Weiterbildung zahlt sich aus: Je nach Beruf liegen die Meistervergütungen etwa 20 bis 40 Prozent über denen von Gesellen.

Weiterbildung zahlt sich aus: Je nach Beruf liegen die Meistervergütungen etwa 20 bis 40 Prozent über denen von Gesellen. (Foto: © auremar/123RF.com)

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Neue Vergütungsstudie für das Handwerk räumt mit Vorurteilen auf

Pauschale Aussagen über niedrige Handwerkslöhne treffen nicht zu. Qualifizierte Fachkräfte verdienen gut – und Zusatzleistungen machen den Unterschied. Das zeigt eine aktuelle Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts.

Die Arbeit im Handwerk gilt häufig als eintönig, körperlich belastend und schlecht bezahlt. Doch eine neue Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts (LFI) für Handwerkswissenschaften liefert aktuelle Zahlen und beleuchtet die tatsächliche Vergütungssituation im Handwerk von Sachsen-Anhalt.

Vergütung richtet sich nach Beruf und Qualifikation

Die Studie zeigt: Die Vergütung im Handwerk ist oft wettbewerbsfähig, vor allem bei qualifizierten Fachkräften. Sie hängt maßgeblich vom jeweiligen Gewerk, der wirtschaftlichen Situation des Betriebs sowie der Qualifikation und Berufserfahrung ab.

540 Handwerksbetriebe in Sachsen-Anhalt beteiligten sich an der Befragung, insgesamt gingen 2.135 Vergütungsdaten in die Auswertung ein. Die Untersuchung analysierte nicht nur die Höhe der Vergütungen, sondern auch zusätzliche Leistungen, Vakanzzeiten sowie Faktoren, die für das Gewinnen und Halten von Beschäftigten maßgeblich sind.

Qualifikation zahlt sich aus

Ausbildung und Weiterbildung legen die Basis für höhere Einkommen im Handwerk. Gesellen verdienen in Sachsen-Anhalt im Schnitt rund 5,50 bis 8 Euro brutto mehr pro Stunde als Helfer. Wer sich zum Meister weiterbildet, erzielt je nach Beruf 20 bis 40 Prozent mehr als ein Geselle, was monatlich einen Mehrverdienst von etwa 1.000 bis 1.350 Euro brutto bedeutet.

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Lange Suche nach Fachkräften

Betriebe benötigen Zeit, um offene Stellen zu besetzen. Die durchschnittliche Zeit für die Suche beträgt für Gesellen zehn Monate, für Meister neun Monate. Bei kaufmännischen Angestellten und Helfern liegt die durchschnittliche Zeit für die Suche bei vier Monaten.

Betriebsklima ist wichtig für die Attraktivität des Arbeitgebers 

Vergütung bleibt ein wichtiger Faktor für die Attraktivität der Arbeitgeber. Für das Gewinnen und Binden von Mitarbeitenden sind laut Betrieben jedoch auch ein gutes Betriebsklima sowie der persönliche Kontakt zwischen Inhabenden und Beschäftigten entscheidend. 21 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Vergütung als deutlich höher als die der Wettbewerber, 75 Prozent schätzen das Niveau als vergleichbar ein.

Viele Handwerksbetriebe ergänzen das Gehalt um zusätzliche Leistungen. Häufig bieten sie Betriebsveranstaltungen, kostenlose Arbeitskleidung, Getränke, Kaffee, Snacks sowie kostenfreie Parkplätze an. Weihnachts- und Urlaubsgeld, Mitarbeiterrabatte, steuerfreie Sachzuwendungen und die Auszahlung von Überstunden kommen bei zahlreichen Betrieben hinzu.

Fazit der Studie: Attraktive Arbeitsplätze im Handwerk entstehen durch das Zusammenspiel von fairer Vergütung, beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten, guten Arbeitsbedingungen und gelebter Wertschätzung. Wer diese Faktoren sichtbar macht und weiter stärkt, verbessert die Chancen im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte.

Die gesamte Studie finden Sie > hier zum kostenlosen Download 

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Text: / handwerksblatt.de

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