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Sieben Tipps zum Umgang mit Schlüsseldiensten

Bei Schlüsseldiensten gibt es viele schwarze Schafe. Oft werden Kunden Opfer einer dreisten Abzocke. Sieben Tipps, wie Sie einen seriösen Schlüsseldienst finden.

Foto: © Andrey Popov/123RF.com

"Noch immer tummeln sich auf dem Markt der Schlüsseldienste zu viele schwarze Schafe. Häufig werden Menschen Opfer dreister Abzocke. So ist es keine Seltenheit, dass Kundinnen und Kunden für das Öffnen einer Haustür hohe drei- bis vierstellige Beträge bezahlen müssen. Mit dieser miesen Masche muss Schluss sein."

Der verbraucherschutzpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz, Thomas Roth, spricht Klartext. Seine Fraktion will unseriösen Schlüsseldiensten das Handwerk legen. Roth: "Den Abzockern muss ein Riegel vorgeschoben werden."

Nach Angaben der Verbraucherschutzzentrale werden in Rheinland-Pfalz mit die höchsten Preise für eine Türöffnung verlangt. Im Schnitt 83 Euro tagsüber an Werktagen und 133 Euro nachts oder am Wochenende beziehungsweise an Feiertagen. Die unseriösen Anbieter seien in dieser Statistik sogar vermutlich gar nicht erfasst, heißt es. "Auch die Zahl der Opfer dieser Machenschaften sei bislang nur schwer festzustellen", betont Thomas Roth. 

 "Den Abzockern muss ein Riegel vorgeschoben werden"

Kontakt zur VerbraucherzentraleAuf Antrag der FDP-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag hat sich der Ausschuss für Verbraucherschutz nun mit den Praktiken unseriöser Schlüsseldienste befasst.  Roth kritisiert die instransparente Preisgestaltung bei vielen Anbietern. Häufig fehle es an objektiven Kriterien der Preisgestaltung.

Aber auch die Bundesregierung bekommt ihr Fett weg. Roth: "Der eigentliche Skandal ist, dass die Bundesregierung die Augen vor diesem Problem verschließt. Das Thema ist seit vielen Jahren bekannt. Der zuständige Gesetzgeber in Berlin hat aber bisher nie wirksame Maßnahmen auf den Weg gebracht, die die Menschen effektiv vor Mondpreisen schützen."

Tipp für Betroffene: Alle, die sich von Schlüsseldienst-Abzockern betrogen fühlen, sich mit möglichst genauen Angaben an ihre zuständige Verbraucherzentrale zu wenden. Roth: "Umso höher die Zahl der gemeldeten Fälle ist, desto besser kann sich die Politik einen Überblick über die Lage verschaffen."

 

Sieben Tipps der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zum Umgang mit Schlüsseldiensten

1. Vergleichen Sie die Preise: Bewahren Sie trotz der Notsituation einen kühlen Kopf. Vergleichen Sie vorab die Angebote und Preise der ortsansässigen Schlüsseldienste. Bedenken Sie, dass ein lokaler Notdienst kürzere Anfahrtszeiten hat als überregionale Unternehmen. Erfragen Sie gleich beim ersten Anruf, von wo der Monteur kommen wird. Haben Sie einen Notdienst unter Ihrer örtlichen Vorwahl erreicht, so brauchen Sie auch nur die Kosten für An- und Abfahrt innerhalb der Ortsgrenzen zu bezahlen. Darüber hinausgehende Beträge können Sie später von der Rechnung streichen.

2. Vereinbaren Sie einen Festpreis: Fragen Sie vor der Auftragsvergabe nach einem verbindlichen Komplettpreis für die Türöffnung. Vereinbaren Sie einen Festpreis, der bereits die Anfahrtskosten und eventuelle Zuschläge enthält.

3. Schildern Sie dem Schlüsseldienst genau, was passiert ist: Ist die Tür nur zugefallen oder ist sie abgeschlossen? Welche Art von Schloss ist betroffen – zum Beispiel ein Sicherheitsschloss? So kann der Notdienst genau kalkulieren.

4. Definieren Sie, was genau gemacht werden soll: Legen Sie in Ihrem Auftrag fest, dass nur die verschlossene Tür wieder geöffnet werden soll. Eine Auswechslung des ganzen Schlosses ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Führen Sie das Gespräch unter Zeugen. So können Sie getroffene Vereinbarungen im Nachhinein beweisen.

5. Achten Sie auf Zuschläge: Schlüsseldienste dürfen Zuschläge nur außerhalb der üblichen Arbeitszeiten verlangen. "Sofortzuschläge", "Bereitstellungszuschläge" und "Spezialwerkzeugkosten" sind laut Urteil des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 23.02.2006 (Az.: 31 C 63/98-44) nicht erlaubt.

6. Zahlen Sie nur, was Sie vereinbart haben: Bevor Sie die Rechnung unterschreiben, sollten Sie die einzelnen Posten genau prüfen. Streichen Sie Passagen, die Sie nicht wünschen oder nicht vereinbart haben. Niemand kann Sie zwingen, nicht vereinbarte Regelungen zu akzeptieren. Sie können auch nur die Erteilung des Auftrags bestätigen. Viele Firmen verlangen eine Barzahlung. Zahlen Sie nur, wenn eine detaillierte Rechnung vorliegt und diese der Vereinbarung entspricht. Wenn Sie nicht genügend Bargeld zur Verfügung haben, bestehen Sie auf eine Zahlung per Rechnung. Fahren Sie nicht mit dem Monteur zum nächsten Geldautomaten!

7. Lassen Sie sich nicht nötigen: Sollte der gerufene Handwerker Sie unter Druck setzen, etwa indem er droht, die Tür wieder zu verschließen, zögern Sie nicht, die Polizei über den Notruf 110 zu rufen. Nötigung ist strafbar! Bitten Sie um Hilfe aus der Nachbarschaft. 

Quelle: Verbraucherzentrale RLP

 

Text: / handwerksblatt.de
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