Strauss stellt KI-Werkzeugbrille für das Handwerk vor
Ende September hat Henning Strauss, CEO und Markenchef von Strauss, eine KI-gestützte Werkzeugbrille vorgestellt, die 2027 an den Markt gehen soll.
Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Neue Werkzeuge für das Handwerk
Das Unternehmen will damit digitale Anwendungen stärker in den Arbeitsalltag von Handwerksbetrieben integrieren. Die Brille mit dem Namen "Glasses One" basiert auf einer klassischen Schutzbrille und ist mit Kamera sowie Sprachsteuerung ausgestattet. Die KI-Funktionen sollen über eine Smartphone-App genutzt werden. Nach Angaben des Unternehmens ist die Brille für den Einsatz auf Baustellen und in Werkstätten vorgesehen. Der Marktstart ist für Sommer 2027 geplant.
Neue Möglichkeiten für Betriebe
Die Anwendung soll Handwerkerinnen und Handwerker unter anderem bei der Erfassung von Anforderungen unterstützen. Auf Basis von Kundengesprächen, Fotos, Videos und Maßen könne die Brille Informationen auswerten und daraus in Echtzeit ein Angebot erstellen, teilte Strauss mit. Zudem soll sie in internationalen Teams durch Simultanübersetzung helfen. Auch Arbeitsanweisungen, Fachinformationen und Bestandsdaten sollen während der Arbeit abrufbar sein. Henning Strauss stellte die Entwicklung in Berlin in einen größeren wirtschaftlichen Zusammenhang. Das deutsche Handwerk verfüge über gewachsene Erfahrung und fachliches Wissen, sagte er. In Verbindung mit Künstlicher Intelligenz und digitalen Werkzeugen könnten daraus neue Möglichkeiten für Betriebe und für den Standort Deutschland entstehen.
Workwearables im Trend
Henning Strauss, CEO und Markenchef von Strauss Foto: © StraussStrauss beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit mit digitalen Anwendungen im Arbeitsumfeld. 2025 hatte das Unternehmen mit "Toolbox XR" eine Anwendung für die Meta Quest vorgestellt. Mit der App lassen sich laut Unternehmensangaben Flächen vermessen, Maße berechnen und Formen übertragen. Sie ist im Meta Horizon Store verfügbar und setzt eine Meta-Quest-VR-Brille voraus. Die neue Brille ordnet Strauss der Kategorie sogenannter Workwearables zu. Gemeint sind tragbare digitale Werkzeuge, die Arbeitsprozesse unterstützen sollen. Das Unternehmen sieht darin ein weiteres Einsatzfeld für Technologien im Handwerk, etwa bei Planung, Kommunikation und Dokumentation.
KI als Ergänzung zu praktischem Können
Mit Blick auf die Debatte über Künstliche Intelligenz verwies Henning Strauss auch auf die Bedeutung handwerklicher Fähigkeiten. So könne KI Fachwissen ergänzen, ersetze aber nicht das praktische Können, . Gerade die Verbindung von Erfahrung, manueller Arbeit und digitalen Hilfsmitteln werde für künftige Berufsbilder im Handwerk wichtiger. Ob und wie schnell sich solche Anwendungen im Arbeitsalltag durchsetzen, dürfte auch von den technischen Anforderungen, den Kosten und den Rahmenbedingungen für Betriebe abhängen. Strauss betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung innovationsfreundlicher und verlässlicher Vorgaben.
DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!
Text:
Claudia Stemick /
handwerksblatt.de
Kommentar schreiben