Grenzpendler und Grenzgänger sollen sich auf eigene Kosten testen lassen.

Grenzpendler und Grenzgänger sollen sich auf eigene Kosten testen lassen. (Foto: © Jarun Ontakrai/123RF.com)

Corona: Sächsisches Handwerk kritisiert Testpflicht

Politik

Das sächsische Handwerk ist nicht einverstanden mit der geplanten Testpflicht bei der Einreise aus Tschechien und Polen. Sie sei in ohnehin schwierigen Zeiten eine weitere Belastung für viele kleine und mittlere Betriebe.

Ab dem 11. Januar sollen sich alle Personen, die aus Sachsen in die Nachbarländer Tschechien und Polen einreisen oder ausreisen, um zu arbeiten, einer Ausbildung nachzugehen oder um zu studieren, regelmäßig und auf eigene Kosten, zum Beispiel durch den Arbeitgeber, auf den Virus SARS-CoV-2 testen lassen – mindestens zweimal wöchentlich.

Kritik kommt aus dem Handwerk: "In einer Zeit, in der es wegen verschärfter Corona-Beschränkungen für viele kleine und mittlere Betriebe – darunter viele Handwerker – ohnehin schwer genug ist, den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten, sorgt Sachsens Landesregierung bei einem Teil der Unternehmerschaft mit der neuen Corona-Testpflicht für Berufspendler aus Polen und Tschechien zusätzlich für miese Stimmung", erklärt der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Roland Ermer.

Das Land soll die Kosten tragen

Es sei unfassbar, dass das Landessozialministerium nur per ministerieller Pressemitteilung bekanntgibt, dass sich die Betreffenden regelmäßig und auf eigene Kosten mindestens zweimal wöchentlich testen lassen müssen. Das sei ein Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen.

"Offenbar wurde in Amtsstuben wieder einmal ad hoc entschieden, ohne zugleich klarzustellen, wie das Procedere rund um die Testpflicht konkret und praktisch vonstattengehen soll", so Ermer. "Wir brauchen zum Beispiel mobile Anlaufstellen, klare Zuständigkeiten. Sollte diese Testpflicht also unumgänglich sein, dann erwartet das sächsische Handwerk zumindest, dass das Land wie im Frühjahr 2020 sämtliche Kosten dafür schultert."

Quelle: Staatsregierung Sachsen / Handwerkstag Sachsen

Text: / handwerksblatt.de

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