Handwerk

Flüchtlings- und Migrationscoaches haben im vergangenen Jahr fast 400 neue Ausbildungsverträge für Menschen ausländischer Herkunft erwirkt. (Foto: © auremar/123RF.com)

Wenn Flüchtlinge Handwerker werden

Flüchtlings- und Migrationscoaches der Handwerkskammer Koblenz haben sich 2017 um Menschen ausländischer Herkunft gekümmert. Ergebnis waren 389 neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse.

Im Rahmen der Landesstrategie zur Fachkräftesicherung in Rheinland-Pfalz haben sich das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit sowie die rheinland-pfälzischen Handwerkskammern darauf verständigt, gemeinsam Fachkräftenachwuchs für die Betriebe zu finden und jungen Menschen einen Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Mit dem Projekt "Migrations- und Flüchtlingscoach für betriebliche Ausbildung" wurde ein Kompetenzteam geschaffen, das sich gezielt bei der Integration von Flüchtlingen ins Handwerk einbringt. Die Mitarbeiter des Projekts erfassen zunächst die beruflichen Kompetenzen und Qualifikationen der Flüchtlinge. Sie unterstützen sie bei der Anerkennung beruflicher Abschlüsse. Bei gegebener Bleibeperspektive suchen sie dann nach geeigneten Arbeitsfeldern für Erwerbsarbeit oder Ausbildung. Anschließend unterstützen sie individuell Flüchtlinge sowie Betriebe bei der Einarbeitung und Integration.

2017 führten die fünf Flüchtlings- und Migrationscoach der Handwerkskammer Koblenz insgesamt 8.352 Telefonate und engagierten sich bei 2.174 persönlichen Kontakten mit ehrenamtlichen Helfern, mit den Ausländerbehörden ganz im Sinne der Migranten und Flüchtlinge. Diese Arbeit war schließlich Grundlage für 389 neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse mit Menschen ausländischer Herkunft. Im Verhältnis zu den insgesamt 2017 neu abgeschlossenen Lehrverträgen ergibt sich daraus ein Anteil von knapp acht Prozent. Insgesamt wurden im Vorjahr im Kammerbezirk Koblenz 678 Ausbildungsverhältnisse mit Menschen  ausländischer Herkunft gezählt. Darüber hinaus werden 170 Einstiegsqualifizierungen (EQ) mit Menschen mit Fluchtbiografie durchgeführt – rund die Hälfte der im Jahr 2017 abgeschlossenen EQ-Verträge. Die duale Ausbildung stellt dabei eine wesentliche Säule dar. Die Migrations- und Flüchtlingscoachs der Handwerkskammer Koblenz kennen die Chancen und Anforderungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, wissen, welche Fördermöglichkeiten es gibt. Sie vermitteln Praktika und betriebliche Erprobungen, helfen beim Erstellen geeigneter Bewerbungsunterlagen und bereiten auf Vorstellungsgespräche vor. Vor allem aber agieren sie mit Herzblut, Achtung und Unvoreingenommenheit. So tragen sie dazu bei, das Selbstbewusstsein der Menschen zu steigern und ihre Motivation zu erhöhen.

 

Hintergrund: Menschen mit Migrationshintergrund haben am 24. April die Möglichkeit, sich bei der Handwerkskammer Koblenz über verschiedene Berufsfelder und Einstiegsmöglichkeiten zu informieren. Unterschiedliche Workshops bieten in technischen Berufen, in der Backstube, der Fleischerei oder dem Friseursalon, Einblicke in die praktische Arbeit. Zudem wird über die Anerkennung der bisherigen Qualifizierung beraten. Ort der Veranstaltung ist das Handwerkskammer-Zentrum für Ernährung und Gesundheit in Koblenz.
Informationen: Weitere Informatione zum Schnuppertag gibt es per Telefon unter der Nummer 0261/398335.

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Text: / handwerksblatt.de