"Es ist eine wichtige Aufgabe unserer Schulen, Jugendliche und junge Erwachsene auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben vorzubereiten", sagt Yvonne Gebauer.

"Es ist eine wichtige Aufgabe unserer Schulen, Jugendliche und junge Erwachsene auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben vorzubereiten", sagt Yvonne Gebauer. (Foto: © maridav/123RF.com)

Ausbildungskonsens NRW: Partner vereinbaren weitere Maßnahmen

Politik

Junge Menschen sollen auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Distanzunterricht die bestmögliche berufliche Orientierung und Ausbildungsplatzvermittlung erhalten. Zusätzliche Maßnahmen sollen die berufliche Ausbildung in der Pandemie stärken.

Bei der Sitzung im Ausbildungskonsens NRW stellten die Partner fest, dass in den vergangenen Monaten neue Wege gefunden wurden, um Ausbildung auch in Zeiten der Corona-Pandemie zu sichern. Neue, digitale Angebote der Orientierung und Vermittlung bei der Besetzung von Ausbildungsstellen wurden entwickelt und umgesetzt  – Instrumente, die auch nach der Pandemie eingesetzt werden können. Es gebe aber auch noch ungelöste Probleme: Nicht überall seien ausreichend Ausbildungsstellen vorhanden, um jedem Jugendlichen, der eine Lehrstelle sucht, ein Angebot zu unterbreiten.

Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen sei in Nordrhein-Westfalen zu hoch. Für die Regionen mit weiterhin besonders schwierigen Ausbildungsmärkten haben die Partner des Ausbildungskonsenses in enger Zusammenarbeit einen Plan entwickelt und weitere Maßnahmen vereinbart. Coaches sollen unversorgt gebliebene Bewerber aus dem letzten Jahr unterstützen. Sie sollen bei Bedarf ein landesgefördertes und trägergestütztes Ausbildungsangebot erhalten.

Auch in der Pandemie Fachkräftenachwuchs sichern

Für Auszubildende technischer Berufe, deren fachpraktische Ausbildung im Ausbildungsbetrieb pandemiebedingt nicht mehr durchgeführt oder simuliert werden kann und deren Abschluss dadurch akut gefährdet ist, sollen zusätzliche Ausbildungsangebote gefördert werden. Die Maßnahmen der Berufsberatung, Berufsorientierung und Ausbildungsvermittlung werden auch digital weiterentwickelt. Die Partner des Ausbildungskonsenses wollen die Wirkung der genannten Maßnahmen sändig prüfen bei Bedarf optimieren.

"Wir müssen auch unter den widrigen Umständen der Corona-Pandemie dafür sorgen, dass möglichst allen jungen Menschen der Einstieg ins Berufsleben gelingt und Betriebe ihren Fachkräftenachwuchs sichern können. Wir können es uns nicht leisten, die Ausbildung zu vernachlässigen", sagt Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) ergänzt: "Es ist eine wichtige Aufgabe unserer Schulen, Jugendliche und junge Erwachsene auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben vorzubereiten.“

ZitateHans Hund, Präsident Westdeutscher Handwerkskammertag
"Das Handwerk hat aufgrund seiner nach wie vor guten Auftragslage deutlich mehr Ausbildungsstellen zu besetzen als dies im letzten Jahr gelungen ist. Absolute Priorität hat für uns die Unterstützung durch die Schulen in NRW, um die Berufliche Orientierung voranzubringen und vor allem den Kontakt zu den Jugendlichen zu erhalten. Ohne diese Kontakte können keine Ausbildungsverträge geschlossen werden."

Torsten Withake
, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit
"Gerade jetzt ist es wichtig, in Ausbildung und Praktika zu investieren - für Unternehmen und für Jugendliche. Deshalb haben wir gemeinsam mit unseren Partnern in NRW gute Angebote zur beruflichen Orientierung verabredet und umgesetzt, damit junge Menschen erfolgreich ihren Weg ins Berufsleben finden. Wir haben die Videokommunikation in der Berufsberatung weiter ausgebaut, nutzen virtuelle Messen als Begegnungsort und mit dem Online-Selbsterkundungstool ‚Check U‘ für Jugendliche und ‚New Plan‘ für Erwachsene machen wir ein fachlich fundiertes und zugleich sehr individuelles Informationsangebot, das die Veränderungen der Arbeitswelt sichtbar macht. Auch in Zukunft werden wir unsere Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten weiter ausbauen, um Jugendliche sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber kompetent zu beraten, in die passende Ausbildung zu vermitteln beziehungsweise bei der Suche passender Azubis erfolgreich unterstützen zu können."

Anja Weber, Vorsitzende DGB NRW
"Der DGB sieht mit Sorge auf die aktuelle Entwicklung am Ausbildungsmarkt. In 2021 droht ein neuer Negativrekord bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Wir befürchten, dass wir die Marke von 100.000 Ausbildungsverträgen das erste Mal unterschreiten werden. Unsere Beschlüsse von heute sind ein erster Schritt in die richtige Richtung, weitere müssen folgen. Dank der Europäischen Union stehen für die Stärkung der beruflichen Bildung Mittel in erheblichem Umfang zur Verfügung. Diese sollten wir nutzen."

Arndt G. Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen
"Die nordrhein-westfälische Wirtschaft weiß, wie wichtig die eigene Ausbildung für die Fachkräftesicherung ist. Unternehmen beschreiten daher mit viel Engagement neue, oft digitale Wege, um auch in Corona-Zeiten ihre Ausbildungsplätze besetzen und Ausbildung sicherstellen zu können. Fundament für dieses Engagement sind allerdings positive wirtschaftliche Perspektiven. Was Wirtschaft stärkt, ist daher auch der beste Impuls für Ausbildung."

Ralf Stoffels, Präsident IHK NRW
"Die NRW-Unternehmen wissen: Nach der Krise ist wieder Fachkräftemangel. Weiter auszubilden ist deshalb ihr ureigenes Interesse. Damit sie das können, brauchen die besonders krisengebeutelten Betriebe vor allem zweierlei: einfache, schnelle und ausreichende Wirtschaftshilfen sowie nachhaltige Öffnungsperspektiven."

Bernd Zimmer, Vorsitzender des Verbandes der Freien Berufe NRW
"Die Freien Berufe können bisher mit großer Zufriedenheit auf die Arbeitsleistung zur Sicherung der dualen Ausbildung während der Corona-Krise zurückblicken. Nun gilt es, diesen Trend bei den bevorstehenden Abschlussprüfungen fortzuführen. Zur Berufsorientierung wurde unter www.freie-berufe-bilden-aus-nrw.de ein Webauftritt geschaffen, der alle notwendigen Informationen rund um die Ausbildungsmöglichkeiten bei den Freien Berufen bereithält."

Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer Städtetag NRW, Hauptgeschäftsführer Martin Klein, Landkreistag NRW, Christof Sommer, Hauptgeschäftsführer Städte- und Gemeindebund NRW
"Auch in Zeiten von Corona-Einschränkungen zeigt sich, dass die Kommunalen Koordinierungsstellen gut aufgestellt sind, um junge Menschen an berufliche Ausbildungsangebote heranzuführen und sie mit den Betrieben vor Ort zusammenzubringen. Jugendlichen muss trotz Kontaktbeschränkungen und Distanzunterricht ein guter Start ins Berufsleben ermöglicht werden. Dafür engagieren sich Kommunen in NRW, um trotz veränderter Ausbildungsbedingungen die berufliche Ausbildung vor Ort zu stärken."

Quelle: NRW-Arbeitsministerium

Text: / handwerksblatt.de

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