Für ihre Auswertung befragte die EU-Kommission auch über 1800 PraktikantInnen.

Für ihre Auswertung befragte die EU-Kommission auch über 1800 PraktikantInnen. (Foto: © Cathy Yeulet/123RF.com)

Praktika: EU-Kommission will Qualitätsrahmen aktualisieren

Politik

Die Europäische Kommission hat ihre Bewertung des Qualitätsrahmens für Praktika von 2014 veröffentlicht. Für eine Aktualisierung des Rahmens sieht sie Spielraum für Verbesserungen.

Auf Grundlage einer Studie zur Umsetzung des Qualitätsrahmens für Praktika von 2014 in den Mitgliedstaaten und verschiedenen Konsultationen und Umfragen auf europäischer und nationaler Ebene hat die Europäische Kommission jetzt eine Bewertung des Rahmens vorgelegt.

Relevante Grundsätze

LinksHier finden Sie die Bewertung der EU-Kommission in englischer Sprache.
Hier finden Sie die Empfehlung des Rates zu einem Qualitätsrahmen für Praktika.
Demnach sei der EU-Qualitätsrahmen für die Mitgliedstaaten ein zentraler Anhaltspunkt für hochwertige Praktika. Eine große Mehrheit der Befragten – darunter nationale Behörden, öffentliche Arbeitsverwaltungen, Wirtschaftsvertreter und junge Menschen – halten laut Kommission den Rahmen und seine 21 Grundsätze, dazu gehören schriftliche Praktikumsvereinbarungen, klare Lernziele oder Informationen zu Vergütung und Sozialschutz für weiterhin relevant.

Verbesserungen sind möglich

Es gebe jedoch Raum für Verbesserungen, besonders bei der Anwendung der Qualitätsgrundsätze sowie deren Überwachung und Umsetzung. "Die Praktika müssen qualitativ hochwertig sein, klare Ziele aufweisen und soziale Rechte garantieren. Die Bewertung des Qualitätsrahmens für Praktika liefert eine wertvolle Analyse sowie Feedback. Wir werden beides in die Vorbereitung der diesjährigen Initiative einfließen lassen“, sagt Beschäftigungskommissar Nicolas Schmit.

Bewertung des Qualitätssrahmens- Die Bewertung hat Folgendes ergeben: Der Qualitätsrahmen für Praktika war den Mitgliedstaaten bei der Änderung von Strategie und Rechtsvorschriften hilfreich, besonders denjenigen mit weniger ausgefeilten Praktikumsregelungen. Bei der Anwendung und Umsetzung besteht hingegen Verbesserungsbedarf.
- Seit 2014 scheinen mehr junge Menschen Praktika in anderen EU-Ländern zu absolvieren. Die höheren Lebenshaltungskosten im Ausland und fehlende einschlägige Informationen erwiesen sich jedoch als problematisch.
- Für viele Befragte sollten die Qualitätskriterien des Rahmens gestärkt werden, beispielsweise in Bezug auf gerechte Entlohnung, Zugang zu sozialem Schutz, bessere Anpassung an Entwicklungen des Arbeitsmarkts (etwa Telearbeit) und einen stärkeren Fokus auf digitale Kompetenzen.
- Angeregt wird auch eine bessere Unterstützung der Praktikantinnen und Praktikanten während des Praktikums und danach, beispielsweise durch ein Mentoring-Programm.
- Gefordert wird ferner ein ausgeweiteter Geltungsbereich des Qualitätsrahmens für Praktika. So könnten etwa Praktika, die im Rahmen der formalen allgemeinen und beruflichen Bildung absolviert werden, in einige der Grundsätze einbezogen werden. Dies wurde jedoch nicht von allen Befragten befürwortet.
- In jedem Fall werden vergleichbare Daten zur Häufigkeit, Qualität und Art von Praktika in den Mitgliedstaaten sowie zu deren Einfluss auf die Berufschancen junger Menschen benötigt.
Quelle: EU-Kommission

Im Laufe dieses Jahres will die Kommission eine aktualisierte Fassung des Qualitätsrahmens vorlegen. In ihrem Arbeitsprogramm für 2023 hatte sie im Oktober des letzten Jahres eine Überarbeitung angekündigt. Die jetzt vorgelegte Bewertung soll dafür die Grundlage bieten.

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Text: / handwerksblatt.de