Freuen sich, dass die Betriebsübergabe innerhalb der Familie so reibungslos und harmonisch erfolgt ist (v.l.n.r.): Tommy, Lisa, Ursula und Paul Flothkötter vom gleichnamigen Autohaus in Nordwalde.

Freuen sich, dass die Betriebsübergabe innerhalb der Familie so reibungslos und harmonisch erfolgt ist (v.l.n.r.): Tommy, Lisa, Ursula und Paul Flothkötter vom gleichnamigen Autohaus in Nordwalde. (Foto: © Studio Wiegel)

Betriebsübergabe mit Benzin im Blut

Nach Paul Flothkötter führen nun Tochter Lisa und ihr Ehemann Tommy das Autohaus in Nordwalde.

"Unsere Lisa hat Benzin im Blut. Das könnte eines Tages klappen", stellte Paul Flothkötter – Vater der heutigen Übernehmerin Lisa Flothkötter – schon vor Jahrzehnten fest. Inzwischen ist aus seiner damaligen Vorahnung Realität geworden. Die 32-jährige Lisa Flothkötter führt das Unternehmen seit zwei Jahren zusammen mit ihrem fast gleichaltrigen Ehemann Tommy. Sie als Betriebswirtin und er als KFZ-Meister bringen zusammen die passenden Qualifikationen und die entsprechenden Berufserfahrungen für diese Aufgabe mit. "Dass alles so gut passt und die Übergabe an uns so harmonisch erfolgt ist, hat eine lange Vorgeschichte", beginnt Lisa Flothkötter ihren Bericht über die Entwicklung des Betriebsübergangs. "Ich konnte mich für diesen Weg bewusst entscheiden, während mein Vater den Betrieb damals nach dem frühen Tod meines Großvaters im Alter von 24 Jahren von meiner Großmutter mehr oder weniger aus dem Stand heraus übernehmen musste", betont sie. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung haben Paul Flothkötter und seine mitarbeitende Ehefrau Ursula ihre zwei Kinder über eine mögliche Betriebsübernahme selbstentscheiden lassen.

"Ich hatte schon als Kind immer viel Interesse an allem, was mit Autotechnik zu tun hat. Als mein Bruder sich beruflich in eine andere Richtung orientierte, habe ich mich durch die Ausbildung zur Automobilkauffrau in einem anderen KFZ-Unternehmen und die Qualifikation zur Betriebswirtin an der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im KFZ-Gewerbe auf die spätere Übergabe vorbereitet", beschreibt Lisa Flothkötter ihren zielstrebigen Karriereweg.

Eigene Ideen mit in den Betrieb bringen

Erst danach stieg sie im elterlichen Unternehmen als Prokuristin ein und konnte in dieser Position von Anfang an ihre eigenen Ideen und Vorstellungen einbringen. "Mein Vater hat mir immer ‚freie Bahn‘ gegeben und mich meine Erfahrungen sammeln lassen", erinnert sich die junge Unternehmerin an die von ihr eingeführten Veränderungen im Verkauf und in der Werkstatt. "Bei der Personalführung ist es mir besonders wichtig, jede und jeden mitzunehmen und individuell zu fördern", beschreibt sie ihren modernen Führungsstil. Regelmäßige Gespräche mit den Mitarbeitenden gehören deshalb genauso dazu, wie die Suche nach einer passenden Work-Life-Balance ihrer Fachkräfte oder die Organisation von betrieblichen Events durch die Beschäftigten selbst.

Mit dem Kennenlernen ihres Mannes Tommy vor vier Jahren ergab sich ein weiterer wichtiger Schritt für die erfolgreiche Führung des Unternehmens. "Als angestellter Verkaufsleiter in einem anderen Mazda-Autohaus gab es auch dort Gespräche über eine mögliche Betriebsnachfolge", erklärt sie. Die Tatsache, dass ihre Eltern ihren Partner von Anfang an mit offenen Armen begrüßt haben und auch ihm alle Türen für die Übernahme öffneten, hat dazu beigetragen, den Weg in Nordwalde gemeinsam zu gehen. "Wir haben nun also eine doppelte Portion Benzin im Blut", kann das Paar die Aussage des Betriebsübergebers mit einem gemeinsamen Lächeln nur bestätigen.

 

Hintergrund Weitere Infos zum Thema Betriebsübergabe gibt die Handwerkskammer Münster hier.

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Text: / handwerksblatt.de

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