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Der erste Eindruck zählt

GründerNavi

Kunden wählen Handwerker meist auf Empfehlung oder im Internet aus. Deshalb ist ein professioneller Internetauftritt ein absolutes Muss.

Wer genügend Zeit und Spaß am Gestalten hat, obendrein einigermaßen IT-affin ist, kann seine Homepage mit einem Do-it-yourself-Baukasten erstellen. Dazu gibt es auch Workshops. Alle anderen sollten sich an einen Profi wenden. Der erste Eindruck zählt, denn er bleibt haften. Heute entsteht er meistens im Internet. Deshalb kommt es darauf an, wie ein Betrieb sich dort präsentiert. Die eigene Homepage spielt insofern eine zentrale Rolle. Sie soll Kompetenz und Kultur des Betriebs visualisieren, sprich das Erscheinungsbild der Firma unterstreichen. Zudem muss die Seite gut auffindbar sein – von potenziellen Kunden, Mitarbeitern sowie Suchmaschinen à la Google.

Zwei Wege zur Webseite:

  1. Es gibt Baukästen, mit denen man sich selbst seine Seiten erstellen kann. Anbieter sind neben den Internetprovidern beispielsweise Firmen wie Jimdo oder Wix. Wer ganz besondere technische Anforderungen an seine Seite hat und etwas geübt ist, für den kommt vielleicht auch ein einfaches Content-Management-System wie Wordpress infrage. Damit lässt sich fast alles selbst programmieren.
  2. Wer nicht IT-affin ist, sollte sich lieber an einen Web-Designer wenden. Manche berechnen ihren Aufwand nach der Zahl der benötigten Seiten, andere nach Zeitaufwand. In jedem Fall muss man bei der Auswahl darauf achten, dass derjenige auch in Zukunft noch für Ergänzungen, Korrekturen oder andere "Pflegedienste" erreichbar ist und man alle Zugänge und Passwörter bekommt.

 

Egal für welchen Weg Sie sich entscheiden, es geht nur mit einer gründlichen Vorbereitung. Das fängt damit an, dass definiert werden muss, was und wen (Kunden, Auszubildende?) ich mit der Seite erreichen möchte. Diese Arbeit kann einem niemand abnehmen. Aber es gibt Beratungs- und Schulungsangebote, die die Vorbereitung beschleunigen können. Hilfreich ist es auch, sich einmal die Seiten der wichtigsten Konkurrenten anzuschauen. Dann wird schnell klar, was einem gefällt und was nicht. So bekommt man ein Gefühl dafür, was man möchte, und kann dann die eigenen Besonderheiten besser herausstellen.

Letztlich geht es um die Struktur des Ganzen. "Weniger ist mehr", lautet der Rat von Social-Media-Expertin Sue Appleton, Inhaberin der Firma do_loop in Köln: "Es sollten nicht mehr als sieben Hauptkategorien am oberen Rand der Startseite durch den Webauftritt führen." Alle wesentlichen Inhalte wie Telefonnummer oder Mailadresse sollten auf jeder Unterseite sichtbar sein. Die Fachfrau ermahnt zudem, sich bei Struktur und Gestaltung nicht vom persönlichen Geschmack leiten zu lassen, sondern sich an den typischen Nutzergewohnheiten der Adressaten zu orientieren.

Übrigens, rät Sue Appleton: Wer noch nicht über ein Corporate Design, also ein einheitliches Erscheinungsbild, verfügt, für den ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Ein guter Web-Designer hilft dabei, er erstellt neben der Homepage auch passende Visitenkarten, Rechnungsvorlagen, die Fahrzeugbeschriftung und natürlich das Firmen-Logo.

Damit die neue Seite im Internet ordentlich Aufmerksamkeit erhält, muss sie beworben werden. Stichwort SEO. Das bedeutet Suchmaschinen-Optimierung. Fachleute bauen dazu die am häufigsten bei Suchen verwendeten Schlagwörter so geschickt in die Texte ein, dass diese bei Google-Anfragen dann ganz weit oben erscheinen. Für die Bekanntheit der Internetseite kann man auch selbst etwas tun, beispielsweise indem man die Webseite bei Google-Maps anmeldet.

Do-it-yourself-Checkliste:

  • Zu Beginn müssen Ziele, Zielgruppen, Seitenstruktur und Inhalte festlegt werden.
  • Dann das passende System auswählen:
    • Baukasten-Systeme sind für fast alles geeignet, von der Erstellung einer Art virtuellen Visitenkarte bis hin zu einer umfangreichen Webseite mit Bildergalerie, Foto-Show oder Online-Shop.
    • Wer komplexere technische Anforderungen hat, wie zum Beispiel mehrere Zugänge für verschiedene Teams benötigt, für den empfiehlt sich ein Content-Management-System. Damit lässt sich je nach Kenntnissen fast alles programmieren.
  • Denken Sie an professionelle Fotos! Häufig hapert es daran, und dann ist die ganze Mühe vergeblich, weil Fotos nicht scharf sind, zu wenig aussagen, nicht zum Inhalt passen oder Sicherheits- oder Datenschutzvorschriften verletzen.
  • Achten Sie unbedingt darauf, dass die Seiten responsiv sind, d.h. auch auf mobilen Endgeräten laufen.
  • Das Pflegen der Seiten darf nicht vergessen werden. Das ist sowohl im Hinblick auf die Kundschaft wie auch für Google & Co wichtig. Dabei kommt es auf inhaltliche wie rechtliche Aktualität an.

Checkliste für Web-Designer:

  • Holen Sie in jedem Fall detaillierte Angebote ein, mit Auflistung aller Kosten und Leistungen. Was kostet die anschließende Pflege der Seiten? Wer kümmert sich um was?
  • Wichtig ist, dass Sie alle Zugänge und Passwörter bekommen, um im Zweifel den Web-Designer wechseln und/oder die Seite pflegen zu können.
  • Ein gutes Briefing ist das A und O für jeden Designer. Das umfasst im Grunde die gleichen Dinge wie beim Do-it-yourself-Baukasten, also Ziele und Zielgruppen definieren, Budget und Kompetenzen festlegen sowie die gewünschte Struktur der Seiten und die herauszustellenden Besonderheiten der Firma.
  • Auch hier ist an professionelle Fotos zu denken!
Text: / handwerksblatt.de