Präsident Rudi Müller (o. r.) gratuliert den Ausbildungsbotschaftern (v. l.) Daniel Freis, Raphael Utters, Victor Gaberkorn, Maxime Jaffeline und Kira Wittwer (Albert Lehnert fehlt auf dem Foto

Präsident Rudi Müller (o. r.) gratuliert den Ausbildungsbotschaftern (v. l.) Daniel Freis, Raphael Utters, Victor Gaberkorn, Maxime Jaffeline und Kira Wittwer (Albert Lehnert fehlt auf dem Foto (Foto: © Handwerkskammer Trier)

Mit Motor und Biobrot vor die Schulklassen

Der Jugend die handwerklichen Berufe nahezubringen ist zur Nachwuchssicherung wichtig. Ausbildungsbotschafter werben in regionalen Schulen für Lehre im Handwerk.

Sechs junge Ausbildungsbotschafter der Handwerkskammer klappern künftig in den Klassenzimmern der Region kräftig für das Handwerk. Ihr Auftrag: ausbildungsinteressierte Schüllerinnen und Schüler für eine handwerkliche Lehre begeistern. Mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen, vom eigenen Werdegang berichten, vom Berufsalltag und Karrierewegen im Handwerk erzählen – so wollen die Botschafter, darunter eine Frau, im Alter zwischen 17 und 25 Jahren im Schulunterricht überzeugen. In einer Schulung hat Ausbildungsbotschaftercoach Vera Wagner die Nachwuchsakquisiteure auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. So sind die jungen Botschafter jetzt über die aktuelle Ausbildungssituation, die wesentlichen Inhalte eines Ausbildungsbotschafterbesuchs in einer Schule und Präsentationstechniken im Bilde. Kammerpräsident Rudi Müller überreichte ihnen kürzlich die Zertifikate im neuen Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer. Das Amt des Ausbildungsbotschafters für junge Gesellinnen und Gesellen hat die Kammer vor zwei Jahren geschaffen, weil die Lehrlingszahlen im Handwerk zurückgehen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Ausbildungsverhältnisse im regionalen Handwerk aktuell um 7,4 Prozent gesunken. Präsident Müller: "Viele Jugendliche haben bei der Berufswahl das Handwerk mit seinen vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten nicht auf dem Schirm. Der Kontakt mit jungen Vorbildern im Unterricht ist daher ideal, um dort für eine Ausbildung im Handwerk zu werben. 

Drei Ausbildungsbotschafter erzählen

Mit seiner positiven Einstellung ist Victor Gaberkorn, Metallbauer bei der Alwitra GmbH in Trier, als Ausbildungsbotschafter wie geschaffen: "Das Wundervolle am Handwerk sind die vielen Weiterbildungsmöglichkeiten", sagt der 25-Jährige. "Die Welt steht einem offen." Auch Bäcker Raphael Utters aus Dockweiler freut sich schon darauf, seine Mission vom Bäckerberuf und die Begeisterung für gutes Brot ins Klassenzimmer zu tragen. Für ihn verhält es sich mit dem Brot ähnlich wie mit den Menschen: "Jeder Teig ist anders, aber doch irgendwie auch gleich." Der 22-Jährige ging nach dem Abitur zunächst für ein Jahr auf Weltreise. Erst danach fand er den Weg ins Handwerk und seine Erfüllung in der familieneigenen Bio-Bäckerei. Daniel Freis (24) von der Eltra GmbH in Osann-Monzel würde am liebsten gleich mit schwerstem Gerät in den Schulen anrücken, um dort einen selbstgebauten Motor zu präsentieren. Ob er dafür von allen Beteiligten grünes Licht bekommt, muss er noch abwarten. Ansonsten weiß der Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik jede Menge Spannendes aus der täglichen Praxis zu berichten, etwa vom professionellen Umgang mit Strom. So wie er verfolgen letztendlich alle Ausbildungsbotschafter in ihrer zweijährigen Amtszeit dasselbe Ziel: dass der Funke überspringt!
 

Das sagen die Ausbildungsbotschafter Victor Gaberkorn (25): "Nach dem Fachabi wollte ich ins Büro. Das wurde mir aber schnell langweilig. Ich hörte von einer freien Lehrstelle bei Alwitra und sprang ins kalte Wasser! Alles,was man wissen muss, lernt man schließlich in der Ausbildung. In meinem Amt will ich Vorbild für Schulabgänger sein und ihnen bei der Berufsorientierung helfen. Vor allem möchte ich die Vielfalt und die verschiedenen Karrierechancen in den Mittelpunkt meiner Botschaft stellen – nach dem Motto "Die Welt steht Euch offen, und das einzige, was Ihr dafür mitbringen müsst, ist Fleiß, Interesse und keine zwei linken Hände!"
Raphael Utters (22): "Als Ausbildungsbotschafter würde ich den Schülerinnen und Schülern gerne das Bäckerhandwerk schmackhaft machen. Ich würde ihnen Bilder von verschiedensten Menschen auf der ganzen Welt zeigen und sie dann fragen: Was haben all diese Menschen gemeinsam? Brot! Und so unterschiedlich wie die Menschen sind, ist auch das Brot, das sie essen! So möchte ich jungen Leuten die Welt des Backens mit all ihrer Vielfalt näherbringen. Und ihnen sagen: Lasst Euch nicht weismachen, Ihr wäret weniger Wert als andere! Seid stolz auf Eure Arbeit und auf Euer Handwerk!"

 

Ausbildungsbotschafter und Kontakt Das sind die Ausbildungsbotschafter: Daniel Freis, Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik (Geselle), Raphael Utters, Bäcker (Geselle), Victor Gaberkorn, Metallbauer (Geselle), Maxime Jaffeline, Tischler (Auszubildender), Albert Lehnert, Maurer (Auszubildender) und Kira Wittwer, Anlagenmechanikerin Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (Auszubildende).
Ausbildungsbotschaftercoach Vera Wagner ist unter der Telefonnummer 0171 2721384 oder per E-Mail unter vwagner@hwk-trier.de erreichbar.

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Text: / handwerksblatt.de

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