskammer Münster appelliert zudem, die Energiesteuern auf die europarechtlich zulässigen Mindeststeuersätze zu senken.

 

Hintergrund Tipps und Tools zum Energiesparen in Handwerksbetrieben stellt die Handwerkskammer auf ihrer Website bereit. 

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Text: / handwerksblatt.de

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