Auch Halbleiter gehören derzeit vielerorts zur Mangelware, die von Lieferengpässen betroffen sind.

Auch Halbleiter gehören derzeit vielerorts zur Mangelware, die von Lieferengpässen betroffen sind. (Foto: © sebastien decoret/123RF.com)

Gebrochene Lieferketten belasten das Handwerk

Derzeit sind vor allem Metalle, Chips und Kunststoffe Mangelware. Das ist auch für das regionale Handwerk ein Problem.

Die Beschaffungsprobleme im Handwerk spitzen sich zu. 95 Prozent von 607 Betrieben, die an der Corona-Umfrage der Handwerkskammer Münster Anfang Februar teilnahmen, melden Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Waren. Das sind 3 Prozent mehr als im Vormonat. Im Schnitt werden die Probleme als "mäßig" erlebt. Insgesamt ist die Betroffenheit durch die Pandemie im Monatsvergleich wieder gestiegen. "Brüche in den Lieferketten existieren in allen Branchen des Handwerks. Sie haben vorrangig mit Ungleichgewichten von Angebot und Nachfrage zu tun, die direkt oder indirekt durch die Pandemie verursacht werden", analysiert Handwerkskammer-Präsident Hans Hund. So habe sich das Kaufverhalten verändert, es gebe Produktionsausfälle und Verzögerungen beim Gütertransport.

Im Handwerk sind vor allem Metalle, Elektronikkomponenten (insbesondere Mikrochips) und Kunststoffe Mangelware. Auch der Einkauf von Dämmstoffen und Holz ist problematisch. Oftmals verhindert auch die erschwerte Erhältlichkeit einzelner Artikel die Arbeit. Das wirkt sich bei neun von zehn Betrieben auf die eigene Lieferfähigkeit und Leistungspreise aus. Von den von Beschaffungsproblemen betroffenen Handwerksbetrieben müssen 60 Prozent ihre Aufträge verschieben oder stornieren. Gut die Hälfte erlebt Preissprünge bei Produkten, die bestehende Aufträge unwirtschaftlich machen. Kurzarbeit wegen Lieferengpässen kann weitestgehend vermieden werden. Sie kommt am ehesten im Bauhauptgewerbe (8 Prozent) vor. Die gebrochenen Lieferketten belasten das Kraftfahrzeuggewerbe am meisten, gefolgt von den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Am wenigsten merken die Personenbezogenen Dienstleister (zum Beispiel Friseure, Kosmetiker und Schneider) davon.

Corona-Effekt-Index steigt wieder leicht

Die Handwerkskammer empfiehlt beeinträchtigten Handwerksbetrieben, den Wareneinkauf weiter zu optimieren und mit ihren Kunden Preisgleitklauseln vertraglich zu vereinbaren. Diese lassen eine Berücksichtigung von Kostensteigerungen zu. Hund: "Geschäftskunden reagieren in der Regel flexibel, im Gegensatz zu öffentlichen Auftraggebern, die bei Preisen und Fristen leider oftmals nicht entgegenkommend sind."  

Der Corona-Effekt-Index, der das Ausmaß der starken bis sehr starken Beeinträchtigung des Handwerks im Kammerbezirk Münster durch das Virus misst, stieg seit Anfang Januar um 0,6 Prozentpunkte auf 21,9 Punkte. Zugenommen hat vor allem die Betroffenheit beim Umsatz, Personalbestand und bei der Anpassung des eigenen Angebotes. 13 Prozent der Befragten berichten von Liquiditätsengpässen. Kurzarbeit haben 7 Prozent angemeldet. Gut die Hälfte verbucht Kostensteigerungen. Das Personal kann weitgehend gehalten werden (96 Prozent).

 

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Text: / handwerksblatt.de

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