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Bäckerei-Azubis bekommen deutlich mehr Geld

Eine Ausbildung im Bäckerhandwerk - ob in der Backstube oder im Verkauf - ist seit Februar 2024 noch attraktiver. Die Azubis bekommen eine deutlich höhere Vergütung, 50 Euro Inflationsausgleichsprämie pro Monat und einen Zuschuss zum ÖPNV-Ticket.

Das Bäckerhandwerk leidet wie viele Branchen unter Nachwuchsmangel. Um eine Ausbildung in der Backstube und im Verkauf auch finanziell attraktiver zu machen, bekommen alle Auszubildenden seit Februar dieses Jahres eine um 25 Prozent höhere Ausbildungsvergütung.

  • Wer seine Ausbildung anfängt, geht mit mindestens 860 Euro brutto im Monat nach Hause. Das sind 180 Euro mehr als vorher.
  • Im zweiten Ausbildungsjahr gibt es 190 Euro zusätzlich oder 945 Euro.
  • Im dritten Lehrjahr gibt es dann 1.085 Euro – ein Plus von 200 Euro. 

"Im Schnitt haben die Bäckerei-Azubis damit rund ein Viertel mehr auf dem Konto", so Claudia Tiedge, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Außerdem erhalten alle Azubis bis zum Jahresende 2024 noch eine Inflationsausgleichsprämie von 50 Euro pro Monat. Und es gibt auch noch ein Ticket-Geld von 29 Euro im Monat für den ÖPNV - also ein 29-Euro-Ticket oder in den Bundesländern, wo das nicht angeboten wird, ein Fahrtkostenzuschuss von bis zu 29 Euro pro Monat für Fahrten mit dem ÖPNV.

Am 31. Dezember 2024 fällt die Inflationsausgleichsprämie weg. Stattdessen gibt es ab 2025 weitere 70 Euro brutto mehr. Die tarifliche Ausbildungsvergütung erhöht sich damit laut Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks

  • im 1. Ausbildungsjahr von 860 Euro brutto auf 930 Euro 
  • im 2. Ausbildungsjahr von 945 Euro brutto auf 1.015 Euro und
  • im 3. Ausbildungsjahr von 1085 Euro brutto auf 1.155 Euro.

Offensive gegen den Nachwuchsmangel

Der Tarifabschluss gilt für alle Betriebe, denn für die "Azubi-Tarife" gilt eine Allgemeinverbindlichkeit. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat die entsprechende Allgemeinverbindlichkeitserklärung unterzeichnet. Bereits im Juli 2023 hatten sich der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks und die Gewerkschaft NGG auf den Abschluss eines neuen Tarifvertrages für die Auszubildenden des Bäckerhandwerks geeinigt und die Allgemeinverbindlichkeit beim Bundesarbeitsministerium (BMAS) beantragt.

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"Das erzielte Ergebnis der beiden Sozialpartner Zentralverband und Gewerkschaft ist ein wichtiges Signal", betonte Roland Ermer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. "Die Ausbildungsvergütung im Bäckerhandwerk bleibt damit attraktiv und muss sich im Vergleich mit anderen Branchen nicht verstecken."

Eine solche "Azubi-Offensive" sei dringend notwendig, findet Claudia Tiedge. Sie spricht vom "Akut-Problem Azubi-Schwund": In allen Bäckereien gebe es bundesweit laut Bundesagentur für Arbeit lediglich rund 11.500 Auszubildende. Vor zehn Jahren seien es noch 24.300 Bäckerei-Azubis gewesen. Diesen Trend müsse man stoppen, denn die Arbeit in Bäckereien sei interessant und krisensicher. 

Ziel: Eine moderne Ausbildungsverordnung für Fachverkäufer

Der Bäckerverband fordert gleichzeitig eine Neuordnung der Ausbildungsverordnungen. "Wir müssen die Inhalte der Ausbildungen modernisieren und die Berufsbeschreibungen anpassen", so Ermer. Um dem veränderten Bildungsverhalten und gesellschaftlichen Veränderungen gerecht zu werden, brauche es dringend mehr Flexibilität und zeitgemäße Anpassungen, "um den Bedarfen gerecht zu werden".

Kritik übt der Verband an der Gewerkschaft NGG, die sich "aus nicht nachvollziehbaren Gründen der notwendigen Modernisierung der Ausbildungsverordnung für den Ausbildungsberuf Fachverkäufer" sperren würde, so Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes. Ein Konzept würde vorliegen.

Quelle: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG); Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks

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Text: / handwerksblatt.de

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