Janko Burkert, Vertriebsdirektor der SIGNAL IDUNA Asset Management.

Janko Burkert, Vertriebsdirektor der SIGNAL IDUNA Asset Management. (Foto: © Christoph Tappé)

"Geldanlage ist eine Frage des Vertrauens“

Janko Burkert, Vertriebsdirektor der SIGNAL IDUNA Asset Management, im Interview mit Stefan Buhren.

Mit einem verwalteten Vermögen von fast 50 Milliarden Euro, ist die Tochter der SIGNAL IDUNA Norddeutschlands größter Asset-Manager. Wir wollten von Janko Burkert, Vertriebsdirektor der SIGNAL IDUNA Asset Management, wissen, wie die Finanzexperten vorgehen.

Stefan Buhren: Herr Burkert, wie ich in Ihrem Instagram-Account sehe, zieht es Sie in die Berge.
Janko Burkert: Und gelegentlich auf den Golfplatz, richtig. Zuletzt war ich in der Toskana unterwegs mit ausgedehnten Rundwanderungen und genieße immer wieder die Schönheit der Natur

Stefan Buhren: Wenn es um Gipfel geht, haben Sie auch jobtechnisch nachgelegt und Ihren Weg zum Vertriebsdirektor gemacht.
Janko Burkert: Ja, in der Tat. Mich hat die Kapitalanlage schon immer interessiert und mich zunächst auf das Studium der Betriebswirtschaftslehre gebracht. Anschließend habe ich den Anlageberater aufgesattelt und war, bevor ich 2017 die Chance bei der SIGNAL IDUNA Asset Management ergriff, Senior Financial Consultant bei einer bundesweit tätigen Finanzberatung.

Stefan Buhren: Anlageberatung ist ein gutes Stichwort. Es gibt die Versuche, in denen Affen mit verbundenen Augen Dartpfeile auf Aktienindizes warfen, die dann die Aktienauswahl der Profis um Längen schlugen – ist die Börse doch nur Glücksspiel?
Janko Burkert: Absolut nicht. Sie spielen auf den Schimpansen Raven an, der nach diesem Prinzip 1999 gleich 6.000 Broker schlug. Ein anderes berühmtes Experiment war, als 100 Affen nach dem Dartprinzip aus 1.000 Aktien jeweils 30 für Aktienportfolios „raussuchen“ mussten. Die Zeitreihe ging von 1964 bis 2010, und die Affen waren stets besser. Was aber nicht mehr zu lesen war, war die Tatsache, dass die Experimente nicht wirklich die Börsenwirklichkeit abbildeten.

Stefan Buhren: Sie spielen auf die Gewichtung der Aktien auf dem US-Markt an. 
Janko Burkert:
Richtig. Tatsächlich machen sehr viele kleine Unternehmen, sogenannte Small Caps, die 1.000 Börsenunternehmen aus. Im genannten Zeitraum hatten diese Small Caps um 10,5 Prozent zugelegt, die Konzerne, die Big Caps, nur um 8,6 Prozent. Nur errechnet sich die tatsächliche Rendite der US-Börse auch aus dem jeweiligen Anteil der Aktien am Gesamtmarkt – und da haben die Big Caps ein viel höheres Gewicht, so dass der Index von 1964 bis 2010 tatsächlich bei 9,7 Prozent lag. Ein rein zufällig ausgewähltes Portfolio wie das der Affen hatte automatisch einen höheren Anteil an Small Caps und damit eine bessere Entwicklung, weil die Forscher die einzelnen Aktientitel eben nicht gewichtet hatten.

Stefan Buhren: Sie richten sich in der täglichen Arbeit nicht nach dem Zufallsprinzip…
Janko Burkert: …sondern unsere Portfoliomanager analysieren sehr genau die Marktentwicklungen und reagieren gegebenenfalls sehr schnell, wenn sie erkennen, dass der Zug in die falsche Richtung fährt. Jeder Markt hat gewisse Mechanismen und Prinzipien, die müssen Sie als Fondsmanager kennen und richtig damit umgehen. Um noch einmal auf Ihr Affen-Experiment zurückzukommen. Nehmen Sie die Ergebnisse der Börsenprofis. Keiner von denen hat schlecht abgeschnitten, sondern stets sehr ordentliche Ergebnisse geliefert. Das gilt auch für uns von der SIAM.

Zitat"Wir können reagieren, wenn der Börsenzug in die falsche Richtung fährt."
Janko Burkert, Vertriebsdirektor der SIGNAL IDUNA Asset Management

Stefan Buhren: Sie tragen ja auch eine hohe Verantwortung, weil Sie mit Ihren Anlageentscheidungen über das Privat- oder Betriebsvermögen Ihrer Kunden entscheiden.
Janko Burkert: Nicht nur das. Schließlich verwalten unsere Portfolio-Manager auch das Vermögen unserer Versicherungsgruppe, was sich derzeit auf rund 46 Milliarden Euro beläuft. Da können wir uns keine groben Schnitzer oder Zockereien erlauben. Hinzu kommt: Uns wird bei unserer Tätigkeit schon sehr genau auf die Finger geschaut. Das gilt im Übrigen auch für die Beratung unserer Kunden, bei der wir hohe Auflagen erfüllen müssen, um tatsächlich rechtskonform und korrekt zu handeln.

Stefan Buhren: Wie tief müssen Sie im Kundengespräch gehen, um eine wirklich optimale Geldanlage anbieten zu können?
Janko Burkert:  Es gibt klare Standards, wie wir vorgehen. Dazu gehört erst einmal eine genaue Analyse der Vermögensverhältnisse der Anleger, deren Ziele und deren Risikobereitschaft.

Stefan Buhren: Der Kunde muss sich also auch öffnen?
Janko Burkert: Anders geht es nicht. Die Geldanlage ist eine Frage des Vertrauens – und die muss von beiden Seiten kommen. Vor allem aber fällt eine Anlageempfehlung möglicherweise anders aus, wenn sich herausstellt, dass beim Anleger Immobilieneigentum vorhanden ist oder er einen Koffer voller Geld unter der Matratze hortet. Wir haben als klares Ziel, aus den uns anvertrauten Geldern mehr zu machen und können nur dann eine gute Empfehlung geben und ein gutes, individuelles Portfolio zusammenstellen, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen.

Stefan Buhren: Ihren Kunden ist auch klar, dass jedes Investment mit einem Risiko verbunden ist?
Janko Burkert: Unsere Kunden schätzen unsere Offenheit und unsere Ehrlichkeit. Wir versprechen nicht das Blaue vom Himmel – denn wir wissen: Wo es Renditechancen gibt, da gibt es auch Risiken. Dieses Wissen geben wir selbstgern weiter, und es ist letztlich die Entscheidung des Anlegers, ob er wirklich mit einem hohen Risiko einsteigt oder doch lieber konservativ vorsichtig agiert. Wir wollen, dass jeder Kunde immer mit einem sicheren Gefühl in seine finanzielle Zukunft blicken kann.

 

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Text: / handwerksblatt.de

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