Der Ford Puma soll dank mildem Hybriden gen√ľgsam im Verbrauch sein.

Der Ford Puma soll dank mildem Hybriden gen√ľgsam im Verbrauch sein. (Foto: ¬© Ford)

Puma ST-Line Vignale: Luxus-Crossover der milden Sorte

Seit gut zwei Jahren wildert der Ford Puma im Segment der kleinen SUVs und soll dank mildem Hybrid sparsam sein. In unserem Test muss die Kölner Raubkatze mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe nun zeigen, was sie kann.

Die SUV-Welle boomt nach wie vor und macht selbst vor dem Kleinwagensegment nicht halt. Hier tummeln sich Fahrzeuge wie ein VW T-Cross, ein Renault Captur oder etwa der Ford Puma. Der Kölner zählt zu den sogenannten Crossovern, da seine Dachlinie flach verläuft und er am Heck optische Coupé-Anleihen trägt.

Nicht minder dynamisch wurde die Frontpartie gestaltet. Hier trägt er einen mächtigen Kühlergrill sowie weit oben liegende Scheinwerfer. Mit seiner wohlproportionierten Nase könnte der Puma auch glatt als ein geschrumpfter Porsche Macan durchgehen, trotzdem zeigt er viel Eigenständiges.

Der Puma ist 4,21 Meter kurz und baut weitgehend auf der Technik des Ford Fiesta auf. Im Vergleich zu seinem Genspender ist der Crossover jedoch gut 14 Zentimeter länger, gleichzeitig wurde der Radstand auf 2,59 Meter gestreckt und die Spur um einige Millimeter verbreitert. Das bringt innen etwas mehr Platz und gleichzeitig mehr Agilität beim Fahren.

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Reichlich Luxus im rollenden Konzertsaal

Das Cockpit erweist sich als funktional und einfach bedienbar. Foto: © FordDas Cockpit erweist sich als funktional und einfach bedienbar. Foto: © Ford

Tatsächlich fällt das Raumangebot im Puma auch etwas geräumiger aus. Vier Personen fühlen sich in der kleinen Raubkatze wohler als im Fiesta und kommen sich nicht in die Quere. Der Fahrer schaut auf mehrfach konfigurierbare Instrumente sowie ein großes Multimedia. Der Touchscreen ist in seiner besten Form 20,3 Zentimeter groß und lässt sich intuitiv bedienen.

Auf Wunsch gibt es eine Internetanbindung für Smartphones oder Tablets und das Handy kann kabellos in einer Ladeschale geladen werden. Auch das Navi überzeugt. Es lotst den Fahrer mittels Live-Verkehrsdaten in Echtzeit bis ans Ziel und das bei der getesteten Ausstattungsvariante ST-Line Vignale serienmäßige Soundsystem von Bang & Olufsen dürfte nicht nur ausgesprochenen Musik-Fans begeistern. Dank klanggewaltiger 575 Watt verwandelt den Puma in einen rollenden Konzertsaal.

Sportliche Ausstattung mit ausgeklügelten Assistenzsystemen 

Überhaupt geht es auf Wunsch richtig nobel zu. Der Puma ST-Line Vignale bietet ab Werk allerlei Luxus. Dazu zählen neben einer sportlicheren Außenoptik und 18-Zoll Leichtmetallrädern unter anderem Lederpolster bis hin zu beheizbaren Vordersitzen, die zudem über eine wohltuende Massagefunktion verfügen. Das Mobiliar erweist sich als bequem und entspannend, allerdings fehlt großgewachsenen Personen eine ordentliche Oberschenkelauflage. Für sie sind die Sitzflächen einfach zu kurz geraten. Übrigens, das einzige wirkliche Manko beim Puma.

Dafür gibt sich der Ford in Sachen Assistenzsysteme keine Blöße. Angefangen vom Abstands-Tempomaten, über die Verkehrszeichenerkennung bis hin zur Falschfahrer-Warnmeldung. Die elektronischen Helfer arbeiten zuverlässig und unterstützen den Fahrer hilfreich in seinem Alltag. Schön aber auch, wer den Spurhalter mit aktivem Lenkungseingriff nicht mag, der schaltet ihn mit einem einfachen Klick am Blinkerhebel ab. Anschließend kann sich der Fahrer wieder auf das Wesentliche konzentrieren und den hohen Fahrspaß genießen, davon bietet der Puma übrigens eine ganze Menge.

Der milde Hybrid geht kraftvoll zur Sache

Der milde Hybrid im Puma entfaltet seine Kraft gleichmäßig. Foto: ¬© FordDer milde Hybrid im Puma entfaltet seine Kraft gleichmäßig. Foto: ¬© Ford

Exakt 125 PS leistet unser getesteter Ford Puma. Der kleine Dreizylinder-Turbo schöpft seine Kraft aus nur einem Liter Hubraum und ist nach dem Basisbenziner mit 95 PS der zweitkleinste Antrieb für den kleinen Crossover. Bei unserer Variante handelt es sich zudem um einen Mild-Hybrid mit einem 48-Volt-Teilbordnetz. Los geht´s bei mindestens 18.782 Euro (alle Preise netto). Bei unserem Testwagen kommt noch das optional erhältliche Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe für 1.800 Euro hinzu sowie die luxuriöse Topausstattung ST-Line Vignale. Macht zusammen: 26.807 Euro.

Da der Puma ein Hybrid der milden Sorte ist, kann er sich zwar aus eigener Kraft nicht rein elektrisch fortbewegen, jedoch erhält der Benziner beim Beschleunigen Unterstützung von einem Starter-Generator. Außerdem kann der Generator Energie gewinnen und speichert sie in einem kleinen Lithium-Ionen Akku ab.  Diese Energie wird im Teillastbereich und beim Bremsen zurückgewonnen und bei Bedarf wieder an den Antrieb im Puma zurückgegeben. Das spart letztendlich Sprit.

Auch mit Automatik eine gelungene Kombination

Selbst mit Automatik ist der Puma sparsam im Verbrauch. Foto: © FordSelbst mit Automatik ist der Puma sparsam im Verbrauch. Foto: © Ford

Die Kombination aus Benziner und Automatik erweist sich als sehr harmonisch. Der kleine Dreiender geht bereits bei niedrigen Drehzahlen flott zur Sache und entfaltet seine Kraft schön gleichmäßig. Genauso überzeugt auch das automatisierte Getriebe. Die Box schaltet genau dann, wenn man es erwartet. Zudem arbeitet sie ruckfrei sowie schnell und surft mühelos auf der Drehmomentwelle des kleinen Motors. Daher muss der Antrieb nicht unnötig in hohe Drehzahlregionen gescheucht werden, was den Puma zu einem leisen Fahrzeug seiner Gattung macht.

Natürlich wirkt sich die frühe und gleichmäßige Kraftentfaltung auch positiv auf den Verbrauch aus. Nur 5,7 Liter soll der Automatik-Puma nach der WLTP-Werksangabe schlucken. Ein realistischer Wert, der sich im Alltag problemlos einhalten lässt. Wer es besonders ruhig angeht, kann sogar noch mehr sparen und wird anschließend sogar mit einem Durchschnittsverbrauch von knausrigen 5,4 Litern belohnt. Doch selbst bei flotter Gangart sind die Trinksitten noch gemäßigt. Wird der Puma auf der Autobahn auch schon mal bis an seine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h getrieben, quittiert der Bordcomputer die zügige Fahrweise abschließend mit einer Sieben vor dem Komma. Schön auch, selbst bei hohem Tempo wirkt der Motor im Puma nie überanstrengend laut und bleibt dezent im Hintergrund. Leider hat Ford inzwischen diese harmonische Antriebskombination aus dem Programm genommen. Wahrscheinlich war die Nachfrage nach der durchaus sehr gelungenen Automatik beim 125 PS-Dreiender einfach zu gering. Wer sie weiterhin will, muss künftig den kräftigeren Mild-Hybrid mit 155 PS beim Puma nehmen. Dies finden wir richtig schade.

Der Fahrspaß steht im Vordergrund

Davon abgesehen, das Fahren mit dem Puma bereitet einen riesigen Spaß. Da macht auch unsere Automatik-Version keine Ausnahme und benimmt sich genauso agil wie die bisher getesteten Handschalter beim Puma. Das Fahrwerk der getesteten Ausstattungsvariante ST-Line Vignale verfügt über eine sportlichere Abstimmung als beim herkömmlichen Puma. Und dank seiner präzise ansprechenden Lenkung gibt sich der Kleine ausgesprochen handlich. Gut auch: Der Puma ST-Line Vignale ist zwar grundsätzlich straff und dynamisch, aber nicht zu übertrieben hart. Deshalb bleibt der Fahrkomfort nicht auf der Strecke. So eignet sich der Puma gleichermaßen für die eifrige Kurvenhatz wie auch zum gemütlichen Cruisen und beweist insgesamt angenehme Allroundeigenschaften.

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Text: / handwerksblatt.de

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