Investitionen in die Digitalisierung – viele Betriebe haben sie während der Corona-Krise getätigt.

Investitionen in die Digitalisierung – viele Betriebe haben sie während der Corona-Krise getätigt. (Foto: © Peter Bernik/123RF.com)

Handwerk erholt sich langsam

Die Mehrheit der Betriebe im Kammerbezirk Münster investierte in der Corona-Krise in die Digitalisierung.

Das Handwerk im Kammerbezirk Münster erholt sich langsam, aber stetig vom Lockdown. Die Zeit der Infektionsschutzmaßnahmen nutzten zwei Drittel der Betriebe zur digitalen Aufrüstung und Innovation. Das zeigt die sechste Corona-Blitzumfrage der Handwerkskammer Münster. Daran beteiligten sich Ende Juni 573 repräsentative Handwerksunternehmen aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region. Seit März hat jeweils ein Fünftel der Befragten durch Digitalisierung seine Geschäftsprozesse optimiert, Home-Office ermöglicht und Video-Konferenz-Systeme eingerichtet. 15 Prozent nutzten Online-Medien zur Erschließung neuer Kundenkreise. In Datenschutz und Cybersicherheit investierten 13 Prozent. Produktionsprozesse optimierten 9 Prozent mit digitalen Technologien. 8 Prozent der Betriebe entwickelte neue Geschäftsfelder.

Forderung an die Politik

Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz sieht die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen für die weitere Digitalisierung im Handwerk zu verbessern: "Die Betriebe haben Wünsche nach mehr Infrastruktur und einen leichteren Zugang zu Fördermitteln." Die Hälfte der Befragten braucht bessere Mobilfunknetze. Im gleichen Umfang fehlen Weiterbildung und Qualifikation, personelle Ressourcen sowie Finanzmittel für die Aufrüstung von Hard- und Software. 45 Prozent wünschen mehr IT-Sicherheit. Schnelleres Internet benötigen 44 Prozent. "Rasche kommunale Investitionen in den Breitbandausbau können dazu beitragen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen", so Banasiewicz. Im Kammerbezirk Münster sank der Corona-Effekt-Index, der die starke bis sehr starke Betroffenheit des Handwerks misst, gegenüber dem Mai um 4,7 Prozentpunkte auf 18,6 Prozentpunkte. Der Index berücksichtigt die Beeinträchtigung bei Auftragslage, Beschaffung, Lieferfähigkeit, Leistungspreisen, Umsatz, Personalbestand, Liquiditätsengpässen, Kreditbedarf, Kurzarbeit und Personalabbau. Der Höchstwert war Ende April mit 31,5 Prozentpunkten.

Probleme und Herausforderungen

Größte Probleme sind nach wie vor die nachlassende Kundennachfrage und sinkende Umsätze. Hier spüren 82 Prozent der Befragten Nachteile (minus 4 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat). Ein Viertel ist davon stark bis sehr stark betroffen. Zwei Drittel der Betriebe melden eine eingeschränkte Lieferfähigkeit. Vier Fünftel haben selber Beschaffungsprobleme. Schwierigkeiten bei der Abnahme erbrachter Leistungen gibt es bei 63 Prozent. Auch bei den Auswirkungen stehen die Zeichen auf leichter Entspannung: So kämpfen derzeit 11 Prozent der Befragten mit Liquiditätsengpässen, das sind 3 Prozent weniger als noch im Mai. 69 Prozent sehen Entlassungen als unwahrscheinlich an. Der Anteil an Betrieben, die sich von Personal trennen mussten, ist von 6 auf 7 Prozent gestiegen. Das ist aber weniger als im Mai befürchtet war.

Entspannung auch im nördlichen Ruhrgebiet

Die Entspannung der Lage kommt nun auch im nördlichen Ruhrgebiet an. Der Corona-Effekt-Index für starke bis sehr starke Betroffenheit durch die Pandemie ist damit in den beiden Teilregionen des Kammerbezirks gleich hoch. Am meisten betroffen ist Bottrop (Corona-Effekt-Index: 23,1 Prozentpunkte). Es folgen Münster und die Kreis Steinfurt (beide 20,2) und Coesfeld (18,7), Gelsenkirchen (18,1) und die Kreise Recklinghausen (18,9), Kreis Warendorf (16,7) und Borken (15,3). Unter den Handwerksgruppen kommt die Entspannung am deutlichsten beim Gesundheitsgewerbe und den persönlichen Dienstleistern an. Am angespanntesten ist die Lage bei den Anbietern für den gewerblichen Bedarf, beim Nahrungsmittelgewerbe und Kfz-Gewerbe. Das Baugewerbe ist nach wie vor am wenigsten eingeschränkt, allerdings nimmt die Stärke der Betroffenheit im Baugewerbe leicht zu.

Weitere Meldungen aus dem Bezirk der Handwerkskammer Münster

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: