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Corona nicht allein für Rückgang verantwortlich

Die Azubizahlen im Kammerbezirk Trier sinken in diesem Jahr. Allerdings je nach Branche unterschiedlich – und auch unabhängig von Corona.

Der Rückgang der Ausbildungsverhältnisse geht nicht allein auf das Konto der Corona- Pandemie. Das geht aus der Jahresbilanz der Agentur für Arbeit in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern HWK und IHK hervor. "Überalterung der Gesellschaft, längerer Schulbesuch und erhöhte Studienneigung tragen ebenfalls zur Abnahme der Bewerberzahlen bei", sagte Heribert Wilhelmi von der Agentur für Arbeit Trier bei der Pressekonferenz. Die Corona-Pandemie habe diesen Trend jedoch verstärkt.

Zahlen schon vor Corona niedriger

Durch den Lockdown konnten viele Veranstaltungen zur Berufsorientierung nicht stattfinden. Bereits im März – als die Auswirkungen des Lockdowns noch nicht in der Statistik abgebildet wurden – konnten sowohl die Zahl der gemeldeten Bewerber als auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen nicht an das Vorjahresniveau anknüpfen. Auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit die Auswirkungen in einzelnen Branchen des Handwerks. Gegen den Trend konnte zum Beispiel die Lebensmittelherstellung 40,2 Prozent mehr Ausbildungsstellen melden als im Vorjahr. Im Lebensmittelhandel gab es eine Steigerung von 13,6 Prozent. So sind die Berufe Fleischer/-in und Fachverkäufer/-in im Bäckerhandwerk nicht mehr unter den ersten zehn der unbesetzten Lehrstellen.

Auch weniger Ausbildungsverträge

Insgesamt ist nicht nur die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen gesunken, sondern auch die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge. 1.026 Neueintragungen vermeldet die HWK bis 30. September, das sind 7,4 Prozent weniger als zum 30. September 2019. Zum 30. Oktober 2020 ist der Rückgang inzwischen auf 6,5 Prozent geschrumpft. Aber nicht alle Branchen sind vom Rückgang gleichermaßen betroffen. "Die Corona-Krise und der Lockdown im Frühjahr haben das Interesse an einer Ausbildung im Handwerk in der Region schwer getroffen", sagte Handwerkskammer-Chef Axel Bettendorf. "Das Friseurhandwerk und MINT-Berufe sind besonders betroffen. Das Bauhauptgewerbe blieb jedoch stabil auf Vorjahresniveau." Die Experten der Wirtschaftskammern und die Arbeitsagentur sandten abschließend jedoch ein hoffnungsvolles Signal an alle Ausbildungs- interessierten aus: "Corona hat den Ausbildungsbeginn in diesem Jahr verzögert. Ein Berufseinstieg ist auch jetzt noch möglich", so Wilhelmi. "Junge Menschen sollten sich nicht zu sehr verunsichern lassen und mutig ihre Berufsplanung mit der Unterstützung der Berufsberatung vorantreiben. Denn junge, gut ausgebildete Fachkräfte werden auch in Zukunft benötigt."

 

Hintergrund Betriebe, die Lehrstellen vergeben und dafür noch passende Jugendliche suchen, können sich an die Handwerkskammer Trier wenden.
Kontakt: Petra Kollmann, E-Mail: pkollmann@hwk-trier.de, Tel. 0651/207-232

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Text: / handwerksblatt.de

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