Die Handwerkskammer des Saarlandes kritisiert die Pläne des Bundeskabinetts zur Verlagerung der Betreuung jugendlicher Arbeitsloser von Jobcentern zu Arbeitsagentur.

Die Handwerkskammer des Saarlandes kritisiert die Pläne des Bundeskabinetts zur Verlagerung der Betreuung jugendlicher Arbeitsloser von Jobcentern zu Arbeitsagentur. (Foto: © Le Moa Olivier/123RF.com)

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Kritik an Plänen für Betreuung arbeitsloser Jugendlicher

Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Bernd Reis befürchtet wegen der geplanten Verlagerung der Betreuung arbeitsloser Jugendlicher eine Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge.

In Zeiten des Fachkräftemangels hält Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Bernd Reis auch das drohende Auseinanderreißen der eingespielten regionalen Netzwerke mit der Jobagentur für bedenklich.  Das Bundeskabinett hat im Rahmen des Haushaltsfinanzierungsgesetzes festlegt, dass arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren künftig ausschließlich von den Arbeitsagenturen beraten und gefördert werden sollen. Bisher galt für Jugendliche, deren Eltern oder sie selbst Bürgergeld bezogen haben, dass sie aus einer Hand beim Jobcenter auch in Arbeitsfragen beraten wurden. Genauere Pläne zu der Umstellung sind noch nicht bekannt. Von Seiten der Kommunen als Träger der Jobcenter kam aber bereits massive Kritik an der geplanten Änderung, auch von Sozialverbänden und der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände.

Die Handwerkskammer des Saarlandes kritisiert ebenfalls die geplante Neuordnung. Hauptgeschäftsführer Bernd Reis sagt dazu: "Arbeitslose Jugendliche stärker in die Betreuung zu nehmen, ist eine wichtige gesellschaftspolitische und ebenso wirtschaftspolitische Aufgabe. Kritisch zu sehen ist die geplante Finanzierung durch die Arbeitsagentur. Die dann anfallenden Zusatzkosten bei der Arbeitsagentur müssen von Arbeitnehmern und Unternehmen über ihre Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden. Ich befürchte deswegen weiter steigende Beiträge. Dabei ist die Belastungsgrenze hier für beide Seiten längst erreicht." In Programmen wie "Passgenaue Besetzung", "Willkommenslotse" und "Ausbildungscoaches" arbeitet die Handwerkskammer seit vielen Jahren eng mit den Jobcentern zusammen. "Daher wissen wir, dass oft intensive Betreuungsmaßnahmen nötig sind, damit die betroffenen jungen Menschen überhaupt erst ausbildungsfähig werden. Sie stammen zumeist aus einem schwierigen Lebensumfeld und brauchen neben einer gezielten Ansprache meistens eine individuelle Förderung. Hier verfügen die Jobcenter vor Ort über große Erfahrung. Haben wir dann gemeinsam einen passenden Ausbildungsbetrieb gefunden, gibt es auch Erfolge zu verzeichnen. Einige jungen Frauen und Männer haben ihre Chance genutzt und am Ende ihre Gesellenprüfung abgelegt. Sie sind jetzt wertvolle Fachkräfte in ihrem Betrieb. Wir brauchen jede ausgebildete Fachkraft, deswegen sollten wir dieses eingespielte Netzwerk mit Jobcenter und den anderen regionalen Akteuren nicht auseinanderreißen", ergänzt Hauptgeschäftsführer Reis.

 

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Text: / handwerksblatt.de

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