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Zehn "heiße" Sommer-Tipps für Autofahrer

Das Auto bei Temperaturen von weit über 30 Grad schnell zum Backofen. Pralle Sonne und aufgeheizter Asphalt stellen Auto und Autofahrer auf eine harte Probe.

Die Experten der Kfz-Innungen geben Tipps für das entspannte und sichere Autofahren. Ausreichend Kühlwasser, Scheibenflüssigkeit und Öl sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Was man in den heißen Monaten beachten sollte!

1. Kühlwasser nachfüllen oder austauschen?

Ist das Kühlmittel zu alt, können sich gerade bei Sommerhitze kleinste Partikel lösen und an anderen Stellen im Kühlkreislauf festsetzen. Das kann den Wasserkreislauf verstopfen und den Motor überhitzen. Sofern der Hersteller im Wartungsplan nichts anderes vorschreibt, empfiehlt sich ein Austausch etwa alle zwei Jahre. Der Pegel des Kühlwassers im Ausgleichsbehälter sollte immer zwischen Minimum und Maximum stehen. Da sich das Kühlwasser in einem geschlossenen Kreislauf bewegt, verdunstet es nicht. Wird es dennoch weniger, muss daher ein Leck entstehen, und der Wagen gehört in den Kfz-Meisterbetrieb. Wer stattdessen immer wieder Wasser nachfüllt, riskiert, dass mit dem Nass auch Sauerstoff ins System gelangt, was wiederum Stahl rosten lässt. 

2. Erst hinschauen, dann Wischwasser einfüllen 

Wenn die Sonne blendet, sind saubere Windschutzscheiben das A und O. Beim Füllen des Wischwasserbehälters heißt es genau hinschauen, damit es zu keiner Verwechslung, etwa mit dem Kühlerwasser kommt. Der Deckel des Wischwasserbehälters ist bei vielen Modellen mit einer Windschutzscheibe gekennzeichnet. Wasser allein reicht nicht aus, um die Windschutzscheibe zu reinigen. Die Auto-Experten empfehlen ein Scheibenreinigerkonzentrat und geben zusätzlich den Tipp, zuerst das Wasser und anschließend das Konzentrat einzufüllen. 

3. Öl reinigt und kühlt den Motor

Was viele nicht wissen: Motoröl hat auch die Aufgabe, Motorteile zu kühlen, die ihre Wärme nicht unmittelbar an das Kühlwasser abgeben können. Dazu darf das Motoröl auch bei sehr hohen Temperaturen nicht so dünnflüssig werden, dass der Schmierfilm etwa an der Kurbelwelle "reißt" und sich metallische Flächen berühren. Für den Ölwechsel sollten die von den Fahrzeugherstellern vorgegebenen Wechselintervalle unbedingt eingehalten werden. 

4. Was heißt eigentlich ATF? 

Wenn die Warnlampen der Instrumente mit ATF (Automatic Transmission Fluid), A/T oder mit Getriebe- oder Zahnradsymbolen aufleuchten, kennzeichnet dies ein Störung am Automatikgetriebe. In aller Regel braucht sich der Fahrer um das Automatik-Getriebeöl nicht zu kümmern, das übernimmt bei der Inspektion der Kfz-Meisterbetrieb. Sollte bei Gespannfahrten mit Anhänger oder bei hohen Temperaturen im Gebirge das Automatik-Getriebeöl dennoch überhitzen, hilft die Bedienungsanleitung weiter: In der Regel sollte man anhalten und den Motor abstellen, damit sich die Ölfüllung abkühlen kann – solange, bis die Warnlampe erlischt. Allerdings raten auch einige Hersteller dazu, den Motor in Gangstellung "P" weiterlaufen zu lassen.

5. Prima Klima statt Backofen 

Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass das richtige Klima im Auto ein Sicherheitsfaktor ist. Klettert die Innentemperatur von 22 auf 40 Grad, steigt das Unfallrisiko um rund 30 Prozent, weil die Konzentration nachlässt. Die "Wohlfühltemperatur" liegt zwischen 21 und 23 Grad Celsius. Autofahrer sollten darauf achten, die Anlage nicht zu kalt einzustellen und den Luftstrom nicht direkt auf Körperpartien zu richten. Jährlich gehen bis zu zehn Prozent des Kältemittels aus dem Klimasystem verloren. Dadurch kann die Kühlleistung bereits nach drei Jahren deutlich nachlassen. Die Experten empfehlen einen jährlichen Check der Schlüsselkomponenten der Klimaanlage.

6. Tanken, aber bitte nicht ganz voll 

Bei hochsommerlichen Temperaturen kann sich der Kraftstoff durchaus erwärmen und ausdehnen. Ist der Tank restlos gefüllt und das Auto steht in der Hitze, kann der Kraftstoff durch Entlüftungsrohr oder Tankdeckel auslaufen. Wer allerdings zur großen Reise startet und unverzüglich losfährt, kann durchaus "einmal voll laufen lassen". 

7. Bei überhitztem Motor die Heizung aufdrehen 

Bruthitze und kilometerlanger Stau kann auch den Kühler überfordern. Generell nimmt die Kühlflüssigkeit die Wärme im Motor auf und gibt sie über den Kühler wieder ab. Funktioniert der Kühlkreislauf nicht richtig, beginnt die Flüssigkeit bei etwa 120 Grad Celsius zu kochen und der Zeiger am Armaturenbrett wandert in den roten Bereich. Jetzt ist ein kühler Kopf zu wahren: schnellstmöglich anhalten und im Leerlauf Heizung und Gebläse voll auf Touren zu bringen, so dass die Hitze entweicht. Wichtig: Auf keinen Fall den Behälter mit der Kühlflüssigkeit öffnen, denn das kochende Kühlmittel steht unter Druck und kann schwere Verbrennungen verursachen. Erst abkühlen lassen, dann Kühlflüssigkeit nachfüllen und auf dem schnellsten Weg den nächsten Kfz-Meisterbetrieb ansteuern, um der Ursache für den Hitzestau auf den Grund zu gehen.

8. Die richtige Gummimischung macht's 

Sommerhitze und aufgeheizter Asphalt machen das Reifengummi geschmeidiger. Daher haben Sommerreifen einen geringeren Anteil an Naturkautschuk als Winterpneus und das Gummi ist härter, was gute Bodenhaftung, Stabilität und geringeren Abrieb gewährleistet. Viele Autofahrer fühlen sich bei hohen Temperaturen und trockenen Straßen sicherer und geben Gas. Die harte Gummimischung der Sommerreifen ermöglicht ein hohes Tempo, aber mit der falschen Bereifung kann das zum Verhängnis werden. 

9. Lebensretter Verbandkasten checken 

Der Verbandkasten im Auto führt oft ein Schattendasein. Selten wird er kontrolliert, und wenn man ihn im Notfall braucht, fehlt manches oder der Inhalt ist überaltert. Besonders nach den Rekordtemperaturen im Sommer empfiehlt sich eine gründliche Kontrolle. Denn hohe Temperaturen spielen dem Material mit.

10. Nicht nur auf den Schatten verlassen 

Beim Parken nicht auf Schatten spendende Bäume verlassen, denn die Sonne wandert weiter. Silberbeschichtete Matten auf der äußeren Windschutzscheibe reflektieren die Hitze und die Windschutzscheibe erwärmt sich nicht so stark. Alternativ kann eine Sonnenschutzblende aus Karton unter der inneren Windschutzscheibe die Hitze fernhalten. Heruntergeklappte Sonnenblenden minimieren die Strahlung auf das Armaturenbrett. Kindersitze mit einem Tuch abdecken, denn direkte Sonneneinstrahlung kann den Bezugsstoff aufheizen. Sicherheitshalber mit der Hand die Temperatur überprüfen, bevor das Kinder hineingesetzt wird. Selbst bei einem kurzen Halt dürfen Kleinkinder niemals allein im Auto zurückgelassen werden.

Text: / handwerksblatt.de

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