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Handwerk: Umsätze schwach, Insolvenzen auf Zehnjahreshoch

Das Handwerk steht weiter unter Druck: Fehlende Aufträge, steigende Kosten – und die Insolvenzen erreichen ein Zehnjahreshoch. Für das laufende Jahr sind die Betriebe verhalten optimistisch, meldet Creditreform.

Fehlende Aufträge, steigende Kosten und deutlich mehr Insolvenzen setzen das Handwerk weiterhin unter Druck. Zwar hat sich die Stimmung nach dem historischen Tief des Vorjahres leicht verbessert, von einer nachhaltigen Trendwende ist die Branche jedoch noch weit entfernt. Auch Personalabbau und ungelöste Nachfolgefragen belasten viele Betriebe – das meldet Creditreform. Die Wirtschaftsauskunftei aus Neuss hat ihre Studie zur "Wirtschaftslage und Finanzierung im Handwerk" im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München vorgestellt.

Umsätze bleiben schwach

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Die Stimmung im Handwerk hat sich demnach nach dem 15-Jahres-Tief im Vorjahr nur leicht aufgehellt. Viele Betriebe leiden weiterhin unter den Folgen der Wirtschaftskrise. "Ohne schuldenfinanzierte Impulse wäre Deutschland 2025 erneut in die Rezession gerutscht. Von einer echten konjunkturellen Wende kann keine Rede sein", erläutert Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.

In den vergangenen Monaten überwogen die negativen Umsatzmeldungen. 25,5 Prozent der Betriebe mussten Umsatzrückgänge hinnehmen. Dieser Anteil lag zwar leicht unter dem Vorjahreswert von 26,9 Prozent, gleichzeitig verzeichneten jedoch nur 22,2 Prozent der Unternehmen ein Umsatzplus. Vom Anstieg der Konsumausgaben in Deutschland konnte das Handwerk laut der Studie kaum profitieren.

Hoffnungen auf eine Belebung der Auftragslage in verbrauchernahen Bereichen wie dem Dienstleistungshandwerk erfüllten sich nicht. Gleichzeitig bremste die schwache Industriekonjunktur die handwerklichen Zulieferer aus.

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Besonders schwach entwickelte sich der Umsatz im Nahrungsmittelhandwerk, wo negative Einschätzungen deutlich überwogen. Auch das Handwerk für den gewerblichen Bedarf kämpfte mit rückläufiger Wertschöpfung. 

Im Bauhauptgewerbe hielten sich Umsatzsteigerungen und -rückgänge etwa die Waage, während im Ausbauhandwerk ebenfalls sinkende Umsätze gemeldet wurden. Positiv blieb die Umsatzentwicklung per Saldo lediglich im Kfz-Gewerbe und im Dienstleistungshandwerk – allerdings auch dort mit Einbußen gegenüber dem Vorjahr.

Insolvenzen auf Zehnjahreshoch 

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Die Zahl der Insolvenzen von Handwerksbetrieben stieg 2025 um 13,3 Prozent und erreichte mit 4.950 Fällen den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren (2024: 4.370). Der Anstieg fiel damit stärker aus als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. "Energie, Material, Löhne – die Kosten laufen davon. Ohne ausreichende Reserven geraten viele Betriebe schnell in existenzielle Schieflage. Unternehmensaufgaben, fehlende Nachfolger und steigende Insolvenzzahlen dokumentieren das eindrücklich", so Hantzsch.

Die anhaltend schwache Konjunktur macht sich zunehmend auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Ende Januar 2026 erreichte die Zahl der Arbeitslosen den höchsten Stand seit rund zehn Jahren.

Auch im Handwerk setzte sich der Personalabbau fort: 22,1 Prozent der Betriebe reduzierten ihren Personalbestand, während 20,6 Prozent zusätzliche Mitarbeiter einstellten. Hantzsch: "Das Handwerk baut seit drei Jahren Stellen ab. In diesem Tempo zuletzt vor 20 Jahren. Schwache Konjunktur, Überalterung und Nachwuchsmangel wirken zugleich auf das Rückgrat des Sektors ein."

Verhaltener Optimismus für 2026

Für das Jahr 2026 rechnen viele Betriebe mit einer leichten Belebung der Umsatzentwicklung. 27,0 Prozent der Unternehmen – und damit mehr als im Vorjahr (24,3 Prozent) – erwarten ein Umsatzplus. Gleichzeitig gehen 18,4 Prozent von rückläufigen Umsätzen aus (Vorjahr: 22,8 Prozent). 

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Besonders das Bau- und Ausbauhandwerk zeigt sich hier optimistischer. Trotz der verbesserten Prognosen ist insgesamt lediglich mit moderatem Wachstum zu rechnen, da die konjunkturellen Rahmenbedingungen in vielen Bereichen schwierig bleiben.

Die Investitionsbereitschaft der Betriebe ging jedoch zurück: 47,0 Prozent planen aktuell Investitionen, nachdem es im Vorjahr noch 49,2 Prozent waren. Höhere Eigenkapitalquoten Im Handwerk steigt der Anteil eigenkapitalstarker Betriebe. 26,8 Prozent der Unternehmen meldeten eine hohe Eigenkapitalquote – der beste Wert seit 1998. Gleichzeitig weist weiterhin rund jeder dritte Betrieb (32,8 Prozent) eine zu niedrige Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent auf. Besonders betroffen sind das Baugewerbe und das Nahrungsmittelhandwerk.

"Eigenkapital ist im Handwerk das entscheidende Sicherheitsnetz. Wer seine Ertragskraft stärkt, macht sich unabhängiger von Banken und Fremdkapital", berichtet Hantzsch.

Nachfolge bleibt oft ungelöst 

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Die klassische Betriebsübergabe innerhalb der Familie verliert zunehmend an Bedeutung. Familienexterne Lösungen – etwa die Übergabe an leitende Mitarbeiter oder der Verkauf an andere Unternehmen – lassen sich aber oft nur schwer umsetzen. Dadurch drohen mehr Betriebsschließungen.

➡️ Für 50,5 Prozent der Betriebe kommt eine familieninterne Nachfolge infrage (2018: 55,0 Prozent). 

➡️ An zweiter Stelle steht mit 40,6 Prozent die Übergabe an Mitarbeiter oder Miteigentümer (2018: 38,9 Prozent).

➡️ Ein Verkauf an Externe wird von 38,2 Prozent in Betracht gezogen (2018: 35,3 Prozent).

➡️ Zugleich steigt der Anteil der Betriebe, die eine Stilllegung erwägen. Jeder sechste Betrieb (16,8 Prozent) dürfte nicht fortgeführt werden – im Jahr 2018 waren es lediglich 12,0 Prozent. 

Der Zeitpunkt der Übergabe rückt ebenfalls näher: 24,4 Prozent der Betriebsinhaber wollen sich innerhalb der nächsten drei Jahre zurückziehen, weitere 57,6 Prozent planen die Übergabe innerhalb von drei bis zehn Jahren.

Quelle: Creditreform

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Text: / handwerksblatt.de

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