Den neuen Peugeot 208 gibt es auch als Elektrovariante.

Den neuen Peugeot 208 gibt es auch als Elektrovariante. (Foto: © Peugeot)

Peugeot 208: Kleiner Löwe brüllt auch ganz leise

Der neue Peugeot 208 betört mit einem attraktiven Design sowie mit vielen Fahrerassistenten. Und: Es gibt ihn auch als vollwertiges Elektroauto.

Ja, der neue Peugeot 208 ist ein richtig schicker und mit seinen wohlgeformten Proportionen ist er unter den praktischen Kleinwagen eine reine Augenweide. Der ausschließlich als Fünftürer angebotene Franzose möchte aber nicht nur mit seinem betörenden Design die Herzen im Sturm erobern. Er bietet enorm viel Sicherheit und kann sowohl mit konventionellen Motoren wie auch einem rein elektrischen Antrieb bestellt werden. In der kleinsten Ausführung mit einem 75 PS starken Benziner ist der Peugeot 208 ab 13.017 Euro (alle Preise netto) zu haben. Zusammen mit seinem 136 PS-Elektromotor kostet der Franzose mindestens 25.588 Euro.

Ein absoluter Eyecatcher

Mit seiner markanten Formgebung setzt der Peugeot 208 völlig eigene Akzente. Foto: © PeugeotMit seiner markanten Formgebung setzt der Peugeot 208 völlig eigene Akzente. Foto: © Peugeot

Die technische Grundlage für den 208 liefert eine neue Plattform, auf der auch der Konzernbruder Opel Corsa steht. Der Rüsselsheimer ist nahezu zeitgleich mit dem Peugeot 208 gestartet und wird ebenfalls als Stromer angeboten. Der Vorteil der neuen, modularen Architektur liegt klar auf der Hand: Egal ob mit Verbrennmotor oder mit reinem E-Antrieb, das Platzangebot bleibt immer gleich.

Optisch ist der neue Peugeot 208 schon mal ein absoluter Eyecatcher. Er wirkt nicht mehr so zierlich wie sein Vorgänger, sondern mimt mit seinen extrem kurzen Überhängen den Verführer. Insgesamt wirkt der kleine Löwe jedoch wesentlich aggressiver als der Corsa. Hinzu kommt beim 208 sein markantes Tagfahrlicht in "Drei Krallen-Optik". Weitere Akzente setzen die dreigeteilten Rückleuchten, die in einer durchgängig schwarzen Blende eingebettet wurden.

Digital-Instrumente in 3D-Optik

Bei der 3D-Darstellung werden alle wichtigsten Informationen hervorgehoben. Foto: © PeugeotBei der 3D-Darstellung werden alle wichtigsten Informationen hervorgehoben. Foto: © Peugeot

Auch in seinem Innenraum bietet der Franzose Extravagantes. Das sogenannte i-Cockpit mit den weit oben positionierten Instrumenten und dem sehr kleinem Lenkrad kennen wir bereits aus anderen Peugeot-Modellen. Neu sind jedoch die digitalen Instrumente, die bei den Topvarianten Allure und GT dreidimensional dargestellt werden. Alle wichtigen Informationen, wie etwa die gefahrene Geschwindigkeit oder die Navi-Karte rücken hierbei eine Ebene nach vorne und scheinen dabei frei auf der Anzeige zu schweben. An die neue 3d-Optik hat man sich schnell gewöhnt und empfindet sie als angenehm.

Weniger schön ist jedoch, dass sich das digitale Kombiinstrument nicht bei jeder Körpergröße gleich gut ablesen lässt. Beim 1,86 Meter großen Tester waren gut die Hälfte der Anzeigen vom Lenkrad verdeckt – trotz eines nach oben und unten hin abgeflachten Volants. Da ist es nur gut zu wissen, dass die einfacheren Versionen namens Like und Active serienmäßig mit klassischen Analog-Instrumenten anrollen.

Touchscreen mit kleinen Tücken, jedoch modern vernetzt

Der Multimedia-Touchscreen im Peugeot ist bis zu 10 Zoll groß. Foto: © PeugeotDer Multimedia-Touchscreen im Peugeot ist bis zu 10 Zoll groß. Foto: © Peugeot

Gut erreichbar und im direkten Blickfeld des Fahrers befindet sich der weit oben angeordnete Multimedia-Touchscreen. In seiner besten Ausführung misst er zehn Zoll und kann alternativ über die darunter liegenden Schnellwahltasten angesteuert werden. Da der 208 in seinem Innenraum aber weitgehendst auf weitere Schalter und Knöpfe verzichtet, muss der Monitor auch zur Einstellung der Heizung und Lüftung herhalten. Das nervt insbesonders zugempfindliche Handwerker, da die Klimaautomatik unaufgefordert die Gebläsestärke selbsttätig nachregelt.

Aber der Franzose hat auch seine gute Seiten, wie beispielsweise in Sachen Konnektivität. So können Smartphones spielend einfach mit dem Multimedia verbunden und zum Aufladen dienen neben einer induktiven Ladestation in der Mittelkonsole bis zu vier weitere USB-Anschlüsse. Einer davon akzeptiert sogar das schnellere USB-C-Format. Gefallen findet außerdem die vielen Fahrerassistenten, die der Peugeot schon serienmäßig mitbringt. Angefangen beim radargestützten Tempomaten, der den Abstand zum Vordermann stetig einhält, über den Spurhalter mit aktivem Lenkungseingriff, bis hin zur halbautomatischen Einparkhilfe. Unter den Kleinwagen ist das längst nicht selbstverständlich.

Kein Raumwunder, besonders im Fond

Die Abmessungen haben sich nur geringfügig verändert, doch steht der Peugeot 208 auf einer neuen Plattform. Foto: © PeugeotDie Abmessungen haben sich nur geringfügig verändert, doch steht der Peugeot 208 auf einer neuen Plattform. Foto: © Peugeot

Gegenüber seinem Vorgänger wuchs der 4,06 Meter kurze Franzose um einige Zentimeter. Lediglich die Dachlinie verläuft jetzt im neuen 208 etwas flacher. Vorne gibt es genügend Bewegungsfreiheit und auf dem weich gepolsterten Mobiliar sitzt es sich bequem. Hinten fällt das Platzangebot dagegen spürbar geringer aus.

Besonders großen Mitfahrern fehlt es an ausreichend Knieraum und die Luft über den Köpfen ist arg dünn. Das können andere Wettbewerber bei weitem besser. Als Klassendurchschnitt und vollkommen alltagstauglich erweist sich dagegen das Gepäckabteil mit seinen 265 Litern. Nach dem Umklappen der Rücksitzlehen stehen bis zu 1.106 Liter zur Verfügung.

Drei Benziner, ein Diesel sowie ein Stromer

Der Elektro-208 besitzt eine Schnellladefunktion mit der die Akkus in nur 30 Minuten zu 80 Prozent wieder befüllt sind. Foto: © PeugeotDer Elektro-208 besitzt eine Schnellladefunktion mit der die Akkus in nur 30 Minuten zu 80 Prozent wieder befüllt sind. Foto: © Peugeot

Neben den bewährten Antrieben mit drei oder vier Zylindern setzt Peugeot auch auf die Elektrovariante, die mit einer Leistung von 100 kW (136 PS) die derzeitige Topmotorisierung markiert. Laut WLTP-Norm soll der e-208 bis zu 340 Kilometer weit kommen. Das ist vom Aktionsradius sehr ordentlich. Ebenso soll das Aufladen der 50 kWh starken Akkus fix erledigt sein. So füllt sich das Speicherdepot an einer schellen 100 kW-Ladestation in nur 30 Minuten zu 80 Prozent wieder auf. An einer Wallbox hängt der elektrische 208 dagegen fünf Stunden und 15 Minuten an der E-Leine.

Am längsten benötigt aber das Stromzapfen an einer Haushaltssteckdose. Mit 230 Volt Spannung vergehen 16,3 Stunden, also gleich zwei lange Arbeitstage. Viel zu lang, da stöpseln Handwerker den Stromer lieber direkt ans Schnellladenetz. Typisch bei einem Elektroauto ist die forsche Kraftentfaltung. Schließlich steht das gesamte Drehmoment schon bei der ersten Umdrehung der E-Maschine bereit.

Hier macht auch der Peugeot keine Ausnahme und legt mit einem sanften Tritt aufs Fahrpedal eindrucksvoll los. Jetzt schieben 260 Newtonmeter an und drücken rund 1,5 Tonnen Gewicht leise surrend nach vorn. Flotte Überholmanöver erledigt der e-208 mit Bravour und dank seiner zielgenauen Lenkung bleibt auch der Fahrspaß nicht auf der Strecke.

Der Elektro-Peugeot ist straff

Der straff gefederte Franzose fährt sich handlich Foto: © PeugeotDer straff gefederte Franzose fährt sich handlich Foto: © Peugeot

Gleiches gilt für das straffe Fahrwerk, mit dem der Franzose handlich durch die Kurven eilt. Auf schlechten Straßen federt der e-208 allerdings recht hölzern und bei unserer sportlichen Gangart sinkt die versprochene Reichweite noch drastisch ab, auf nur noch 160 Kilometer.

Deshalb schonen wir die platzsparend im Fahrzeugboden verteilten Lithium-Ionen-Akkus nun und legen den Wählhebel von D nach B um. In der Fahrstufe B wird die meiste Energie zurückgewonnen und durch das ständige Rekuperieren im Schiebebetrieb das Speicherdepot wieder aufgeladen. Wer möglichst weit kommen will, wählt dagegen den Eco-Modus, der aber die Leistung reduziert.

Nicht minder spritzig: der Benziner mit 131 PS

Der 131 PS-Benziner ist schneller, preislich liegt der Elektro-208. jedoch leicht im Vorteil Foto: © PeugeotDer 131 PS-Benziner ist schneller, preislich liegt der Elektro-208. jedoch leicht im Vorteil Foto: © Peugeot

Unter den konventionellen Antrieben ist der 131 PS starke Benziner der kräftigste Motor im Programm und von der Leistung her genauso stark wie die Elektrovariante. Seine serienmäßige Automatik ist ein Novum im Kleinwagensegment, da sie über acht Fahrstufen verfügt. Im Vergleich zum Stromer geht der Dreizylinder nicht ganz so antrittsstark zur Sache, dennoch bietet er lebendige Fahrleistungen auf gleich hohem Niveau. Die Automatik im Dreizylinder-Benziner arbeitet sanft. Die Lenkung agiert genauso präzise wie in dem alternativen Stromer und das Fahrwerk gibt sich ähnlich straff.

Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, wird den 136 PS-Benziner bevorzugen, denn mit einer Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h kann der auf 150 km/h begrenzte Stromer nicht mithalten. Preislich wendet sich jedoch das Blatt: Peugeot ruft für den 131 PS starken 1,2-Liter-Benziner exakt 19.748 Euro auf, der elektrifizierte 208 beginnt dagegen erst bei 25.588 Euro. Zieht man allerdings die 6.000 Euro Umweltbonus ab, ist der Stromer unter dem Strich sogar um 160 Euro günstiger.

Text: / handwerksblatt.de

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