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Was tun, wenn der Chef ausfällt?

Oft kennt nur der Unternehmer alle Vorgänge in seinem Betrieb. Fehlt er länger, weiß häufig niemand genau Bescheid. Wie Sie mit dem richtigen Notfallmanagement vorsorgen können.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Was Sie als Chef im Handwerk wissen müssen
Unfall 123rf
Foto: © tiero/123RF.com

Sich mit dem eigenen Tod oder der eigenen Handlungsunfähigkeit auseinanderzusetzen, fällt schwer. Aber wenn ein Unfall passiert, eine Krankheit auftritt oder eine plötzliche Operation ansteht und die Fortführung der Firma durch den Chef unmöglich macht, ist ohne ausreichende Vorsorge die Existenz des Betriebes gefährdet – und damit die Existenz der Unternehmerfamilie, der Arbeitnehmer und deren Angehörigen. Im schlimmsten Fall muss das Unternehmen geschlossen oder unter Wert verkauft werden.

"Wir haben uns nie damit auseinandersetzen wollen, dass meinem Mann etwas passieren könnte und uns deshalb nicht mit dem Notfallmanagement beschäftigt", sagt eine ehemalige Unternehmerfrau, die anonym bleiben möchte. "Als er dann einen Unfall hatte und monatelang nicht ansprechbar im Krankenhaus lag, war es niemandem sonst möglich, unseren Elektrofachbetrieb fachgerecht weiter zu führen. Wir mussten verkaufen."

Wichtige Fragen schriftlich festhalten
Um das eigene Lebenswerk, seine Familie und seine Mitarbeiter davor zu bewahren, sollte sich jeder Unternehmer damit auseinander setzen, wie die betrieblichen Abläufe aufrecht zu erhalten sind, wenn er ausfällt. Und das nicht erst in fortgeschrittenem Alter.

Davor warnt auch Ulrich Fesser, Hauptabteilungsleiter der Handwerkskammer Köln und geschäftsführender Vorstand des Businessclubs der Handwerksjunioren in Köln: "Wir haben das Thema Notfallmanagement in diesem Jahr zu unserem Leitthema im Businessclub gewählt. Denn Notfallsituationen treten altersunabhängig auf, wie ein Beispiel aus unserem Businessclub zeigt. Ein Jungunternehmer fiel aufgrund eines Burnout-Syndroms mehrere Monate aus. Seine Kunden drohten sogar mit Konventionalstrafen."

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