Schwarze Anzüge können auch im Alltag getragen werden. Steuerlich können sie nicht berücksichtigt werden. Das hat der Bundesfinanzhof klargestellt.

Schwarze Anzüge können auch im Alltag getragen werden. Steuerlich können sie nicht berücksichtigt werden. Das hat der Bundesfinanzhof klargestellt. (Foto: © kzenon/123RF.com)

Kein Betriebsausgabenabzug für schwarze Anzüge

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass ein Betriebsausgabenabzug für bürgerliche Kleidung ausscheidet. Selbst dann, wenn diese bei der Arbeit getragen wird. Das gilt jetzt auch für den schwarzen Anzug bei Bestattern oder Kellnern.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass ein Betriebsausgabenabzug für bürgerliche Kleidung auch dann ausscheidet, wenn diese bei der Arbeit getragen wird. 

In älteren Entscheidungen hat der BFH auch bürgerliche Kleidung als typische Berufskleidung angesehen. Etwa den schwarzen Anzug von Bestattern, Oberkellnern oder katholischen Geistlichen. Diese Rechtsprechung sieht der aufgrund der Entscheidung des Großen Senats des BFH als überholt an, heißt es in dem Urteil. 

Die Kläger, ein Ehepaar, waren beide als selbständige Trauerredner tätig. Bei der Gewinnermittlung machten sie Aufwendungen für schwarze Anzüge, Blusen, Pullover, Schuhe und Schals als Betriebsausgaben geltend.

Gehört zur Lebensführung

Das zuständige Finanzamt und das Finanzgericht lehnten die steuerliche Berücksichtigung der Ausgaben für diese Kleidung ab. Der Bundesfinanzhof bestätigte, dass Aufwendungen für Kleidung als unverzichtbare Aufwendungen der Lebensführung grundsätzlich nicht abziehbar sind.

Sie seien nur dann als Betriebsausgaben zu berücksichtigen, wenn es sich um Aufwendungen für typische Berufskleidung  handelt. Und typische Berufskleidung könne nicht auch zu privaten Anlässen getragen werden.

Beispielsweise Bäckerbekleidung, Zunftkleidung, Uniformen oder Hemden mit dauerhaft und gut sichtbar angebrachten Firmenemblemen, Schutzkleidung oder Arbeitsschuhe

Schwarze Anzüge und Blusen können auch privat getragen werden

Schwarze Anzüge, Röcke, Blusen und Pullover würden nicht hierunter fallen, da es sich um bürgerliche Kleidung handelt, die auch privat getragen werden kann.

Für diese sei kein Betriebsausgabenabzug zu gewähren, selbst wenn die Kleidung ausschließlich bei der Berufsausübung benutzt oder das Tragen von schwarzer Kleidung von den Trauernden erwartet wird. Aus anderen Gründen verwies der BFH die Sache an das FG zurück.

Urteil vom 16. März 2022, veröffentlicht am 21. Juni 2022, Az.: VIII R 33/18

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Text: / handwerksblatt.de

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