Steuerberater Martin Gesigora. (Foto: © Peter Leßmann)

Steuerberater Martin Gesigora. (Foto: © Peter Leßmann)

Szenarien einer Betriebsübergabe

Steuerberater Martin Gesigora empfiehlt Beratung für eine gelungene Nachfolgeregelung.

Martin Gesigora ist freiberuflicher Steuerberater und begleitet in seiner Münsteraner Kanzlei auch Handwerksunternehmer, die ihr Lebenswerk in die Hände der jüngeren Generation legen möchten – oder müssen.

DHB: Herr Gesigora, haben Sie als Steuerberater einen Tipp: Wie viel Zeit sollte ich als Inhaber eines Betriebes für den Prozess der Betriebsübergabe einplanen?
Martin Gesigora: Das ist abhängig von der Situation. Zunächst stellt sich die Frage nach der Unternehmensform. Handelt es sich um ein klassisches Einzelunternehmen oder nicht? Ist es eine GmbH oder eine GmbH & Co KG? Welche wirtschaftlichen Güter befinden sich in der Bilanz? Bleibt der Betrieb innerhalb der Familie? Das ist zunächst alles zu klären. In der Regel dauert der Prozess der offiziellen Übergabe zwischen sechs und neun Monaten, sofern es sich nicht um einen Notverkauf handelt.

DHB: Welche Fälle begegnen Ihnen in Ihrer Kanzlei typischerweise?
Martin Gesigora: Im Prinzip sind drei mögliche Szenarien denkbar: die Übergabe in der Familie, die Erbschaft oder die Veräußerung. Entsprechend greifen unterschiedliche Gesetze. Eine Erbschaft oder Schenkung muss beispielsweise als solche versteuert werden, in der Regel ist ein reiner Übertragungsakt aber relativ unkompliziert. Bei einer Veräußerung an einen externen Käufer sieht es da schon anders aus. Teilweise bedarf es notarieller Verträge, in manchen Fällen können steuerliche Vergünstigungen geltend gemacht werden. Bestehende Miet- und Leasingverträge sowie Abhängigkeiten von Lieferanten sollten in jedem Fall genau geprüft werden.

DHB: Welche Aspekte sind darüber hinaus zu beachten?
Martin Gesigora: Grundsätzlich gilt: Sie haben eine Unterrichtungspflicht gegenüber den Mitarbeitern. Diese müssen informiert werden und sie müssen auch zustimmen. Darüber hinaus müssen auch die Banken zustimmen und eventuelle Versorgungsleistungen an die Verkäufer müssen geklärt werden.

DHB: Haben Sie abschließend noch einen Tipp für Betriebsinhaber, die ihren Betrieb abgeben wollen?
Martin Gesigora: Ich würde immer die betriebswirtschaftliche Beratung der Handwerkskammer oder einer Steuerberatungskanzlei in Anspruch nehmen.

Service

Das Betriebsübergabe-Center der Handwerkskammer Münster bietet Beratungen für Betriebsinhaber an, die ihr Unternehmen in jüngere Hände legen wollen. Tel.: 0251/ 5203-6211.
hwk-muenster/betriebsuebergabe

Text: / handwerksblatt.de