Verschiedene Rentensysteme bergen unterschiedliche Rendite aber auch Risiken. Was Sie dabei Beachten sollten.

Verschiedene Rentensysteme bergen unterschiedliche Rendite aber auch Risiken. Was Sie dabei Beachten sollten. (Foto: © nyul/123RF.com)

18 Jahre Handwerker-Pflichtversicherung – und dann?

Nach 18 Jahren in denen sie Pflichtbeiträge an die gesetzliche Rentenversicherung geleistet haben, stehen sie vor der Wahl – zahlen sie weiter ein oder nicht?

Gerade in Zeiten der Finanzkrise ist bei manchem Handwerker die Unsicherheit groß, wie er nach Ablauf der 18 Jahre weiter vorgehen soll: Er kann seine Versicherungspflicht wie bisher fortführen und weiter Pflichtbeiträge einzahlen, er kann freiwillige Beiträge leisten, oder er zahlt gar nicht mehr weiter ein und setzt komplett auf die private Vorsorge.

"Für Selbstständige kann es sich lohnen, weiter Pflichtbeiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen, weil sie sich damit zum Beispiel den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente oder auf Reha-Maßnahmen erhalten", erklärt Francesco Fronholt von der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, Koordinator des Infonetzes Altersvorsorge: "Den Pflichtmitgliedern bleibt das  Komplettpaket an Schutz, das die gesetzliche Rentenversicherung bietet."

Gehe es den Selbstständigen aber vor allem um die Rendite ihrer Einzahlungen, lohne es sich eher nicht, weiter Pflichtmitglied zu bleiben oder freiwillige Beiträge einzuzahlen, um die Rente im Alter zu erhöhen: "Hier gibt es bessere Möglichkeiten, zum Beispiel mit Unterstützung des Staats privat vorzusorgen."

Riester-Rente

Solange ein selbstständiger Handwerker noch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, hat er Anspruch auf Riester-Förderung. Der Vertragsabschluss lohnt sich, denn der Kunde profitiert von staatlichen Zulagen für sich und seine Kinder und eventuell zusätzlich von Steuervorteilen. Endet die Pflichtmitgliedschaft und damit der Anspruch auf direkte Förderung, kann der Selbstständige seinen Vertrag ruhen lassen. Möglich ist auch, dass selbstständige Handwerksmeister Anspruch auf eine indirekte Förderung haben: Wenn ihr Ehepartner in einen Riester-Vertrag einzahlt, können sich auch die nicht direkt förderberechtigten Selbstständigen noch die staatliche Zulage sichern.

Rürup-Rente

Rürup-Sparer profitieren von staatlicher Förderung in Form von Steuervorteilen. Da sie einen Großteil ihrer Beiträge für einen Rürup-Vertrag als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen können, lohnt sich für viele Selbstständige eine klassische Rürup-Rentenversicherung als sichere und relativ bequeme Altersvorsorge. Allerdings sind Verluste möglich, wenn sich die Kunden für eine fondsgebundene Variante eines Rürup-Vertrags entscheiden. Ein Nachteil aller Angebote ist, dass der Vertrag eher unflexibel und nicht vererbbar oder auf eine andere Person übertragbar ist.

Versicherungsverträge

Kapitallebensversicherungen und private Rentenversicherungen sind für die private Altersvorsorge sehr beliebt. Wichtig ist aber, dass sich die Handwerker vorher genau überlegen, welchen Vertrag sie abschließen. Wählen sie die klassische Variante, können sie sicher sein, dass ihnen im Alter zumindest eine Kapitalauszahlung bzw. eine Rente in bestimmter Höhe garantiert ist. Die  Renditen sind aber eher mäßig. Wählen sie Verträge, bei denen die Versicherer Beiträge der Kunden in Investmentfonds einzahlen, besteht bei schlechter Börsenentwicklung die Gefahr, deutlich weniger herauszubekommen, als eingezahlt wurde. Verluste drohen auch, wenn sich der Versicherte seine Beiträge nicht mehr leisten kann oder den Vertrag sogar kündigen muss.

Investmentfonds

Die Unsicherheit ist da: Ist es derzeit überhaupt noch zu empfehlen, in Fonds zu investieren? Für einen jungen Handwerker, der auf lange Sicht Geld anlegen will, kann ein guter Fondssparplan weiter für einen Teil der Altersvorsorge infrage kommen, da mit dem Fondsinvestment enorme Renditen möglich sind. "Jemand, der auf lange Sicht Geld anlegen will, muss nicht grundsätzlich die Finger von Investmentfonds lassen", erklärt Francesco Fronholt. "Allerdings sollte er unbedingt auf die Ausrichtung des Fonds achten und darauf, dass das Risiko breit gestreut ist."

Text: / handwerksblatt.de

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