Noch bis zum 15. März 2026 beleuchtet das Museum Folkwang in Essen das Werk der Avantgarde-Fotografin und Autorin Germaine Krull in einer umfassenden Retrospektive.
Vor allem ist die deutsch-niederländische Fotografin Germaine Krull (*1897 in Poznán (Wilda), Polen; † 1985 in Wetzlar, Deutschland) für ihre wegweisenden fotografischen Arbeiten aus den 1920er- und 1930er-Jahren bekannt.
Im Zuge der Retrospektive "Germaine Krull: Chien Fou"* ehrt das Essener Museum Folkwang die Künstlerin jedoch nicht "nur" als Protagonistin der fotografischen Avantgarde, sondern widmet sich ebenso ihrer Tätigkeit als Autorin. Parallel zu ihren Fotografien schuf Krull in den späten 1920er-Jahren nämlich zahlreiche autobiografische und autofiktionale Texte, Reportagen, politische Berichte sowie literarische Erzählungen. In der Ausstellung werden rund 400 Fotografien, Texte, Dokumente und audiovisuelle Materialien aus dem reichhaltigen Nachlass, den das Museum Folkwang seit 1995 bewahrt, präsentiert.
*'Chien Fou' (auf Deutsch 'verrückter Hund‘) ist das Alter Ego Krulls und zugleich Titel ihres ersten autofiktionalen Werks von 1934. Mit diesem Verweis möchte die Schau Krull als eigenständige Stimme in einem bewegten Jahrhundert in den Vordergrund rücken.
Chronistin eines bewegten Jahrhunderts
Von ihrer fotografischen Ausbildung im München der 1910er-Jahre bis hin zu ihren bahnbrechenden Fotografien aus der Zwischenkriegszeit – im Fokus der Schau stehen alle Phasen des fotografischen Schaffens Krulls, darüber hinaus werden detaillierte Einblicke in ihre Tätigkeit als Textautorin und Chronistin des 20. Jahrhunderts gegeben.
Indem Krulls Texte und Fotografien in einen direkten Dialog gesetzt werden, macht die Schau ihr Selbstverständnis und -bewusstsein als Künstlerin, Denkerin und Frau sichtbar. Dabei wird klar deutlich, wie äußere Umstände – insbesondere der Zweite Weltkrieg – das Leben und Schaffen der Künstlerin prägten, welche schließlich eine bewusste Abkehr von Europa vollzog, um in Thailand und Indien neue Lebensmittelpunkte zu finden.
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Über die Ausstellung und darüber hinausGermaine Krull: Chien Fou Autorin und Fotografin bis 15. März 2026
Die Publikation "Germaine Krull. Chien Fou. Ausgewählte Texte" erscheint begleitend zur Ausstellung. In dem rund 320 Seiten umfassenden Buch werden Fotografien mit vielfach neu erschlossenen Texten Krulls in deutscher, englischer und französischer Sprache verknüpft.
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