Besucher können bei einer Führung die frisch renovierte Skisprungschanze zwei Stunden lang aus nächster Nähe betrachten.

Besucher können bei einer Führung die frisch renovierte Skisprungschanze zwei Stunden lang aus nächster Nähe betrachten. (Foto: © GaPaTourismus/Marc Gilsdorf)

Garmisch-Partenkirchen geht immer!

Panorama - Reise

Handwerk und die Leidenschaft der Menschen prägen Garmisch-Partenkirchen, von Einwohnern auch GaPa genannt. Tauchen Sie ein in einen Ort zwischen Moderne und Tradition.

Natürlich. Garmisch-Partenkirchen. Das Neujahrsspringen gehört zum 1. Januar wie der Sekt an Silvester. Doch so ganz nebenbei bemerkt: Garmisch-Partenkirchen entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als ein Postkartenidyll an 365 Tagen.

GaPa, wie die Einwohner die Marktgemeinde kurz und knackig nennen, liegt eingebettet zwischen dem Wettersteinmassiv und Karwendel, zu Füßen der 2.962 Meter hohen Zugspitze. Die Region besticht nicht nur mit einer eindrucksvollen Berglandschaft. Malerische Seen und grünen Oasen laden Erholungssuchende zum Verweilen ein.

Nur 90 Kilometer von München entfernt finden Sportler winters wie sommers ein Wunderland zum Klettern, Wandern und Walken. Den klimatischen Bedingungen in dem heilklimatischen Kurort werden sogar wahre Wunder nachgesagt. Kulinarisch setzt die Marktgemeinde noch eins drauf: vom einfachen Schmankerl bis zu Sterneküche sind die Gipfel des Hochgenusses selbst für unsportliche Menschen erreichbar.

Die Multitalente aus der Bergregion

Das, was die Bergregion so speziell macht, sind sicherlich ihre Menschen. Echte Typen und Multitalente, wie Marco Wanke und seine Freunde, die "Dudes", eine Gruppe PS-begeisterter Schrauber. Jeder ein Fan der 50er Jahre. Ihr Lebensstil ein Gesamtpaket. Mit stylischen Outfits und chromblitzenden Oldtimern rocken sie begeistert das Leben. Viele Handwerker gehören der Gruppe an. Über ihren Spezel Wanki sagen sie: "Marco ist der Mann, der bei den Dudes nichts kann. Aber eines kann er gut! Leute zum Lachen bringen und unterhalten."

Immer für eine Idee gut

Marco Wanke, Mann der tausend Ideen Foto: © Thomas SeerMarco Wanke, Mann der tausend Ideen Foto: © Thomas Seer

Und das mit Bravour. Als TV-Moderator ist Marco Wanke in der Welt der Motoren, des Whiskeys und der Zigarren unterwegs. Kaum zurück aus den Kölner Fernsehstudios, ist er in GaPa Hansdampf und der Mann der tausend Ideen.

Auf seine Kreativität ist das "Fest in Weiß" zurückzuführen. Jedes Jahr lockt das Gaumenfest über 1.200 Feinschmecker an. Geboren in Partenkirchen kennt der 39-Jährige wahrscheinlich jeden der über 26.000 Einwohner auf beiden Seiten der Partnach. Und alle kennen ihn!

GaPa bildet eine Einheit

Ja, es gibt sie noch, die emotionale Grenze im Herzen der Garmischer und Partenkirchener. 1936 war es eine politische Entscheidung, beide Orte vor den olympischen Winterspielen zusammenzulegen. Der munter sprudelnde Fluss Partnach bildet seitdem die unsichtbare Grenze zwischen Garmisch, dem Ortsteil mit der modernen Einkaufsmeile, und Partenkirchen, mit der Ludwigstraße.

Die historische Einkaufsstraße glänzt mit ihren bezaubernden Lüftlmalereien an den hübschen Häusern. "Es hat aber auch Vorteile", lacht Marco. Es gibt zwei Feuerwehren, zwei Volkstrachtenvereine und zwei Festzeltwochen mit feschen Schuhplattlern und starken Burschen beim großen Steinheben.

Insidertipps um die Ecke

Florian Nagel kennt sein GaPa aus dem Effeff. Foto: © Josef HexmannFlorian Nagel kennt sein GaPa aus dem Effeff. Foto: © Josef Hexmann

Wer aber lieber das andere, noch nicht so bekannte Garmisch sucht, findet mit ­Florian Nagel den Mann mit den besten Insidertipps. Mit dem Motto "Geschmackssache statt Einheitsbreit" betreibt er gleich um die Ecke der Garmischer Einkaufsmeile die Kaffeebar "Centro". Eingerichtet mit Retromöbeln und Designstücken hat Mister Bohne stets ein Tipp zur Hand. Einen Plausch bei Flo mit einer Tasse herrlich würzigen Kaffees lohnt sich also immer.

Made in Garmisch

Nic Nagel ist in der Hot-Rod-Szene sehr bekannt Foto: © Josef HexmannNic Nagel ist in der Hot-Rod-Szene sehr bekannt Foto: © Josef Hexmann

Weniger um PS, vielmehr um Optik geht es bei seinem Bruder Nic Nagel. Der Designer ist nicht nur in der Hot-Rod-Szene eine Größe. Vom Vater, einem Kraftfahrzeugmechaniker, hat er die Leidenschaft fürs Schrauben geerbt.Der Sammler alter Vespas betreibt seit 2015 die Werkstatt "Nagel Motors".

Seine Philosophie: "Ich bau euch eins." Eine klare Botschaft. Nach seiner Idee und detailreichen Zeichnungen bauen die Mechaniker "Big Luzi" und "Trenki" die alten Motorradschätzchen zu begehrten High-End-Custom-Bikes um.

Die süddeutsche Antwort auf den Strandkorb

Jörg Hibler dagegen ist aus einem etwas anderem Holz geschnitzt. Hauptberuflich in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung tätig, fällt 2007 die Entscheidung, mit der eigenen Werkstatt "Holzart" wahre Lieblingsstücke zu fertigen. Vor einem Jahr hat er die Rechte an dem "Alpenkorb" erworben.

Der alpine Freisitz ist die süddeutsche Antwort auf den norddeutschen Strandkorb. "Jetzt produzieren wir die Holzkonstruktion, wie es das Handwerk verlangt", zeigt sich der patente Tischlermeister sichtlich stolz auf sein durch und durch handgefertigtes Produkt "Made in Garmisch".

Die zarte Seite GaPa's

Für Linus Kässer gibt es nichts besseres als seinen Handwerksberuf. Ausnahme: die zartschmelzenden Schokoprodukte. Foto: © Marc GildorfFür Linus Kässer gibt es nichts besseres als seinen Handwerksberuf. Ausnahme: die zartschmelzenden Schokoprodukte. Foto: © Marc Gildorf

So wie die Gapalade und Gapaline. Die zartschmelzende ortseigene Schokolade und Praline mit Alpenkräutern hat Konditormeister Linus Kässer erfunden. Damit gehört der Daniel Düsentrieb unter den Chocolatiers zu den elf ausgewählten Herstellern, die das Qualitätssiegel "Inser Hoamat" tragen dürfen.

Zehn Jahre hat der 31-Jährige in Frankreich gearbeitet. Jetzt kehrt er nach Garmisch-Partenkirchen zurück. Über 50 Pralinensorten sind im Sortiment. Jeden Monat entwickelt er in dem Familienunternehmen, der Chocolaterie "Amelie", eine Praline, wie es sie so zuvor noch nie gegeben hat.

Auf die Röstung kommt es an

Stefanie und Leonhard Wild zeigen in ihrer Showrösterei ihr handwerkliches Können Foto: © Marc GenerotzkyStefanie und Leonhard Wild zeigen in ihrer Showrösterei ihr handwerkliches Können Foto: © Marc Generotzky

Um guten, authentischen Geschmack geht es auch Leonhard "Hardi" Wild. Die Leidenschaft für hochwertigen Kaffee findet der frühere Eishockey-Profi in der eigenen Familiengeschichte. Schon Urgroßvater Leonhard Panholzer handelte in seinem Lebensmittelladen mit geröstetem Kaffee einer kleinen, feinen Kaffeerösterei. Sein starkes Konterfei ziert jetzt die Kaffeetüte mit dem Wild-Hausespresso.

Mit Ehefrau Stefanie eröffnete Leonhard Wild 2018 die gläserne Show-Rösterei. Bis zu achtmal täglich können Besucher die Entstehung eines handwerklich gerösteten Kaffees in modernsten Trommelröstern verfolgen. Es sind genau diese bemerkenswerteb Begegnungen, die einen Tag in GaPA wie im Flug vergehen lassen.

Wie gut, dass 364 Tage bleiben, eine Region zu entdecken, die mit einer gelungenen Mischung aus Moderne und Tradition, aber insbesondere mit ihren liebenswerten und charismatischen Menschen unverwechselbar ist. Auf geht’s!

 

Auskunft und Informationen über Garmisch Partenkirchen im Tourismusbüro GaPa

 

Besichtigen

Marco Wanke & friends

Florian Nagel, Centro Kaffeebar

Nic Nagel, Nagel Motors

Jörg Hibler, Holzart

Chocolaterie Amelie, Linus Kässer

Wildkaffee-Showrösterei, Hardi Wald

Im Ortsteil Partenkirchen haben sich 29 ­Betriebe, Werkstätten, Ateliers und Manufak­turen unter dem Begriff "Lebendige Werkstatt" zusammengeschlossen. Jeden Tag stehen Vorführungen und ein Blick hinter die Kulisse auf dem Programm. partenkirchen-erleben

Auswärts essen

Bayerische Gemütlichkeit gibt es im ­Restaurant Mukkefuck.

Ein traditionelles Weißwurstessen gibt es im urwüchsigen Gasthof Fraundorfer.

Tagsüber innovatives Büro und Café, abends das "Take away 4 Eck", ein ­lässiges ­Lifestyle-Restaurant. Küchenchef Sven Karge präsentiert Küche überraschend anders: mal frech, frisch, innovativ, aber immer ­nachhaltig.

Übernachten

Unweit des Bahnhofs ist das Hotel Königshof gelegen. Übernachtung im Doppelzimmer ­inklusive Frühstück ab 160 Euro pro Nacht.

Text: / handwerksblatt.de

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