Der Zuschuss für besonderes Engagement in der Corona-Zeit muss zusätzlich zum Gehalt erfolgen. Dann ist er bis 1.500 Euro steuer-und sozialversicherungsfrei. (Foto: © Aliaksandr Dobysh/123RF.com)

Steuerfreier Corona-Bonus für alle Branchen

Sonderzahlungen von Arbeitgebern an Arbeitnehmer für besondere Leistungen in der Corona-Krise sind 2020 für Beschäftigte aller Branchen bis 1.500 Euro steuerfrei.

Man hört es von der Pflegebranche, von Supermarkt- und Drogerieketten: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen zum Teil für ihren außergewöhnlichen Einsatz in der Corona-Krise eine Sonderzahlung. 

Gut zu wissen auch für Handwerksunternehmer, die ihren Teams für deren Engagement während dieser besonderen Zeit etwas Gutes tun möchten: Diese Corona-Prämie soll 2020 für Beschäftigte aller Branchen und nicht nur für die systemrelevanten Berufe bis 1.500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei sein. Das hat der Finanzausschuss des Bundestages am 27. Mai klargestellt. 

Im Zeitraum vom 1. März bis zum 31. Dezember 2020 können Arbeitgeber also ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro nach Paragraf 3 Nr. 11 Einkommensteuergesetz (EStG) steuerfrei auszahlen oder als Sachleistung gewähren.

Die Prämien sollen eins zu eins bei den Beschäftigten ankommen

Das regelt ein Erlass des Bundesfinanzministeriums vom 9. April. Das Ministerium will damit sicherstellen, dass diese Prämien ohne den Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen bei den Beschäftigten ankommen. "100-prozentigen Einsatz in dieser Zeit wollen wir 100-prozentig belohnen", betont Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

Voraussetzung ist, dass dieser Bonus zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet wird. Eine Entgeltumwandlung ist ausgeschlossen. Damit sind beispielsweise Urlaubs- und Weihnachtsgeld ausgeschlossen, wenn es im Tarif- oder Arbeitsvertrag vereinbart ist. Einmalzahlungen, wie Ausgleichszahlungen bei Homeoffice für die Kosten des häuslichen Arbeitszimmers sind jedoch möglich. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen.

Im Lohnkonto aufzeichnen

Auch Mini-Jobbern kann der Bonus gewährt werden, ohne dass ihr Mini-Job dadurch zum sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis wird.

Die steuerfreien Leistungen müssen im Lohnkonto aufgezeichnet werden. "Aus den Lohnunterlagen sollte zudem für spätere Betriebsprüfungen, insbesondere Prüfungen der Sozialversicherungsträger und Lohnsteueraußenprüfungen ersichtlich sein, für welches Engagement der steuerfreie Bonus gezahlt wurde. Dies gilt insbesondere für Arbeitnehmer, die nicht in den systemrelevanten Bereichen tätig sind oder wenn die Zahlung erst im Herbst 2020 erfolgt", schreibt die Steuerkanzlei ETL.

Andere steuerfreie Extras bleiben bei dieser Regelung außen vor, können also weiterhin gewährt werden.

"Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisten in diesen Wochen außergewöhnliches und arbeiten an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Mit dieser steuerfreien Prämie können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Anerkennung zeigen und Danke sagen", erklärt ETL-Vorstand Steuerberater Marc Müller.  

Mehr Tipps zu Steuern und Corona  gibt es beim ZDH.

Text: / handwerksblatt.de

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