Peugeot, Citro├źn und Opel haben drei neue Stadtlieferwagen-Modelle entwickelt, die auf dem gleichen Auto basieren und jetzt als Stromer auf die Stra├čen kommen sollen.

Peugeot, Citro├źn und Opel haben drei neue Stadtlieferwagen-Modelle entwickelt, die auf dem gleichen Auto basieren und jetzt als Stromer auf die Stra├čen kommen sollen. (Foto: ┬ę nerthuz/123RF.com)

Neue Stromer f├╝r die Innenstadt

Die Stellantis-Marken Citro├źn, Opel und Peugeot pr├Ąsentieren ihre neuen Stadtlieferwagen Berlingo-e, Combo-e und e-Partner.

Citroe╠łn Berlingo-e, Opel Combo-e und Peugeot e-Partner – drei Namen, drei neue Modelle, aber das gleiche Auto. Die drei Marken stellen den gemeinsam entwickelten Stadtlieferwagen mit Elektroantrieb vor. Ein Blick auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Zwei Termine, drei Autos: Die PSA-Gruppe (Citroe╠łn und Peugeot) sowie Opel hatten jeweils einen Tag reserviert, um das neueste Nutzfahrzeug zu pra╠łsentieren, Opel klassisch in Ru╠łsselsheim, PSA genauso klassisch in Paris.

Hinter dem neuen Fahrzeug steht ein gemeinsam entwickelter Stadtlieferwagen, der rein elektrisch unterwegs ist. Alle Modelle bauen auf der neuen Multi-Energie-Plattform EMP2 auf, wobei EMP fu╠łr Efficient Modular Platform steht. Alle drei Marken – Citroe╠łn, Opel und Peugeot in alphabetischer Reihenfolge – sind mit dem neuen kleinen Stromer derzeit die bislang einzigen Autohersteller, die u╠łber alle drei Baureihen bei den leichten Nutzfahrzeugen nun einen echten Stromer anbieten ko╠łnnen. Schließlich haben die drei auch ihre gro╠łßeren Lieferwagen – bei Opel sind das Vivaro und Movano, bei Citroe╠łn Jumpy und Jumper, bei Peugeot schließlich Expert und Boxer – ebenfalls elektrifiziert. Diese Modelle stehen zum Teil schon bei den Ha╠łndlern, zum Teil sind sie schon auf dem Weg dahin. Zudem sind sie alle bereits bestellbar.

2000 Wasserstoff-Fahrzeuge im Feldversuch

Die Pra╠łsentation ließ außerdem einen Blick auf die Zukunft und Alternativen zum Stromer zu. Denn last but not least haben alle drei Marken ihren mittleren Transporter als Wasserstoff-Expert, -Jumpy und -Vivaro entwickelt. Noch befindet sich das Modell ganz am Anfang. Geplant ist jetzt, dass 2.000 dieser Wasserstoff-Fahrzeuge in Feldversuchen u╠łber alle drei Marken europaweit mit Groß- und Flottenkunden auf die Straße kommen. Die Erkenntnisse sollen dann in die weitere Entwicklung einfließen.

Doch hier werfen wir erst mal einen Blick auf die drei neuen Stromer. Wichtig: Die technischen Daten, die in dem jeweiligen Artikel stehen, gelten automatisch auch fu╠łr die anderen Wettbewerbsmodelle, die daher nicht in jedem der drei Vorstellungen stehen, sondern sich erga╠łnzen sollen. So ist es einfacher, die Modelle genauer zu analysieren und auf die Unterschiede hinzuweisen. Bestellbar sind ab sofort alle Modelle – und die ersten Exemplare werden noch dieses Jahr ausgeliefert.

e-Partner: Der Moderne

Mit dem optionalen i-Cockpit hebt sich der Peugeot e-Partner im Innenraum von den Schwestermodellen ab. Foto: ┬ę PeugeotMit dem optionalen i-Cockpit hebt sich der Peugeot e-Partner im Innenraum von den Schwestermodellen ab. Foto: ┬ę Peugeot

Es ist praktisch ein "Insider". Bei Peugeot ist das entscheidende Merkmal im Fahrzeuginneren zu sehen: das i-Cockpit. Zugegeben, es ist zwar nur eine Option, aber die Gestaltung des Armaturenbretts mit der Eliminierung mo╠łglichst vieler Kno╠łpfe und Schalter stand von Anfang an beim i-Cockpit im Vordergrund und verpasst dem e-Partner eine schicke HiTech-Eleganz. Denn das i-Cockpit mit seiner tableta╠łhnlichen Anzeige ist dem Fahrer leicht zugeneigt, la╠łsst sich einfach und schnell per Touchscreen bedienen, einfach ein schickes Highlight, was ausschließlich dem Peugeot vorbehalten ist. Das digitale Panel misst u╠łbrigens zehn Zoll, das sind 25,4 Zentimeter, und bietet die neuesten Grafikdesign-Entwicklungen der Lo╠łwenmarke, die sich alle individuell anpassen lassen. So kann der Fahrer seine Navigation, das Powermanagement oder die Fahrhilfen hervorheben.

Die Zugeho╠łrigkeit zur Peugeot-Familie ist natu╠łrlich erkennbar. Klar prangt auf der Front das Lo╠łwenlogo, wobei die Designer es noch nicht geschafft haben, mit dem neuen Emblem zu arbeiten. Schade, denn das neue Logo sieht schick aus, der neue Lo╠łwenkopf macht mehr her als die bisherige Lo╠łwenfigur. Entsprechend sind natu╠łrlich hinten als auch beim Lenkrad die markeneigenen Spezifika eingebracht. Tatsa╠łchlich kommt der Peugeot – und damit auch seine Pendants – zum richtigen Zeitpunkt. Denn wer gerade in dem Segment der kleinen Lieferwagen ein Angebot sucht, trifft derzeit auf eine nur geringe Auswahl. Verfu╠łgbare Modelle du╠łrften also schnell weggehen, sofern die Hersteller keine Lieferschwierigkeiten haben sollten, da sie sehr unter den Material- und Halbleiterengpa╠łssen leiden. 2022 wird sich das Angebot u╠łbrigens deutlich vergro╠łßern, schon jetzt haben Wettbewerber auch fu╠łr dieses Segment neue Modelle angeku╠łndigt.

Die reinen Leistungsdaten u╠łberzeugen bei dem Stadtlieferwagen. Ka╠łufer mu╠łssen weder bei der Nutzlast noch beim Volumen Abstriche machen. Bis zu 800 Kilogramm ko╠łnnen die Kastenwagen an Bord nehmen, an Volumen sind maximal 4,4 Kubikmeter drin. Das gilt allerdings nur, wenn Ka╠łufer das optionale Modul fu╠łr die Raumerweiterung erwirbt. Dies wird eingeklappt, ein Gitter schu╠łtzt den Fahrer, und der so gewonnene Raum kann fu╠łr die Ladung genutzt werden. Generell betra╠łgt das Ladevolumen maximal 3,8 Kubikmeter. Wem die Nutzlast nicht reicht, sollte u╠łber eine Anha╠łngerkupplung nachdenken. So lassen sich weitere 750 Kilogramm Nutzlast an den Haken nehmen.

Combo-e: Der Komfortable

Kompakt und komfortabel: Der Stromer als Opel Combo-e Foto: ┬ę OpelKompakt und komfortabel: Der Stromer als Opel Combo-e Foto: ┬ę Opel

Viel Wert legen die Macher auf das Thema Variabilita╠łt. Tatsa╠łchlich kommt der neue Stromer in zwei La╠łngen, mit 4,40 Metern in der Standard- und 4,75 Metern in der Langversion, die bei Opel "Normal-" und "XL-Version" heißen. Die zusa╠łtzliche La╠łnge holen die Ingenieure aus dem langen Radstand: Misst er kurz 2.785 Millimeter, haben sie bei der Langversion fast 20 Zentimeter auf dann 2.975 Millimeter aufgeschlagen. Zudem ko╠łnnen die Ka╠łufer ihn als Zwei- oder Dreisitzer ordern. Bei einem Dreisitzer la╠łsst sich der Mittelsitz in einen kleinen Schreibtisch verwandeln. Gilt es, Personal und Material zu transportieren, gibt es den Combo auch als Doppelkabiner.

Doch was macht den Combo aus, mal abgesehen von den markentypischen Anpassungen an das Design? Mal abgesehen von der Opel-Optik ist es das Thema Komfort. Die Autobauer legen Wert darauf, dass das Modell auch als Pkw-Variante zu haben ist, und haben die vergleichsweise komfortable Fahrwerksabstimmung auf die Kastenversion heru╠łbergerettet. Entsprechend gemu╠łtlich geht es mit dem Fahrzeug, das etwas weniger als 200 Kilogramm Ladung an Bord hat, u╠łber eine Autobahn-Stadt-Landstraßen-Route. Der Wagen fa╠łhrt komfortabel und geht elegant durch die Kurven. Flottes Tempo empfiehlt sich schon bau- artbedingt weniger und man kommt entspannt am Ziel an.

Fu╠łr die Reichweite des Stromers genu╠łgt eine 50-kWh-Batterie, die mit einem 100 Kilowatt starken Elektromotor gekoppelt ist. Der Motor zieht den Wagen kontinuierlich bis auf die Ho╠łchstgeschwindigkeit von 135 km/h, mehr ist nicht drin. Schließlich soll der Wagen seine Energie nicht in Schnelligkeit, sondern in Reichweite umwandeln. Wie flott der Fahrer selbst unterwegs sein mo╠łchte, kann er anhand von den drei Fahrmodi Normal, Eco und Power einstellen. Die volle Leistung des 100-kW-Elektromotors spielt der Stromer nur im Powermodus voll aus. Dann steht auch das volle Drehmoment von 260 Newtonmetern zur Verfu╠łgung, und der Wagen zieht ordentlich an. Beim Normal-Modus leistet der Motor 80 kW und das Drehmoment sinkt auf 210 Newtonmeter. Wer sparsam unterwegs sein mo╠łchte, kann sich im Eco-Modus mit 60 kW Leistung und 190 Newtonmeter an Drehmoment zufriedengeben. Spaß macht es auch, wa╠łhrend der Fahrt einmal die Modi durchzuschalten, weil der Fahrer so den besten Eindruck von der jeweiligen Leistung bekommt. Klar ist, dass mit mehr Leistung die Reichweite der 50-kWh-Batterie schnell schrumpft, aber gerade mit einem voll beladenen Wagen macht der Power-Modus Sinn.

Berlingo-e: Der Nu╠łtzliche

Mit dem Doppelwinkel als Markenlogo: der Citroën Berlingo-e Foto: ┬ę Citro├źnMit dem Doppelwinkel als Markenlogo: der Citroën Berlingo-e Foto: ┬ę Citro├źn

Bei der Marke mit dem Doppelwinkel la╠łuft der Stromer unter dem Namen Citroe╠łn Berlingo-e. Hier zeigt sich das Fahrwerk etwas straffer abgestimmt und geht eher Kompromisse mit der Beladung als mit dem Komfort ein. Das legt zumindest die kurze Teststrecke nahe, bei der wir uns aus einer Mischung aus Landstraße, Autobahn und Sta╠łdten und Do╠łrfern bewegen. An Bord ist etwas Ladung, die rund 200 Kilogramm auf die Waage bringt. Blicken wir einmal auf die Ladeleistung der Batterie. Man kann den Kastenwagen an eine herko╠łmmliche Haushalts-Steckdose ha╠łngen. Bei dem einphasigen Laden mit 1,8 kW kann man sich auf eine Wartezeit von 31 Stunden und zehn Minuten einstellen, bis eine leere Batterie wieder vollen Fu╠łllstand anzeigt. Bei 3,7 Kilowatt reduziert sich die Ladezeit auf 15 Stunden und fu╠łnf Minuten, bei 7,4 kW und dreiphasigem Laden reichen siebeneinhalb Stunden. Schnellladen geht auch: Bei 100 kW reichen die beru╠łhmten 30 Minuten, bis die Batterie auf 80 Prozent ist. Und klar: Unterwegs sollte man seinen Stromer nie vollladen, da die restlichen 20 Prozent dann ihre Zeit brauchen.

Fu╠łr Gewerbetreibende du╠łrfte zudem interessant sein, dass sie mit Hilfe eines Adapters sogar den Strom aus dem Auto wieder herausbekommen: Sie ko╠łnnen dann Endgera╠łte anschließen, von kabelgebundenen Werkzeugen bis hin zu Scheinwerfern oder auch mal eine Kaffeemaschine (was in der Personenvariante fu╠łr Privatpersonen eine interessante Alternative sein du╠łrfte). Eine volle Batterie bedeutet nach WLTP u╠łbrigens eine Reichweite von bis zu 278 Kilometern – und das ist deutlich mehr, als Gewerbetreibende im Schnitt am Tag fahren.

Damit eignet sich der Lieferwagen vor allem fu╠łr alle, die im Citybereich unterwegs sind. Denn hier spielt der Stromer seine Wendigkeit voll aus und gla╠łnzt mit seiner Emissionsfreiheit. Das zeigt sich gerade in den engen Straßen der Do╠łrfer, durch die uns die Routen fu╠łhren. Preislich liegen alle Modelle im Rahmen von knapp unter 30.000 Euro netto. Das Entscheidende bei der Preisgestaltung ist natu╠łrlich die u╠łppige Fo╠łrderung, mit der der Gesetzgeber, aber auch die Autoindustrie, zum Umstieg auf die Elektromobilita╠łt bewegen mo╠łchte. Der Zuschuss vom Bund und vom Hersteller kommt auf etwas u╠łber 9.000 Euro, womit sich das Fahrzeug auf lange Sicht rechnet. Fu╠łr die im gewerblichen Bereich durchschnittlich zuru╠łckgelegten Kilometer ist das Modell vo╠łllig ausreichend: 80 Prozent aller Gewerbetreibenden legen ta╠łglich eine Strecke von unter 200 Kilometern hin.

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Text: / handwerksblatt.de

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