Klaus Plaschka, Geschäftsführer der Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM).

Klaus Plaschka, Geschäftsführer der Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM). (Foto: © GHM)

Zukunft der Messen: "Wir brauchen politische Klarheit!"

Messen in Zeiten von Covid-19 werden anders aussehen. Das Deutsche Handwerksblatt fragt bei Klaus Plaschka, Geschäftsführer der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, nach, was den Messeveranstalter derzeit bewegt und wie eine Zukunft der Messen aussehen kann.

DHB: Herr Plaschka, wie geht es Ihnen aktuell?
Plaschka: Keine Frage: Unsere Tage sind voll und die sich ständig verändernde Nachrichtenlage, insbesondere in Bezug auf Großveranstaltungen, hält mich und mein Team in Atem. Die gesamte Messelandschaft ist vor dem Hintergrund von Covid-19 aus den Fugen geraten. Das strengt einerseits ungemein an, andererseits entstehen bei uns im Haus aber gerade überzeugende neue Ideen und Konzepte, wie Messen auf andere Art erfolgreich sein können. Das bestärkt uns in unserem Tun und lässt uns nach vorne blicken.

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DHB: Sie blicken dem kommenden Messeherbst also positiv entgegen?
Plaschka: Wir stehen als Messeveranstalter sicher vor einer großen Herausforderung – der größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte. Mit Sicherheit wissen wir, dass uns Krisen in allen Zeiten stets motiviert haben. .Wir sind jedes Mal ein Stückchen über uns hinausgewachsen. Genau mit dieser Haltung werden wir auch die aktuelle Krise meistern. Wir sind und bleiben die professionelle Plattform für das Handwerk, die es angesichts der derzeitigen Lage mehr denn je braucht. Ein Netzwerk wie unseres trägt dazu dabei, dass die Wirtschaft nach dem Lockdown wieder durchstarten kann. Natürlich werden Messen mit und durch Covid-19 anders aussehen, denn die Gesundheit aller Akteure hat oberste Priorität. Das ist eine Herausforderung, die wir anpacken! Unser gesamtes Team entwickelt bereits tatkräftig entsprechende Konzepte, um die anstehenden Messen vorzubereiten. Für eine Wirtschaft, die wieder anfahren kann! Was aber nicht von uns kommen kann, ist politische Klarheit.

DHB: Was meinen Sie mit politischer Klarheit?
Plaschka: Wir Messeveranstalter bereiten uns vor – durch IT-Lösungen, durch Raumkonzepte und durch Hygienevorkehrungen gewährleisten wir, dass sich unsere Branchen so sicher, wie in diesen Zeiten nur möglich, treffen können. Die Möglichkeit zu einem derart strukturierten Vorgehen unterscheidet uns von anderen Großveranstaltungen. Bei Messen geht es nicht vornehmlich um Entertainment und sozialen Gemeinschaftssinn, sondern um Wissenstransfer, wirtschaftlichen Austausch und Geschäftskontakte. Messen bringen Anbieter und Nachfrager zusammen und haben einen klaren Geschäftszweck, sie sind also keine Freizeitveranstaltungen. Was uns im Moment fehlt ist, dass auch die Politik das anerkennt und Messen entsprechend in ihre Strategie miteinbezieht. Jetzt gilt es, auch auf politischer Seite Planungsperspektiven für Aussteller, Veranstalter und Dienstleister zu schaffen. Messen haben einen langen Vorbereitungshorizont, den wir vor dem Hintergrund der aktuellen Lage umso mehr nutzen müssen. Nur mit frühzeitigen, klaren Rahmenbedingungen, auf die sich unsere Geländebetreiber, Partner, Aussteller und Besucher einstellen können, ist es uns möglich, mit unseren Messen ein besonders effektives und schnelles Instrument zur Unterstützung der Konjunkturerholung zu bieten! Dazu braucht es nun aber dringend die Verzahnung zwischen politischem Signal und der beschriebenen Resilienz der Veranstalter.

Text: / handwerksblatt.de

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