Malermeister Thomas Wübbelt schenkt der Ausbildung von Nadine Schmitze und Nadine Osterhoff viel Aufmerksamkeit, denn sie sind die Fachkräfte von Morgen (v.l.).

Malermeister Thomas Wübbelt schenkt der Ausbildung von Nadine Schmitze und Nadine Osterhoff viel Aufmerksamkeit, denn sie sind die Fachkräfte von Morgen (v.l.). (Foto: © Studio Wiegel)

Mitarbeitende zu Fans machen

Der gute Ruf von Schnitker Malerwerk aus Münster sorgt für eine Vielzahl von Bewerbungen.

"Wir sind anders als die meisten Malerbetriebe und machen gerade deswegen unsere Mitarbeitenden zu unseren Fans", erklärt Thomas Wübbelt, Betriebsleiter des Unternehmens Schnitker Malerwerk in Münster, selbstbewusst. Diese "Andersartigkeit" beschreibt er mit den oft außergewöhnlichen Aufträgen der überwiegend privaten Kundschaft und mit dem wertschätzenden Umgang mit dem Team. 

"Mitarbeitende zu motivieren bedeutet für uns in erster Linie, die Leidenschaft für unseren schönen Beruf zu vermitteln", veranschaulicht der Malermeister, der durch seine Herkunftsfamilie mit dem Malerhandwerk verbunden ist. "Springt der Begeisterungsfunke auf unsere Fachkräfte über, ist ein Auftrag für sie wie der Auftritt auf einer Theaterbühne, auf der sie am Ende bei guter Leistung der Applaus des Publikums erwartet", zieht er einen bildhaften Vergleich. Natürlich unternehme der Betrieb eine Menge, damit seine Fachkräfte ein solches Lob von den Kundinnen und Kunden erhalten. 

Gelungene Integration im Betrieb

"Fachkräftesicherung fängt für uns bei der qualifizierten Ausbildung an und hört bei der gebührenden Verabschiedung der Kolleginnen und Kollegen in den wohlverdienten Ruhestand auf", spricht er aus seiner inzwischen mehr als 20-jährigen Erfahrung bei Schnitker. Der gute Ruf, den das Unternehmen im Raum Münster, aber auch überregional genieße, habe nicht selten attraktive Bewerbungen zur Folge. So verweist er zum Beispiel auf seinen 24-jährigen Gesellen Alpha Ousmane Bah, der aus dem westafrikanischen Guinea stammt und vor dreieinhalb Jahren als Praktikant über einen regionalen Bildungsträger ins Unternehmen gelangte. Vor wenigen Monaten habe dieser seine Prüfung nach der regulären Ausbildungszeit erfolgreich abgelegt.

"Als ich vor sechs Jahren allein nach Deutschland kam, verstand ich kaum ein Wort", beschreibt der junge Mann selbst die anfänglich schwierige Zeit nach seiner Flucht. Mit Hilfe eines ehrenamtlichen Betreuers habe er seine Sprachbarrieren überwinden können. Auch seine Kolleginnen und Kollegen standen ihm während seiner Ausbildung fachlich und vor allem persönlich zur Seite. "Seine Akzeptanz bei der Kundschaft und im Team ist hundertprozentig", bestätigt Thomas Wübbelt die gelungene Integration des Geflüchteten begeistert. Überhaupt habe er in den letzten Jahren mehrere Auszubildende mit Migrationshintergrund bis zu ihrem Berufsabschluss intensiv begleitet und danach dauerhaft für das Unternehmen gewinnen können.

Derzeit drei Maler-Gesellinnen

Aber nicht nur die Gruppe der Zugewanderten sind Firmen-Fans, auch weibliche Fachkräfte bewähren sich seit vielen Jahren im Unternehmen. Neun Frauen wurden bisher gewerblich ausgebildet. Seine derzeit drei Maler-Gesellinnen setzt Wübbelt bevorzugt für Aufträge mit großem ‚Fingerspitzengefühl‘ ein. "Unsere Stammkunden fordern die Drei wegen ihrer besonderen Fähigkeiten sogar oft ausdrücklich an", weiß der Betriebsleiter und beweist damit, dass nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch die Kunden ganz offenbar Schnitker-Fans sind.

Das Unternehmen bietet über die klassischen Malerarbeiten hinaus eine moderne Raumgestaltung durch Vergoldung, Dekorationsmalerei und Stuckarbeiten an. Der Betrieb ist Teil der Unternehmensgruppe Gerhard Mohr-Malerwerkstätten in Bochum. Hier arbeiten 18 Beschäftigte.

 

HintergrundBeratung Arbeitgeberattraktivität und Arbeitgebermarke: Die Handwerkskammer Münster berät. Qualifiziertes Personal ist auf dem aktuell fast leergefegten Arbeitsmarkt schwer zu finden. Auch die langfristige Bindung einer Arbeitskraft an das eigene Unternehmen stellt sich zunehmend als Herausforderung dar. Fehlen qualifizierte Fachkräfte, können Kundenanfragen nicht mehr angenommen werden beziehungsweise müssen die Kunden lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Andererseits leisten viele Beschäftigte Überstunden und stoßen dabei an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Unter den Stichworten „Arbeitgeberattraktivität und Arbeitgebermarke“ werden gegenwärtig viele Ansätze behandelt, diese Situation zu entschärfen.
Kontakt Bei der Handwerkskammer Münster helfen Dr. Frank Kühn-Gerhard, Tel. 0251 5203328, E-Mail: frank.kuehn-gerhard@hwk-muenster.de oder Claudia von Diepenbroick-Grüter, Tel. 0251 5203112, E-Mail: claudia.vondiepenbroick-grueter@hwk-muenster.de, weiter.
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Text: / handwerksblatt.de

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