Frederik Koch, Head of Partnerships bei Commerz Globalpay, spricht über digitale Zahlungslösungen als Chance für mehr Effizienz und Liquidität im Handwerk.

Frederik Koch, Head of Partnerships bei Commerz Globalpay, spricht über digitale Zahlungslösungen als Chance für mehr Effizienz und Liquidität im Handwerk. (Foto: © privat)

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Interview: "Ideal für pauschale Abrechnung"

Betriebsführung

Frederik Koch von Commerz Globalpay erklärt, wie moderne Zahlungslösungen Prozesse vereinfachen und die Liquidität von Handwerksbetrieben stärken.

Frederik Koch verantwortet als Head of Partnerships bei Commerz Globalpay den Multiplikator- und Partner­vertrieb.

DHB: Herr Koch, Sie gehen erst jetzt auf das Handwerk zu – haben Sie diesen Wirtschaftszweig übersehen?
Koch:
Natürlich nicht – wir sind über die Commerzbank schon immer im Handwerk aktiv. Commerz Globalpay ist ein Joint Venture zwischen der Commerzbank AG und Global Payments Inc, das im Mai 2024 gegründet wurde. Daher treten wir jetzt als neuer Anbieter am Markt auf und erweitern das Produktportfolio unserer Shareholders im Handwerk.

DHB: Bislang sind sie vor allem im Bäckerhandwerk aktiv.
Koch:
Richtig, was daran liegt, dass wir primär aus dem Handel kommen. Auch wenn Bäckereien zum Handwerk gehören, geht es dort um den Verkauf. Unsere Lösungen sind überall dort interessant, wo Kunden Waren konsumieren und gerne die Zahlungen per Karte erledigen. Der Einkauf oder der Vor-Ort-Verzehr von Brötchen, Kaffee oder Kuchen ist dafür prädestiniert und sie finden daher in Bäckereien unsere Kartenlesegeräte.

DHB: Das heißt aber auch, dass Ihre Lösungen nicht für jedes Handwerk geeignet sind.
Koch:
Das stimmt, unsere Zahlungssysteme bilden tatsächlich nicht jeden Anwendungsfall im Handwerk ab. Aber unsere digitalen Zahlungsmethoden sind in jedem Handwerk sinnvoll, in dem Standardprozesse pauschal abgerechnet werden können. Und damit ist Commerz Globalpay auch für solche Gewerke interessant, die man nicht sofort auf dem Schirm hat: etwa der Dachdecker für die Dachwartung, der SHK-Betrieb für die Heizungswartungen. Die Liste lässt sich fortführen – und man darf nicht vergessen, dass die Zahlungssysteme nur ein Teil unserer Lösungen sind. Wir verstehen uns als Omnichannel-Zahlungsdienstleister: Wir bieten verschiedene Produkte physisch oder digital an, die unsere Kunden befähigen, Zahlungen entgegenzunehmen.

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DHB: Wo liegen die Vorteile?
Koch:
Erstens muss der Handwerker nicht lange auf sein Geld warten, weil die Zahlung sofort abgewickelt wurde, auch der Kunde muss nicht erst auf die Rechnung warten und dann überweisen. Das Handwerk ist längst digital unterwegs und in der Regel problemlos in der Lage, mobile Zahlungsprozesse in seine Betriebsabläufe zu integrieren. Das heißt, er muss auch Posten wie Zusatzarbeiten,

Stundenzettel oder zusätzlicher Materialverbrauch in die Rechnung integrieren können und beim Kunden vor Ort entsprechende Ergänzungen vornehmen können.

DHB: Sie lösen damit nicht den klassischen Rechnungsweg ab.
Koch:
Das ist auch nicht unser Anspruch. Wir sehen uns als sinnvolle Ergänzung für bestehende Prozesse und schaffen in gewissen Situationen Vorteile für Kunden und Handwerker. Warum muss man für Standarddienstleistungen erst Wochen ins Land gehen lassen, wenn es eine sofortige Bezahlmöglichkeit gibt? Das erhöht auch die Liquidität des Handwerksbetriebes.

DHB: Das Handwerk macht mit?
Koch:
Natürlich ist eine gewisse Skepsis bei den Betrieben, weil das Prozessänderungen bedeutet. Handwerk ist schon sehr konservativ. Aber wir sehen in anderen Märkten von Global Payments, dass das heute schon gut funktioniert – und in Deutschland ist das nur noch eine Frage der Zeit.

DHB: Wo stehen Sie im deutschen Markt?
Koch:
Grob geschätzt, sehen wir uns in Deutschland bei Marktanteilen von rund 5 Prozent, wobei man fairerweise sagen muss, dass wir erst seit 18 Monaten aktiv sind. Aber wir von Commerz Globalpay sind ein vergleichsweise neuer, aber stark wachsender Player, zumal wir mit unserem Shareholder, der Commerzbank, einen starken Partner haben. Als Gemeinschaftsunternehmen von Global Payments und der Commerzbank bringt die Commerz Globalpay innovative Software-Lösungen und die starke Position und langjährige Expertise der Commerzbank im deutschen Markt zum Händler. Letztendlich geht es um mehr als nur eine Zahlungsabwicklung, sondern um die Digitalisierung dieses und anderer Geschäftsprozesse. Ein Konto ist daher nur der Ausgangspunkt für eine Geschäftsverbindung, um so über das gesamte Angebot eines Kreditinstituts, von der Projektfinanzierung über Anlageprodukte bis hin zu Vorsorge- und Versicherungslösungen, mit dem Geschäftspartner zusammenzuarbeiten.

Das Interview führte Stefan Buhren.

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Text: / handwerksblatt.de

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