Ausbildung mit Perspektive: Finn Weischer (links) und Ausbilder Paul Beermann (rechts) begrüßen Felix Holz (Mitte) zum Start seiner Ausbildung zum Technischen Modellbauer. Gemeinsam blicken sie auf die kommenden dreieinhalb Jahre.

Ausbildung mit Perspektive: Finn Weischer (links) und Ausbilder Paul Beermann (rechts) begrüßen Felix Holz (Mitte) zum Start seiner Ausbildung zum Technischen Modellbauer. Gemeinsam blicken sie auf die kommenden dreieinhalb Jahre. (Foto: © Andreas Buck)

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Willkommen, Azubis!

Ausbildung im Handwerk bleibt stabil – Betriebe im Kammerbezirk suchen weiterhin Nachwuchs

Bis Ende Juli 2026 wurden im Bezirk der Handwerkskammer (HWK) Münster 3.884 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Im Münsterland liegt die Zahl der Neuverträge mit 2.865 leicht über dem Vorjahresniveau (plus 0,3 %), in der Emscher-Lippe-Region wurden 1.019 Verträge registriert (plus 1,4 %). Weitere 146 Ausbildungsverträge wurden zwar abgeschlossen, bis zum Stichtag (30. Juli) jedoch bereits wieder aufgehoben.

Die veröffentlichten Zahlen seien eine statistische Momentaufnahme, teilt die HWK mit. Sie bildeten den aktuellen Bearbeitungsstand der bis Ende Juli eingereichten Ausbildungsverträge ab. Bis zum Jahresende könnten weitere Verträge eingereicht werden. Erst dann werde Bilanz über das Ausbildungsjahr gezogen. Sie wertet die Jahresentwicklung aktuell als stabil.

Mut machen für die Bewerbung – auch jetzt noch! 

Mit Blick auf die Regionen startet die Berufsausbildung in diesem Jahr für 797 Nachwuchskräfte im Kreis Borken, 442 im Kreis Coesfeld, 421 in Münster, 819 im Kreis Steinfurt, 386 im Kreis Warendorf, 102 in Bottrop, 287 in Gelsenkirchen und 630 im Kreis Recklinghausen. Sie erlernen insgesamt 88 verschiedene Handwerksberufe.

Kammerpräsident Jürgen Kroos will unversorgten Jugendlichen Mut machen, sich weiterhin zu bewerben: "Es gibt nach wie vor sehr gute Ausbildungschancen im Handwerk vor Ort." Er verweist auf eine nicht repräsentative Blitzumfrage der HWK, an der sich 879 Betriebe beteiligten. Demnach boten rund 60 Prozent der Unternehmen in diesem Jahr Ausbildungsplätze an. Insgesamt meldeten sie ein höheres Ausbildungsplatzangebot als im Vorjahr. Fast die Hälfte der Betriebe konnte jedoch noch nicht alle offenen Stellen besetzen. Bei zwei Dritteln der Betriebe mit unbesetzten Ausbildungsplätzen hatte sich bislang niemand beworben.

Informieren über die rund 130 Berufe

Darüber hinaus spielten aber auch qualitative Aspekte eine Rolle: Betriebe, die Bewerber ablehnten, nannten als Gründe vor allem einen unpassenden persönlichen Eindruck, unzureichende Deutschkenntnisse und zu wenig Talent beim Probearbeiten. "Dass der Schulabschluss nicht ausreichte, fiel insgesamt am wenigsten ins Gewicht", betont Kroos. 

Er empfiehlt Jugendlichen, sich über die rund 130 Ausbildungsberufe im Handwerk zu informieren. "Bei der großen Vielfalt gibt es gewiss Berufe, die gut zu den individuellen Stärken passen."

Betriebe und Auszubildende blicken auf ihre Erwartungen

HOHOFFS Augenlust & Tafelfreuden Inhaber: Michael Hohoff e.K. in Waltrop

Miriam Palanca zog für "ein neues Leben" von Spanien nach Deutschland – und fand es im Bäckerhandwerk.

Miriam Palamca Foto: © Andreas BuckMiriam Palamca Foto: © Andreas Buck

Schon als Kind habe ich leidenschaftlich gern gebacken. Als ich mit meinem Freund nach Deutschland gezogen war und meine Deutschkenntnisse verbessert hatte, bot sich mir die Chance auf eine Ausbildung. Über die Agentur für Arbeit bin ich auf die Bäckerei Hohoffs aufmerksam geworden. Der Betrieb hat mich mit seiner Liebe zum Detail und seinem modernen Auftritt sofort überzeugt. In meiner Ausbildung möchte ich so viel wie möglich über das Bäckerhandwerk lernen – von den Grundlagen bis zum Verständnis der Zutaten und ihrer Wirkung. Der Arbeitsalltag gefällt mir sehr gut, auch wenn die körperliche Belastung anfangs ungewohnt war. Besonders schätze ich die Unterstützung durch meine Vorgesetzten und Kollegen. Für die kommenden drei Jahre wünsche ich mir, fachlich immer sicherer zu werden und mein Team zuverlässig unterstützen zu können. Besonders gern esse ich das Kürbiskern-Käsebrötchen. Ich freue mich aber darauf, noch viele weitere Spezialitäten kennenzulernen.

Konditormeister Michael Hohoff will eine zweite Heimat in seinem Betrieb bieten.

Miriam hat uns von Anfang an mit ihrer Begeisterung für das Bäckerhandwerk überzeugt. Sie suchte nicht einfach einen Ausbildungsplatz, sondern wollte den Beruf wirklich erlernen. Diese Leidenschaft und ihre offene Art waren für uns wichtiger als jedes Zeugnis. Außerdem passt sie hervorragend ins Team. Unser Ziel ist es, dass Miriam ihr Handwerk in seiner ganzen Vielfalt kennenlernt und sich Schritt für Schritt zu einer qualifizierten Kraft entwickelt. Dabei wird sie von erfahrenen Kollegen eng begleitet. Gerade am Anfang ist uns wichtig, dass sich jeder Auszubildende gut aufgehoben fühlt – besonders dann, wenn auch ein neues Land und eine neue Sprache dazukommen.

Um Nachwuchs zu gewinnen, investieren wir seit Jahren konsequent in die Ausbildung. Das zahlt sich aus: Wir wurden mehrfach als einer der besten Ausbildungsbetriebe Deutschlands ausgezeichnet und übernehmen jeden Auszubildenden, der seine Prüfung erfolgreich besteht. Entsprechend groß ist das Interesse – für das kommende Jahr liegen bereits die ersten Bewerbungen vor. Das Bäckerhandwerk ist vielseitig und bietet sichere Zukunftsaussichten. Jeden Tag entsteht mit den eigenen Händen etwas, das Menschen Freude macht. Ich wünsche mir, dass Miriam ihre Ausbildung erfolgreich abschließt, sich bei uns wohlfühlt und Hohoffs für sie zu einer zweiten Heimat wird.

Josef Weischer GmbH – ein Modellbaubetrieb in Emsdetten

Felix Holz möchte Technischer Modellbauer für Karosserie und Produktion werden. Die Vielseitigkeit des Berufs begeistert ihn.

Felix Holz Foto: © Andreas BuckFelix Holz Foto: © Andreas Buck

Schon in der siebten Klasse lernte ich den Betrieb bei einem Tagespraktikum kennen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich entschieden habe, dort in der zwölften Klasse auch mein zweiwöchiges Praktikum zu absolvieren. Besonders positiv war für mich, dass ich einen festen Ansprechpartner hatte und alle Bereiche kennenlernen durfte. Die abwechslungsreiche Arbeit hat mich überzeugt. Deshalb habe ich am letzten Praktikumstag gefragt, ob ich meine Ausbildung in dem Betrieb machen kann. Die Zusage kam schnell. Ich denke, dass die Arbeitszeiten nach der Schulzeit zunächst eine Umstellung sein werden. Auch die Fahrten zum Berufskolleg nach Osnabrück, wo ich montags und dienstags Unterricht habe, sind für mich neu. In den nächsten dreieinhalb Jahren bis zur Gesellenprüfung möchte ich vor allem viel lernen. Ich freue mich auf interessante Aufgaben, abwechslungsreiche Arbeit und ein gutes Miteinander mit meinen Kollegen.

Prokurist Finn Henrik Weischer denkt Nachwuchsgewinnung langfristig.

Wir sind immer auf der Suche nach engagierten Auszubildenden. Felix hat unseren Betrieb bereits bei zwei Praktika kennengelernt. Während seines zweiwöchigen Praktikums in der zwölften Klasse durchlief er verschiedene Abteilungen, zeigte großes Interesse und eine schnelle Auffassungsgabe. Die Kollegen haben ihn durchweg positiv bewertet und empfohlen, ihn einzustellen. Als seine Bewerbung einging, haben wir deshalb direkt zugesagt.

Besonders überzeugt haben mich seine Offenheit und Neugier. Er hat viele Fragen gestellt, wollte Zusammenhänge verstehen und hatte keine Scheu, sich an neue Aufgaben heranzuwagen. Genau diese Eigeninitiative ist speziell in unserem Beruf wichtig. Für uns ist Ausbildung eine Investition in die Zukunft. Wir möchten, dass Felix sich fachlich und persönlich weiterentwickelt und Schritt für Schritt zu einem selbstständigen Facharbeiter wird. Gleichzeitig bringen junge Menschen neue Ideen und frische Perspektiven in den Betrieb. Natürlich hoffen wir, ihn nach der Ausbildung als Gesellen übernehmen zu können.

Gerade der Einstieg ist wichtig. Unser Ausbilder Paul Beermann begleitet die Auszubildenden intensiv. Sie lernen zunächst die Grundlagen, den Umgang mit Werkzeugen und Maschinen und arbeiten anschließend gemeinsam mit erfahrenen Kollegen an echten Projekten.

Um Nachwuchs zu bekommen, machen wir den Beruf des Technischen Modellbauers auf Ausbildungsmessen, in Schulen und in den sozialen Medien sichtbar. Dass wir für namhafte Automobilhersteller arbeiten, macht den Beruf zusätzlich attraktiv. Ich wünsche mir, dass Felix seine Lehre erfolgreich abschließt und wir ihn langfristig für unseren Betrieb gewinnen.

 

Hintergrund: Ausbildungsportal Hintergrund Aktuell bieten Betriebe im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region 234 freie Lehrstellen für dieses Jahr im Ausbildungsportal der HWK an. Interessierte Betriebe können ihre Angebote dort einstellen. Für die Registrierung reicht eine E-Mail an ulrike.werning@hwk-muenster.de.
Online Hier geht es zur Berufsorientierung der Handwerkskammer Münster. 

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Text: / handwerksblatt.de

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