Das Handwerk präsentierte sich auf der Messe in der HWK von seiner besten Seite. Im Einsatz waren unter anderem Dachdecker, Zahntechniker, Steinmetze, Friseure, Metallbauer, Tischler – verstärkt auch weibliche.

Das Handwerk präsentierte sich auf der Messe in der HWK von seiner besten Seite. Im Einsatz waren unter anderem Dachdecker, Zahntechniker, Steinmetze, Friseure, Metallbauer, Tischler – verstärkt auch weibliche. (Foto: © Constanze Knaack-Schweigstill)

Publikum von der Vielfalt überrascht

Bei der Ausbildungsmesse der Handwerkskammer Trier kamen die Informations- und Schnupperangebote bei den Besuchern gut an.

Geschickt und konzentriert richtet Florence eine Schieferplatte zu. Mit dem Schieferhammer arbeitet sie langsam eine Herzform her aus. Das macht zum ersten Mal – und zwar richtig gut! Bei den Fliesenlegern war sie am Vormittag auch schon. Dort hat sie eine Fliese zugeschnitten – unter den Augen ihres Freundes, eines frischgebackenen Fliesenlegergesellen. Gemeinsam besuchen sie die Handwerkskammer-Ausbildungsmesse „Chance Handwerk“. Florence geht bald von der Schule ab und weiß noch nicht, wo es danach für sie beruflich hingehen soll. Der Messebesuch soll ihr bei der Entscheidung helfen. „Das ist hier ein super Angebot“, findet sie. „Alle sind engagiert und hilfsbereit. Macht richtig Spaß!“ Ihr Begleiter Noah weiß, wie richtig und wichtig es ist, dass mehr junge Leute den Weg ins Handwerk finden: „Viele wollen studieren und nur wenige ins Handwerk. Das muss wieder ins Gleichgewicht kommen. Wer soll sonst die Universitäten bauen?“

In der Lehrwerkstatt nebenan wirbt Handwerkskammer-Ausbildungsbotschafterin Charlotte Federmann in traditioneller Tischlerkluft für ihr Handwerk. Sie ist überrascht über die vielen Besucherinnen und Besucher. Die Auszubildende freut sich über das rege In teresse. „Meistens sprechen mich zuerst die Eltern an. Ihre Kinder brauchen eine Weile, bis sie sich selbst ins Gespräch einbringen.“ Charlottes Schulzeit liegt noch nicht allzu lange hinter ihr. Daher kennt sie die Verunsicherung und Orientierungsprobleme vieler junger Menschen, die vor der Berufswahl stehen. Sie selbst hat ihren Weg gefunden: „Nach meinem Bachelor in Kunstgeschichte mache ich nun eine Tischlerlehre. Ich will Handwerk und Studium verbinden und Restauratorin im Handwerk werden.“ Sie rät Jugendlichen: „Ein Studium ist nicht der einzige Weg zum Erfolg. Auch eine Ausbildung im Handwerk kann euch sehr weit bringen!“

Informationen direkt aus erster Hand

Anastasia aus Trier besucht die Messe mit ihren Eltern. Die 16-Jährige Tochter eines gelernten Metallbauers und einer Schneiderin geht nächstes Jahr von der Schule ab. Wie viele Messebesucher ist die Familie von der Vielfalt an Informationen und Mitmachaktionen überrascht. Welche Angebote sie und ihre Tochter bei „Chance Handwerk“ besonders interessieren? Die Antwort spricht für die Messe:„Wir wollen hier so viel wie möglich sehen und kennenlernen, am besten alles!“ Am Stand von Elektro Goebel rühren Annika Goebel und ihr Bruder Johannes die Trommel. Die Jungmeisterin und der Azubi im 3. Lehrjahr freuen sich über das Interesse des Messepublikums. „Viele sind mit gezielten Fragen auf uns zugegangen. Wir sind mit der Resonanz zufrieden und haben gute Kontakte geknüpft“, sagt Annika Goebel, die an diesem Tag zudem einige Unterlagen für ein Praktikum ausgehändigt hat. „Es kommt auch gut an, dass wir hier als Geschwister-Gespann einen Familienbetrieb vertreten.“

Mitbewerber Schneider Elektro sucht zum kommenden Ausbildungsjahr drei bis vier Lehrlinge. Im vergangenen Jahr hat der Betrieb über Chance Handwerk einen Azubi gefunden. Zwei Praktikumsplätze hat er diesmal auf der Messe vergeben. „Wir haben hier viele gute Gespräche geführt, die vielversprechend sind“, sagt Juniorchef Nicolas Schneider. Viele Kontakte hatte auch Patrik Sobecki von Seitz Industriebau/Speicher. „Ich bin froh, dass wir uns hier präsentieren können“, sagt der Ausbilder. Sechs Azubis beschäftigt der Betrieb derzeit. „Um  Lehrlinge zu finden, sind wir etwa auf Social Media unterwegs. Aber auch die persönliche Ansprache auf Messen ist wichtig, um sich als attraktiver Arbeitgeber vorzustellen.“ Früher konkurrierten Schulabgänger bei den Betrieben um eine Lehrstelle, heute ist es umgekehrt. „Damals hatten wir rund 100 Bewerbungen auf dem Tisch“, sagt Jürgen Hamm, Ausbilder bei der Löhr-Gruppe, Audi-/VW-/Skoda-Zentrum. Dort werden Lehrlinge in den Bereichen Kfz-Mechatroniker, Karosseriebauer- und Fahrzeugbaumechaniker sowie Fahrzeuglackierer gesucht. Bei „Chance Handwerk“ ist die Löhr-Gruppe zum ersten Mal vertreten. „Wir bewerben unsere Ausbildungsplätze auch in Schulen, Printmedien und auf Social Media“, sagt Hamm. „Man muss sich bewegen und dahin gehen, wo die Jugendlichen sind.“

 

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Text: / handwerksblatt.de

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