Kurz vor den Treffen der Kultusminister und der Ministerpräsidenten in dieser Woche appelliert der BvLB-Vorsitzender Joachim Maiß an die politischen Entscheidungsträger, nicht einzig an den AHA-L-Regeln festzuhalten, sondern alle zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen.

Kurz vor den Treffen der Kultusminister und der Ministerpräsidenten in dieser Woche appelliert der BvLB-Vorsitzender Joachim Maiß an die politischen Entscheidungsträger, nicht einzig an den AHA-L-Regeln festzuhalten, sondern alle zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen. (Foto: © BvLB/Marco Urban)

"Alle Möglichkeiten ausschöpfen, um berufliche Schulen sicher zu machen!"

Bildung

Damit an den beruflichen Schulen trotz Corona sicher in Präsenz unterrichtet werden kann, fordert der Lehrerverband BvLB die Politik auf, endlich alle zur Verfügung stehenden Instrumentarien zu nutzen.

Am Mittwoch beraten die Kultusminister darüber, wie es mit Blick auf die aktuellen Corona-Lage an den Schulen weitergeht. Am Freitag kommen die Ministerpräsidenten zusammen. Kurz vor diesen Treffen meldet sich der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) zu Wort. 

Instrumentarium nutzen

Der BvLB-Vorsitzender Joachim Maiß appelliert an die politischen Entscheidungsträger, nicht einzig an den AHA-L-Regeln festzuhalten, sondern alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um die berufliche Schulen "endlich zu einem sicheren und zugleich technisch zukunftsfähigen Ort zu machen". Drohende Schulschließungen kämen einem Versagen der Politik gleich und könnten verhindert werden.

"Dafür muss nur das zur Verfügung stehende Instrumentarium konsequent genutzt werden." Als Beispiele führt er unter anderem Luftfilter in allen Klassenräumen, FFP2-Masken für alle Schülerinnen und Schüler sowie alle an Schule tätigen Personen, konsequente Quarantäneregeln, Impfbusse auf den Schulhöfen und dem lokalen Infektionsgeschehen folgende Modelle für Distanz- und Präsenzunterricht an.

Kollaps des Systems

Selbst wenn mit Omikron der Schrecken der Pandemie verfliegen könnte, weil das Virus nicht so gefährlich, aber deutlich ansteckender sei und so das Infektionsgeschehen endemisch werde, bleibe die Gefahr für eine Erkrankung nach Maiß‘ Einschätzung in den nächsten Wochen groß. "Wenn dann immer mehr Kolleginnen und Kollegen in Folge von Impfdurchbrüchen erkranken und damit ausfallen, stoßen die beruflichen Schulen an ihre Funktionsgrenzen", warnt der BvLB-Vorsitzende. So kollabiere das System, weil Unterricht nicht mehr erteilt werden könne. 

Digitales Entwicklungsland

Präsenzunterricht sei für die berufliche Bildung jedoch elementar. Auf Dauer könne er nicht durch reinen Distanzunterricht ersetzt werden. Sofern in Distanz unterrichtet werden muss, weil viele Lehrkräfte corona-bedingt ausfallen oder Quarantänemaßnahmen greifen, scheitert dies Maiß zufolge aber weiterhin an der mangelnden digitalen Ausstattung, an fehlender Gigabitanbindung in der Fläche und an Datenschutzproblemen.

"Deutschland ist nach wie vor ein digitales Entwicklungsland und nicht darauf vorbereitet, überall guten Distanzunterricht gewährleisten zu können", bemängelt der BvLB-Vorsitzende. Angesichts der Tatsache, dass das griechische Alphabet noch einige Buchstaben mehr zur Verfügung hat, als bisher durch Virusvarianten belegt sind, sei der Handlungsdruck "mehr als gegeben".  

Quelle: Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung

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Text: / handwerksblatt.de

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