v. l.: Lehrling des Monats, Rokshar Akrami, HWK-Vizepräsident Ralf Jakob, Ausbilderin Sophia Jungen

v. l.: Lehrling des Monats, Rokshar Akrami, HWK-Vizepräsident Ralf Jakob, Ausbilderin Sophia Jungen (Foto: © Constanze Knaack-Schweigstill)

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Gut abgeschnitten

Die HWK Trier ehrt Rokhsar Akrami als "Lehrling des Monats" – für Mut zur Entscheidung, starke Leistungen und ihr feines Gespür für Menschen.

Rokhsar Akrami war schon immer gerne kreativ. In ihrer Kindheit in Afghanistan probierte sie Frisuren aus. Aber dass es einmal der Friseurberuf wird, war lange nicht absehbar. Als Zwölfjährige kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland und ging in Trier auf die Realschule. Mit 14 griff sie zur Schere. Ihre Brüder hielten sich als Übungsköpfe eher zurück. Ihre Mutter dagegen vertraute ihr gerne. In ihrer Erinnerung waren das "eher kompakte Schnitte", kommentiert sie ihre frühen Experimente.  

In einer Akademikerfamilie aufgewachsen, lag nach dem Fachabitur am Wirtschaftsgymnasium in Trier ein Studium nahe. Oder lieber ein FSJ? Rokhsar merkte, dass ihr Weg auch anders aussehen könnte. Startschuss war jeweils im Sommer. Und statt ein halbes Jahr abzuwarten, nutzte sie die Zeit. Über eine Freundin kam sie auf die Idee, in den Friseurberuf hineinzuschnuppern. Nach zwei Probetagen im Salon Perfect Color World in Schweich merkte sie, dass der Beruf und das Team zu ihr passen: "Da ich gerne kreativ und mit Menschen zusammenarbeite, war der Friseurberuf für mich die richtige Wahl. Fachabi im Dezember, Lehrbeginn im Januar. Besser hätte es nicht laufen können." 

Verantwortung nach nur wenigen Wochen

Schon nach wenigen Wochen durfte die junge Frau aus Trier Verantwortung tragen und meisterte ihren ersten anspruchsvollen Haarschnitt. "Das war eine große Herausforderung, aber so lernt man halt." Unter den Kolleginnen rund um Salonchefin Luisa Wilhelmi fühlt sie sich wohl: "Man redet offen und wertschätzend miteinander, hilft sich gegenseitig und fühlt sich als Team."

Heute interessiert sie sich besonders für Balayage und natürliche Looks, holt sich Inspiration über Social Media und entwickelt ihren Stil weiter. "Besonders stolz war ich, als ich eigenständig meine erste komplette Farbveränderung gemacht habe." Sie arbeitet gerne mit Menschen zusammen und findet mit viel Gespür heraus, was zu ihnen passt. Wenn aus einer vagen Idee am Ende ein zufriedenes Lächeln wird, freut sie das jedes Mal aufs Neue. "Sind die Kunden zufrieden, macht mich das auch glücklich."

Rokhsar bleibt dran und bildet sich im Betrieb, bei Schulungen und auf Fachmessen weiter. Ihre Leidenschaft für den Beruf zahlt sich aus: Bei der vorgezogenen Zwischenprüfung hat sie gut abgeschnitten. Aufgrund ihrer Leistungen verkürzt die 21-Jährige ihre Ausbildung nun auf insgesamt zwei Jahre. Nach der Lehre will sie zunächst Berufserfahrung als Gesellin sammeln. Und dann? "Ich kann mir gut vorstellen, den Meister zu machen. Oder doch noch zu studieren, um an der Berufsschule mein Wissen aus dem Friseurhandwerk an den Nachwuchs weiterzugeben."  

Lehrling des Monats der HWK Trier

Für ihren mutigen Weg, ihre guten Leistungen und ihr Engagement zeichnete die Handwerkskammer Rokhsar Akrami zum "Lehrling des Monats" aus. Ausgezeichnet wurde sie in einem besonderen Rahmen: HWK-Vizepräsident Ralf Jakob überreichte ihr die Urkunde, 100 Euro Preisgeld und einen Weiterbildungsgutschein während eines zweiwöchigen Friseurschnuppertrainings in der Handwerkskammer Trier. Dort probieren Jugendliche das Friseurhandwerk aus und werden auf den Berufseinstieg vorbereitet. 

Während diese jungen Leute noch erste Erfahrungen sammeln, ist Rokhsar ist schon einige Schritte weiter – und ein Vorbild, wohin dieser Anfang führen kann. Ihr Rat an alle, die ihren Weg noch nicht gefunden haben: "Macht ein Praktikum und lernt den Beruf kennen. Wer kreativ ist, gerne mit Menschen arbeitet und offen für Neues ist, kann im Friseurhandwerk sehr glücklich werden." 

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Text: / handwerksblatt.de

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