Der Porsche Taycan 4S ist derzeit der g√ľnstigste Elektro-Sportwagen aus Zuffenhausen.

Der Porsche Taycan 4S ist derzeit der g√ľnstigste Elektro-Sportwagen aus Zuffenhausen. (Foto: ¬© Porsche)

Porsche Taycan 4S: Gelungene Basis

Mit dem Taycan brachte Porsche den ersten rein elektrischen Sportwagen auf den Markt. Neu ist die Einstiegsvariante Taycan 4S. Wir haben das Basismodell ausprobiert.

Elektroautos gibt es viele – vom Kleinwagen bis hin zum großen SUV. Doch spätestens seit dem Porsche Taycan kommen auch ausgeprägte Fahrdynamiker auf ihre Kosten. Doch sind die beiden Topmodelle mit Turbo sowie Turbo S (die natürlich keinen Turbolader haben, sondern schlichtweg nur so heißen) wahrlich keine Schnäppchen. Exakt 128.584 Euro, beziehungsweise 156.584 Euro (alle Preise netto) rufen die Zuffenhausener für die beiden Elektro-Sportler auf. Dagegen ist das Basismodell Taycan 4S mit gerade einmal 90.000 Euro fast schon ein Schnäppchen und im Vergleich zum 761 PS starken Taycan Turbo S um gut 67.000 Euro günstiger. Lohnt sich das Knausern mit dem aktuellen Basismodell, sofern das Budget mitspielt?

Taycan 4S in zwei Akkugrößen lieferbar

Die maximale Leistung beim Taycan 4S liegt bei strammen 530 PS. Foto: © PorscheDie maximale Leistung beim Taycan 4S liegt bei strammen 530 PS. Foto: © Porsche

Wie bei seinen kräftigeren Brüdern verfügt auch der Taycan 4S über Allradantrieb. Doch beträgt die Leistung der beiden E-Motoren beim kleineren Stromer nur bescheidene 435 PS. In Verbindung mit seiner Overboost-Funktion lassen sich jedoch kurzfristig 530 PS abrufen. Neben der geringeren Power gegenüber den Turbo-Modellen betrifft eine Besonderheit die Akkus, da Porsche das Einstiegsmodell Taycan 4S in zwei unterschiedlichen Batteriegrößen anbietet. Serienmäßig verfügen die Lithium-Ionen-Akkus über eine Kapazität von 79,2 Kilowattstunden. Mit ihrer Energie schafft es der Taycan 4S auf maximal 408 Kilometern nach der WLTP-Norm.

Gegen Zuzahlung von 5.600 Euro liefert Porsche den Taycan 4S auch mit der sogenannten Performance Batterie Plus. Das kräftigere Speicherdepot stammt aus den beiden stärkeren Taycan-Modellen und bringt es auf 93,4 kW, dementsprechend erhöht sich die Reichweite auf bis zu 464 Kilometer. Darüber hinaus steigt mit der Performance Batterie Plus die Leistung beim 4S auf 490 PS, im Overboost-Modus schiebt der Elektro-Porsche sogar mit stolzen 571 PS an. Das macht ihn im Endeffekt aber nicht wirklich schneller. Sowohl mit der serienmäßigen Batterie wie auch mit dem Performance-Plus-Paket beschleunigen beide Varianten in flotten 4,0 Sekunden von Null auf Tempo 100 und erreichen jeweils eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Zum Vergleich: Der Taycan Turbo S benötigt für den gleichen Sprint ultraschnelle 2,8 Sekunden. Seine Topspeed liegt mit 260 km/h jedoch nur minimal höher, weil dann die Elektronik zugunsten der Reichweite einen schützenden Riegel vorschiebt.

Innen eine digitale Kommandozentrale

Den Fahrer erwartet ein Armada an Digital-Displays im Elektro-Porsche. Foto: © PorscheDen Fahrer erwartet ein Armada an Digital-Displays im Elektro-Porsche. Foto: © Porsche

Also rein in den Taycan 4S und los. Im Innenraum gibt es keine Unterschiede, daher blickt der Fahrer genauso wie bei den Topmodellen Turbo oder Turbo S auf ein hochmodernes, digitalisiertes Cockpit. Direkt vor ihm befindet sich ein 16,8 Zoll freistehendes Kombiinstrument. Die drei Hauptinstrumente im Display sind individuell konfigurierbar und statt eines herkömmlichen Drehzahlmessers gibt es ein Powermeter als Leistungsanzeige. Rechts vom Piloten sitzt das Multimediasystem, eine Etage tiefer ein Monitor für die Klimaautomatik, das Entertainment oder die Ladefunktionen. Auf einem weiteren Display kann der Copilot seine Musikwünsche oder etwa das Navi-Ziel direkt eingeben. Da sich die Akkuspeicher über den gesamten Fahrzeugboden verteilen, sitzt man im Taycan nicht ganz so tief wie etwa in einem konventionellen Porsche 911er. Was aber nicht wirklich ein Nachteil ist. Der Einstieg in den Taycan gelingt um einiges galanter als in den 911 und hinter dem Lenkrad ist sofort eine optimale Position gefunden. Das passt.

Auch im Basis-Taycan presst es einen ordentlich in die Sitze und die Performance, die der E-Porsche beim Tritt aufs Fahrpedal bietet, ist enorm. Okay, der 4S drückt nicht ganz so extrem vehement wie seine stärkeren Brüder nach vorn, doch bereitet auch der kleinere Antrieb jede Menge Fahrspaß. Die Fahrleistungen, die der 4S bietet, sind beindruckend und denen von anderen Fahrzeugen weitaus überlegen. Er sprintet schon ab der ersten Umdrehung los als gäbe es kein Morgen. Spätestens bei der Fahrdynamik liegt der Taycan 4S aber wieder mit seinen Brüdern auf dem gleich hohen Niveau. Während der Allradantrieb für einen scheinbar nie zu enden wollenden Grip sorgt, raubt einem die hohe Querdynamik, die der E-Porsche auf kurvigem Terrain aufbaut, fast den Atem. Der Taycan 4S lenkt messerscharf ein und bleibt sehr lange neutral. Kritische Reaktionen sind ihm fremd, er verhält sich stets sicher und berechenbar. Dass der E-Porsche darüber hinaus noch reichlich Nehmerqualitäten mitbringt, beweist sein überraschend geschmeidiger Abrollkomfort auf schlechten Straßen.

Mit seinen gleichermaßen sportlichen wie komfortablen Eigenschaften eignet er sich für den Alltag oder etwa auch für die Langstrecke. Zumal das Aufladen an einem Super-Charger gewohntermaßen schnell geht. So sind die Speicherzellen in flotten 22,5 Minuten zu 80 Prozent wieder befüllt. Neu ist hierbei die Plug & Charge-Funktion. Hat der Taycan-Kunde einmal seine Zahlungsdaten bei Porsche hinterlegt, erfolgt das Laden und Bezahlen ohne Karte oder App, da die schnellen Ladesäulen den Taycan beim Einstöpseln automatisch erkennen und die Beträge genauso automatisch vom Kunden-Konto abbuchen.

Die Unterschiede liegen im Detail

Im Vergleich zu den Topmodellen sind die optischen Unterschiede beim Taycan 4S gering. Foto: © PorscheIm Vergleich zu den Topmodellen sind die optischen Unterschiede beim Taycan 4S gering. Foto: © Porsche

Auch optisch unterscheidet sich der Taycan 4 S von seinen stärkeren Brüdern kaum. Zu erkennen gibt sich das kleinere Modell lediglich an der in schwarz gehaltenen Frontschürze sowie dem Diffusor im Heck. Weitere Hinweise auf das Einstiegsmodell sind die kleineren 19-Zoll-Räder sowie den rot lackierten Bremssätteln. Die Sechskolben-Bremsanlage nimmt vorne 360 Millimeter große Bremsscheiben in die Zange, hinten gibt es Vierkolben-Sättel in Verbindung mit 358 Millimeter großen Scheiben. Selbstverständlich lässt sich das kleine Modell genauso umfangreich aufrüsten wie seine stärkeren Brüder. Angefangen bei größeren Felgen, über die Allradlenkung, die Luftfederung bis hin zur aktiven Wankstabilisierung. Diese Extras sind besonders für sportlich ambitionierte Fahrer empfehlenswert, da sie den Taycan spürbar schärfen, um ihn noch handlicher und sportlicher machen.

Das wahre Einstiegsmodell kommt im nächsten Sommer

Doch die Zeiten für das aktuelle Einstiegsmodell Taycan 4 S sind bereits gezählt. Bereits Mitte 2021 schiebt Porsche das eigentliche Basismodell hinterher. Beim künftig kleinsten Modell mit der schlichten Bezeichnung Taycan schmilzt die Leistung auf 300 kW beziehungsweise 408 PS zusammen. Auch befindet sich statt zwei nur noch ein Elektromotor an Bord, daher gibt es anstelle von Allrad auch erstmals einen reinen Heckantrieb. Damit beschleunigt der Basis-Taycan in 5,6 Sekunden auf 100 km/h und läuft bis zu 230 km/h schnell. Der Grundpreis für das neue Taycan-Einstiegsmodell bei knapp unter 85.000 Euro liegen.

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: