Frühjahrskonjunktur-Pressekonferenz zur konjunkturellen Entwicklung im saarländischen Handwerk in den Räumlichkeiten der Handwerkskammer (v.l.): HWK-Geschäftsbereichsleiter Beratungsservice Dr. Christian Seltsam, HWK-Präsident Helmut Zimmer, Elke Walter, Geschäftsführerin der Metallbau Walter GmbH, Nachfolgerin Janina Kirchen-Walter und der stellvertretende HWK-Hauptgeschäftsführer Hans-Ulrich Thalhofer

Frühjahrskonjunktur-Pressekonferenz zur konjunkturellen Entwicklung im saarländischen Handwerk in den Räumlichkeiten der Handwerkskammer (v.l.): HWK-Geschäftsbereichsleiter Beratungsservice Dr. Christian Seltsam, HWK-Präsident Helmut Zimmer, Elke Walter, Geschäftsführerin der Metallbau Walter GmbH, Nachfolgerin Janina Kirchen-Walter und der stellvertretende HWK-Hauptgeschäftsführer Hans-Ulrich Thalhofer (Foto: © Handwerkskammer des Saarlandes)

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Konjunkturumfrage: Verhaltener Ausblick im Saarhandwerk

Das Konjunkturklima im saarländischen Handwerk hat sich im ersten Quartal dieses Jahres abgekühlt.

Das zeigt die aktuelle Umfrage der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) unter rund 5.500 Betrieben. Die Stimmung unter den Betriebsinhabern ist gedämpfter als noch im Vorjahr, Umsatz- und Auftragsentwicklung sind rückläufig. Dennoch hält die Mehrheit der Betriebe an ihrem Personal fest. Beim Blick auf die kommenden Monate geben sich die Inhaber zurückhaltender als im Vorjahr.

"Unsere Handwerksbetriebe wissen um die Bedeutung ihrer Fachkräfte und halten trotz der aktuellen Herausforderungen an ihren Beschäftigten fest. Immerhin bewerten 77 Prozent von ihnen ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend", erklärte HWK-Präsident Helmut Zimmer beim Pressegespräch zum Konjunkturbericht Frühjahr. Im Frühjahr 2025 lag dieser Wert allerdings noch um neun Prozentpunkte höher. Aktuell beurteilen ein Drittel der Betriebe ihre Lage als gut, 44 Prozent als befriedigend und 23 Prozent (im Vorjahr waren es 14 Prozent) als schlecht. "Es bleibt festzuhalten, dass unsere 12.500 Betriebe mit ihren etwa 65.000 Beschäftigten trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage noch immer ein wichtiger Träger der saarländischen Wirtschaft sind", so der Präsident weiter. Doch auch für sie nehmen die Herausforderungen zu. "Oft fehlen Fachkräfte, die Sprit- und Energiepreise steigen und wegen der aktuellen Krisenherde in der Welt ziehen die Preise bei Rohstoffen und Material stetig an", berichtet Zimmer.

Zahlen machen die Situation deutlich

Sowohl die Nachfrage nach handwerklichen Leistungen als auch die Umsätze sind per Saldo gesunken. Während 22 Prozent der Betriebe steigende Auftragsbestände melden, berichten 39 Prozent von Rückgängen. Bei den Umsätzen verzeichnen 13 Prozent ein Plus, 42 Prozent stabile Zahlen und 45 Prozent einen Rückgang. Die Kapazitätsauslastung sank auf 76 Prozent (Vorjahr: 79 Prozent). 27 Prozent der Betriebe sind zu mehr als 90 Prozent ausgelastet (Vorjahr: 34 Prozent), während 13 Prozent ihre Kapazitäten nur zur Hälfte oder weniger nutzten. Die durchschnittliche Auftragsreichweite stieg leicht auf 10,6 Wochen (Vorjahr: 9,9 Wochen).

Die Verkaufspreise sind insgesamt gestiegen: 34 Prozent der Betriebe berichten von Preiserhöhungen, 19 Prozent von Preissenkungen. 70 Prozent der Betriebe hielten ihre Beschäftigtenzahl konstant. Dennoch ergibt sich unter dem Strich ein Beschäftigungsrückgang: 19 Prozent bauten Personal ab, lediglich elf Prozent stellten zusätzliche Mitarbeiter ein.

HWK-Geschäftsklimaindex

Der HWK-Geschäftsklimaindex, der sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen für das zweite Quartal abbildet, ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Mit 107 Punkten liegt er elf Punkte unter dem Wert des Frühjahrs 2025.

Erwartungen für das zweite Quartal 2026

Bei der Einschätzung der Entwicklung der kommenden Monate äußern sich die Betriebe zurückhaltend. "Immerhin 26 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage und 52 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus", so Zimmer. 22 Prozent der Inhaber blicken eher pessimistisch in die Zukunft. Bei der Nachfrage ergibt sich ein leicht positives Bild: 29 Prozent der Betriebe rechnen mit steigenden Auftragszahlen, 22 Prozent mit einem Rückgang und 49 Prozent mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Auch bei den Umsätzen überwiegen per Saldo vorsichtig positive Erwartungen: 30 Prozent rechnen mit einem Plus, 21 Prozent mit einem Rückgang, 49 Prozent mit gleichbleibenden Umsätzen. Die Beschäftigungspläne bleiben auf Stabilität ausgerichtet. 76 Prozent der Betriebe wollen ihren Personalbestand unverändert lassen und elf Prozent wollen sogar zusätzliche Mitarbeiter einstellen. 13 Prozent rechnen mit einem Rückgang.

Belastungsgrenze erreicht

Hans-Ulrich Thalhofer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der HWK, betont: "Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass viele Handwerksbetriebe an ihre Belastungsgrenze stoßen. Es braucht jetzt verlässliche und langfristig wirksame Maßnahmen, um die sozialen Sicherungssysteme tragfähig zu halten und den Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken. Vor allem benötigen die Betriebe Planungssicherheit."

 

Hintergrund: KonjunkturHintergrund Hier geht es zu allen weiteren Infos zur Frühjahrskonjunktur im Saar-Handwerk. 

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Text: / handwerksblatt.de

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