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100 Prozent Handwerk aus Deutschland

"Made in Germany" war ihm zu wenig. Klavierbauer Udo Schmidt-Steingraeber entwickelte mit ZDH-Zert und seiner Handwerkskammer ein eigenes Siegel.

Udo Schmidt-Steingraeber (r.) von der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne und Rainer Beck, Geschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken.  Foto: © Stefan Dörfler
Udo Schmidt-Steingraeber (r.) von der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne und Rainer Beck, Geschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken.

Der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne in Bayreuth waren herkömmliche Siegel wie "Made in Germany" für ihre Ziele einfach zu wenig. "Dafür reicht es beispielsweise, wenn 50 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland erzielt werden, oder es ist möglich, Einzelteile weltweit einzukaufen, und nur in Deutschland zusammenzubauen", sagt Klavierbauer Udo Schmidt-Steingraeber. Dass dem oft so ist, das habe sich natürlich auch in Asien herumgesprochen.

Höchster Qualitätsanspruch

Foto: © HWK Oberfranken Foto: © HWK für Oberfranken

"In unserem Unternehmen ist der Qualitätsanspruch ein ganz anderer. 90 Prozent der Materialien, die wir verwenden, stammen bei uns aus Deutschland, ja bevorzugt sogar aus der Region." Ausnahmen seien nur die Hammerfilz-Wolle aus Australien, das Fichtenholz aus Hochlagen der Alpen und der Stimmstock-Ahorn aus Kanada. Aber sämtliche Materialien würden zu 100 Prozent in Bayreuth verarbeitet.

Das konnte dem Unternehmer bisher keines der vorhandenen Gütesiegel verlässlich absichern. Sein Problem brachte Schmidt-Steingraeber bei einem Beratungsgespräch mit Export-Berater Günther Wagner von Bayern Handwerk International (BHI) zur Sprache. Wagner stellte den Kontakt zu Klaus Kainath von ZDH-Zert her, der daraufhin ein Verfahren für das Siegel "Hergestellt in Deutschland" entwickelt hat.

Materialien aus Deutschland, Produktion in Deutschland

Klaus Kainath ist Leiter des Berufsbildungs- und Technologiezentrums Coburg der HWK für Oberfranken und Geschäftsstellenleiter für ZDH-Zert in Süddeutschland. Das Zertifikat stelle sicher, dass mindestens 80 Prozent der verwendeten Materialien aus Deutschland stammen und ebenfalls 80 Prozent der Arbeiten in Deutschland getätigt werden, betont er. Die Grundlage 80 Prozent habe man gewählt, damit auch andere Betriebe dieses Gütesiegel nutzen können.

Klaus Kainath hat die Zertifizierung bei Steingraeber persönlich durchgeführt: "Ich habe mit Mitarbeitern gesprochen und sämtliche Lieferscheine eingesehen, Steingraeber produziert zu 100 Prozent in Bayreuth und fast ausschließlich mit deutschen Materialien", betont er.

Ein höchster Standard, den die Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne mit dem neuen Zertifikat – Hergestellt in Deutschland HID 0618001 – ihren Kunden weltweit auch mit "Brief und Siegel" nachweisen kann. So ging es im April mit dem neuen Zertifikat in der Tasche auf die Musikmesse nach Frankfurt und im Herbst nach China.

Text: / handwerksblatt.de
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