News, Tools, Software und Herstellerinformationen auf einer Plattform – Handwerk innovativ will das "Google, Facebook und LinkedIn für Handwerker" werden.

News, Tools, Software und Herstellerinformationen auf einer Plattform – Handwerk innovativ will das "Google, Facebook und LinkedIn für Handwerker" werden. (Foto: © Handwerk innovativ/Valery Kloubert)

"Google, Facebook und LinkedIn für Handwerker"

Betriebsführung

Mit "Handwerk innovativ" setzt sich Marco Strüver gleich hohe Ziele. Das Start-up will er zum "Google, Facebook und LinkedIn für Handwerker" machen. Die Plattform soll ein digitaler Werkzeugkasten sein.

Eine Million Betriebe, 130 Berufe, eine Plattform. Mit diesem griffigen Slogan wirbt "Handwerk innovativ" (Hi.) auf seiner Internetseite. "Wir sind Google, Facebook und LinkedIn für Handwerker", beschreibt Marco Strüver das Spektrum von Hi. Der Co-Gründer und Geschäftsführer des Start-ups will die Digitalisierung im Handwerk vorantreiben. Die Plattform soll als "digitaler Werkzeugkasten" fungieren. Handwerker können sie kostenlos nutzen. Sie müssen sich lediglich registrieren.

Strukturierter Aufbau

Handwerk innovativ will neben Tools auch News aus dem Handwerk anbieten. Foto: © Handwerk innovativ/Valery KloubertHandwerk innovativ will neben Tools auch News aus dem Handwerk anbieten. Foto: © Handwerk innovativ/Valery Kloubert

Im digitalen Werkzeugkasten von Hi. herrscht Ordnung. "Unsere Nutzer sollen alle relevanten Informationen und Tools schnell und bequem finden", hat sich Marco Strüver vorgenommen. Die Kontaktdaten von Herstellern, deren digitale Tools sowie News zu Produkten und Angeboten werden immer nach dem gleichen Muster dargestellt. Das erspart langes Scrollen oder Durchklicken von Internetseiten.

Einmal anmelden, auf alles zugreifen

Um den registrierten Handwerkern die Arbeit weiter zu erleichtern, plant Handwerk innovativ ein Single-Sign-On. "Damit können die Nutzer mit einer Anmeldung – beispielsweise über Touch-ID oder Face-ID – auf alle Portale und geschützten User-Bereiche der Hersteller zugreifen", plant der Hi.-Geschäftsführer als nächste Entwicklungsstufe der Plattform.

Als Partner aus der Industrie haben sich Hi. bislang unter anderem Ejot, Gira, Jung, Trilux und Ledvance angeschlossen. 

Tools für das Handwerk

Der digitale Werkzeugkasten von Hi. enthält viele nützliche Werkzeuge. "Zurzeit sind knapp 100 Software-Angebote bei uns gelistet", erklärt Marco Strüver. Zu den Anbietern zählen OpenHandwerk, Plancraft, Capmo, Mapstrom, Red CAD, MemoMeister, ClickBuild, Craftnote und bex technologies.

Tools auf handwerksblatt.de Über einige Anbieter, die auf der Plattform Handwerk innovativ gelistet sind, haben wir bereits auf handwerksblatt.de berichtet. Artikel gibt es zu bex technologies, Mapstrom, ClickBuild und OpenHandwerk

"Im Handwerk nimmt die Digitalisierung erst Fahrt auf, wenn die Betriebe anstelle der viel zu großen und teuren Software-Pakete kleine, intuitiv zu bedienende und kostengünstige Lösungen finden", meint der Gründer des CraftTechs.

Start-ups, die diese auf das Handwerk zugeschnittenen Produkte anbieten, will er auf die Plattform holen und ihnen dort dauerhaft einen Showroom geben. "Im Idealfall vertreiben sie ihre Produkte auch gleich über Hi. und gewähren unseren Nutzern einen kleinen Rabatt."

Contest für Tool-Anbieter

Mit dem "Contest Hi.2021" will er all die "kleinen, genialen Geschäftsmodelle", aber auch Corporate Start-ups großer Unternehmen und die Hersteller auf Hi. aufmerksam machen. Im Rahmen eines Wettbewerbs sollen sie ihre Entwicklungen für das Handwerk vorstellen und damit eine Bühne geboten bekommen. Anmeldungen sind bis Ende September möglich. Danach stimmen die User von Hi. und die Fans der teilnehmenden Unternehmen bis zum Herbst über das beste Tool ab. Der Preis wird in drei Kategorien vergeben. 

Finanzierung und Ausblick

Das Büro von Handwerk innovativ befindet sich im Kölner Stadtteil Mülheim. Foto: © Handwerk innovativ/Valery KloubertDas Büro von Handwerk innovativ befindet sich im Kölner Stadtteil Mülheim. Foto: © Handwerk innovativ/Valery Kloubert

Die Idee, eine Plattform wie Handwerk innovativ zu erschaffen, stammt von Dominik Kortmann. Er ist Geschäftsführer des Gebäudetechnik-Unternehmens Kortmann GmbH & Co. KG, aber auch Gründer eines Wagniskapital-Fonds. NewRock Ventures finanziert den Aufbau von Handwerk innovativ.

"Von unserem Ursprung her sind wir also eher elektrolastig, arbeiten uns aber als Nächstes in andere Bau- und Ausbaugewerke vor." Strüver will SHK-Installateuren, Dachdeckern, Maurern, Betonbauern und Malern einen Mehrwert bieten.

Langfristig betrachtet soll hi. das ganze Handwerk ansprechen. "Dieses Jahr werden Bäcker, Fleischer oder Friseure noch nicht bei uns fündig. Darüber können wir vielleicht ab 2022 reden", wagt der Geschäftsführer von Handwerk innovativ eine vorsichtige Prognose.   

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Text: / handwerksblatt.de