Technik zum Staunen gab es am Stand von Skylotec.

Technik zum Staunen gab es am Stand von Skylotec. (Foto: © Skylotec)

A+A-Rückblick: Jacken aus Plastikflaschen und ein Höhenmoped

Alles für die Sicherheit und Gesundheit stand auch in diesem Jahr bei der A+A 2019 im Fokus. Einen Schwerpunkt bildeten die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Die Sicherheits- und Gesundheitsbranche boomt. Arbeitgeber sind wie nie zuvor bereit, in die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu investieren. Auf der A+A, Fachmesse für Persönlichen Schutz, Betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, gab es von Berufsbekleidung über Helme, Handschuhe und Höhenrettungsgeräten bis hin zu Sicherheitsschuhen und Zehenkappen die ganze Palette neuester Produkte und Dienstleistungen zu bestaunen.

Allen waren zwei Themen gemein: nachhaltige Produktion und Digitalisierung. Auf den Gängen der Arbeitsschutzmesse herrscht dichtes Gedränge. Hier werden entflammte Baustellen gelöscht, dort seilen sich Rettungskräfte an Fassaden ab und wieder eine Halle weiter kann man eine exklusive Workwear-Modenschau erleben. Das Programm der A+A ist bunt, aber bei weitem nicht beliebig. Hier prallen Fachkompetenz und Hightech im besten Einvernehmen aufeinander.

Anforderungen an moderne Berufskleidung

Die Branche arbeitet mit neuen Materialien und Schnitten. Neben gutem Aussehen sind spezielle Trageeigenschaften des Materials gefragt. Foto: © Messe Düsseldorf / ctillmann
Die Branche arbeitet mit neuen Materialien und Schnitten. Neben gutem Aussehen sind spezielle Trageeigenschaften des Materials gefragt. Foto: © Messe Düsseldorf / ctillmann
Beispiel Workwear: Die Branche arbeitet mit neuen Materialien und Schnitten. Neben gutem Aussehen sind spezielle Trageeigenschaften des Materials gefragt. Vor allem müssen die Stoffe elastisch sein, denn bei der Arbeit sollen sie jede Bewegung mitmachen. Gleichzeitig sind Hautverträglichkeit und ein gutes Tragegefühl zentrale Auswahlkriterien. Dafür tüfteln die Produktentwickler an immer neuen Materialien, die mit denen der Funktionskleidung vergleichbar sind. Schweißaufsaugend muss das Material nach innen sein, wasserabweisend nach außen. Gleichzeitig darf die Oberfläche nicht rau sein oder gar kratzen.

Stoffqualitäten den Anforderungen anpassen

"Wir haben bei der Materialauswahl für eine Jacke gleich drei unterschiedliche Stoffe für unterschiedliche Körperzonen verwendet", erläutert Ingrid Kirch, Abteilungsleiterin Entwicklung und Design bei der Paul H. Kübler Bekleidungswerk GmbH & Co. KG, das Konzept der neuen Bodyforce-Kollektion. "In den bewegungsintensiven Zonen muss der Stoff mitgehen, das heißt hier haben wir einen höheren Teil Elasthan verarbeitet", so Kirch. "Hingegen muss die vordere Front der Jacke, wenn mal Steine oder Fliesen geschleppt werden, abriebfest und stabil sein, weshalb wir hier ein stabileres Material ausgewählt haben." Ein neue Fischgrat-Rips-Gewebebindung wurde eigens für die neue Kollektion entwickelt. Reflektierende "Y-Wings" verleihen der Kollektion zudem eine auffallende Optik.

Nachhaltigkeit beim Stoff wird groß geschrieben

Der Workwear-Hersteller Bierbaum Proenen legt größten Wert auf die Stoffqualitä Foto: © Bierbaum Proenen
Der Workwear-Hersteller Bierbaum Proenen legt größten Wert auf die Stoffqualitä Foto: © Bierbaum Proenen

Der Workwear-Hersteller Bierbaum Proenen legt ebenso größten Wert auf die Stoffqualität. Und auch das Neusser Unternehmen forscht und probiert Neues aus: Erstmalig stellte es auf der A+A eine Jacke unter Verarbeitung von recycelten Plastikflaschen vor. Nachhaltigkeit erweist sich als ein wichtiges Thema für die Branche, angefangen bei nachhaltigen Produktionsprozessen bis hin zur Verwendung von Umweltlabeln, wie sie etwa von den Firmen Kübler, Weitblick, Bierbaum Proenen und Greiff verwendet werden. 

Timberland Pro ist neu auf dem europäischen Workwear-Markt. Foto: © Timberland PRO
Timberland Pro ist neu auf dem europäischen Workwear-Markt. Foto: © Timberland PRO

Neuling auf dem europäischen Workwear Markt ist Timberland. Eher bekannt aus dem Fashionbereich waren die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Timberland PRO® Workwear in einer mitreißenden Fashion- und Danceshow zu sehen. Die Models zeigten, dass hoch funktionale Workwear für anspruchsvolle Arbeitseinsätze gleichzeitig äußerst stilvoll aussehen und extrem flexibel sind, wie die Tanzeinlagen auf der Bühne eindrucksvoll bewiesen. Priorität legt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Die zum VF-Konzern zugehörige Marke Timberland PRO ® ist in den USA und in Kanada seit 20 Jahren fest im Markt etabliert.

Sicherheit bei Arbeiten in der Höhe

Technik zum Staunen gab es am Stand von Skylotec, Hersteller von Technik rund um die Höhensicherung. Anschaulich wird die klassische manuelle Form des Hoch- und Abseilens mit Unterstützung des Abseil- und Sicherungsgerätes Sirius einer neuen, akkubetriebenen Variante gegenübergestellt. Während sich ein Kletterexperte noch mit aller Kraft abmüht, sich mit bewährter Technik am Seil emporzuhieven, schwebt sein Kollege mit einem neuartigen "Höhenmoped" längst unter der Decke. Nicht für alle Gelegenheiten, doch in gefährlichen Situationen oder unter widrigen Bedingungen stellt der ACX Power Ascender, so die korrekte Bezeichnung der akkubetriebenen Personenseilwinde, eine enorme Erleichterung dar.

Vernetzte Sicherheit

Auch die Themen Software und Vernetzung in der Sicherheitsüberwachung spielen eine immer wichtigere Rolle. Hersteller wie Honeywell setzen schon seit einiger Zeit auf die Vernetzung und Sicherheitsüberwachung der Mitarbeiter. Sicherheitszubehör wie Helme, Sicherungsgurte usw. werden den Mitarbeitern individuell zugeordnet und erfasst. Der Sicherheitsbeauftragte kann damit jederzeit nachvollziehen, welches Zubehör bei welchem Mitarbeiter aktuell in Gebrauch ist, ob eine Wartung erforderlich ist oder ob die Sicherheitsschulung des betreffenden Mitarbeiters gegebenenfalls aufgefrischt werden muss. Das alles geschieht zentral und auf Knopfdruck. "Das Thema Digitalisierung fließt in zahlreiche unserer Produktentwicklungen ein", bestätigt Alexander Zabawa, Sales Manager von der Notifier Sicherheitssysteme GmbH. "Gerade durch intelligente Softwarelösungen können wir heute Sicherheitslücken schließen, die bislang große Risiken bargen – und das vom Bildschirm aus auf einen Blick."

"Es hat mich beeindruckt, wie unser Motto 'Der Mensch zählt’ in den letzten vier Tagen auf der A+A praktisch gelebt wurde", freut sich Wolfram Diener, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH, zum Abschluss der Weltleitmesse für Persönlichen Schutz, Betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. "Wer in dieser Woche hier bei uns in Düsseldorf keine Lösungen gefunden hat für die laufenden und anstehenden Veränderungen unserer Arbeitswelt, der wird sich schwertun, diese an anderer Stelle zu finden."

Die nächste A+A findet vom 26. bis 29. Oktober auf dem Messegelände in Düsseldorf statt.

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: