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HWK Koblenz | Juni 2026
Web-Seminar zur "Arbeitgeberattraktivität"
Im Rahmen von "Handwerk attraktiv" lernen die Teilnehmer am 19. August, wie sie ihren Betrieb klar positionieren und für Fachkräfte sichtbar machen.
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Juni 2026
Die kommunale Verpackungssteuer, die in einigen Städten eingeführt wurde, gilt für alle To-go-Produkte. Auch für Kaffee und Snacks vom Handwerksbäcker. Der Verband fordert in einem offenen Brief den Stopp der Steuer.
"Die kommunale Verpackungssteuer entwickelt sich für viele Handwerksbäckereien zu einem echten Belastungstest", sagt Roland Ermer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. "Weniger Umsatz, mehr Bürokratie und täglicher Streit mit Kunden – genau das dürfen wir unseren Betrieben in dieser wirtschaftlichen Lage nicht auch noch zumuten." Die Einwegsteuer wird in einigen Städten wie Tübingen, Konstanz und Freiburg auf To-go-Produkte erhoben. Andere Kommunen prüfen die Einführung. Die Meinung dazu ist gespalten.
In Freiburg im Breisgau gibt es die Steuer seit Jahresbeginn. Sie beträgt 50 Cent auf Einwegbecher und 50 Cent auf Behälter für warmes Essen. 20 Cent fallen pro Einwegbesteck-Set an. Laut einer aktuellen Umfrage der IHK Freiburg unter 107 Betrieben berichten 66,3 Prozent der Betriebe seither von Umsatzrückgängen bei Kaffee und Heißgetränken zum Mitnehmen, 63,2 Prozent bei warmen Speisen to go. Knapp die Hälfte verzeichnet einen Rückgang bei einwegverpackten Mitnahmeartikeln.
"Für viele Bäckereien ist das To-go-Geschäft ein wichtiger Umsatzträger. Wenn Kunden plötzlich auf ihren Kaffee oder Snack verzichten, trifft das direkt die wirtschaftliche Grundlage der Betriebe", so Ermer. Wichtige Umsätze und Erträge werden geschmälert. Am Ende fehle genau das Geld, das eigentlich für Investitionen, höhere Löhne oder die Ausbildung junger Menschen gebraucht wird.
Das Bäckerhandwerk hat sich jetzt mit einem offenen Brief an den Deutschen Städte- und Gemeindebund gewandt und fordert, kommunale Verpackungssteuern dort, wo sie bereits eingeführt wurden, unverzüglich auszusetzen und auf weitere Einführungen zu verzichten.
Die Umfrage der IHK Südlicher Oberrhein unter Freiburger Gastronomen und Bäckern 100 Tage nach der Einführung der Steuer unter 107 IHK-Betrieben zeige massive Auswirkungen auf den Betriebsalltag. 83 Prozent der Betriebe würden zusätzlichen Arbeitsaufwand beklagen, fast jeder dritte Betrieb spricht von ein bis drei Stunden Mehraufwand – täglich. "Unsere Betriebe brauchen Entlastung und keine neuen Belastungen. Die Verkäuferinnen stehen morgens im Laden, bedienen Kunden im Minutentakt – und müssen inzwischen an der Kasse Steuerregeln erklären", so Roland Ermer.
✔️ Komplizierte Abläufe an der Verkaufstheke,
✔️ Zusätzlicher Erklärungsbedarf gegenüber Kunden
✔️ Ein "erheblicher administrativen Mehraufwand"
Auch die Akzeptanz der Kunden sei gering, sagen 71 Prozent der Unternehmer. Es gebe zunehmenden Konflikte im Kundenkontakt. Jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) hat mehrmals täglich oder wöchentlich Diskussionen mit Kundinnen und Kunden im Zusammenhang mit der Verpackungssteuer. Nur 14 Prozent geben an, keinerlei Konflikte zu haben.
"Die Verpackungssteuer vergiftet zunehmend die Stimmung im Verkauf", warnt Ermer. "Die Bäckereifachverkäuferinnen werden zum Blitzableiter für politische Fehlentscheidungen. Viele Kunden reagieren genervt oder lassen ihre Ware sogar an der Kasse stehen."
Nach Angaben der IHK komme es immer wieder vor, dass Kunden Produkte nicht kaufen, sobald zusätzliche Verpackungskosten anfallen. Die Betriebe verlieren demnach Umsatz und langfristige Stammkunden werden verprellt. Auch die gewünschte ökologische Lenkungswirkung bleibt nach Einschätzung vieler Betriebe aus. 78 Prozent der Unternehmen geben an, dass Einwegverpackungen weiterhin bevorzugt werden. Ermer: "Die Realität zeigt: Die Menschen wollen im Alltag praktikable Lösungen – keine Strafsteuer auf den Coffee-to-go."
Laut Christina Gehri, Leiterin des Fachbereichs Standort und Branchen bei der IHK Südlicher Oberrhein würden nicht selten Kunden an der Kasse die Waren unbezahlt stehen lassen, weil sie nicht bereit seien, Verpackungssteuer zu bezahlen. "Es wird sinnlos Verpackungsmüll produziert, die Ware muss entsorgt werden und auch hier entstehen zum einen Konflikte und natürlich Umsatzrückgänge - und zwar ganz am Schluss der Verkaufskette."
Quelle: Zentralverband des Bäckerhandwerks; IHK Südlicher Oberrhein
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