Win-Win durch Weiterbildung: Pia Maria und Karl-Josef Simon von der Firma Sifatec und Eva Kremer, Fachwirtin sowie angehende Betriebswirtin

Win-Win durch Weiterbildung: Pia Maria und Karl-Josef Simon von der Firma Sifatec und Eva Kremer, Fachwirtin sowie angehende Betriebswirtin (Foto: © Martin Simon)

Fit für den Einstieg ins Management

Fachwirtin Eva Kremer berichtet über ihre Erfahrungen mit der kaufmännischen "Meisterweiterbildung" im Handwerk.

Digitalisierung, Fachkräftemangel, Corona-Einschränkungen: Die rasanten Entwicklungen stellen vor allem kleine und mittlere Betriebe vor große Herausforderungen. Um zu bestehen, sind innovative Lösungen mit frischen Ideen und dem notwendigen Handwerkszeug gefragt. Das erforderliche Know-how vermittelt die Fortbildung zum Geprüften Kaufmännischen Fachwirt (HwO). Mit dieser Qualifikation hat auch Eva Kremer aus Bausendorf ihre berufliche Karriere angekurbelt.

Ein mittelständischer Handwerksbetrieb in Wittlich bildete sie zur Bürokauffrau aus. Danach wechselte sie in ein Möbelhaus. Um beruflich voranzukommen und Unternehmenserfolge aktiv mitgestalten zu können, meldete sie sich für den Fachwirt-Lehrgang an der Handwerkskammer an. Von 2017 bis 2019 fuhr sie an zwei Abenden in der Woche ins HWK-Bildungszentrum nach Kenn, um dort Unternehmensführung, Marketing, Personalwesen & Co. zu büffeln. "Wissen ist Macht – und wer sich gut auskennt, kann auch kompetenter auftreten", ist die 29-Jährige überzeugt.

Lehrgang fördert Selbstbewusstsein

Der Lehrgang hat die Fachwirtin beruflich und persönlich vorangebracht: "Die eigenen Kompetenzen und das Know-how zu erweitern, betriebliche Arbeitsabläufe besser zu verstehen und einen besseren Überblick zu bekommen – das fördert das Selbstbewusstsein." Den Lernstoff über 400 Unterrichtsstunden findet sie gut investiert: "Sich laufend weiterzubilden, finde ich sehr wichtig. Bildung erweitert den Horizont und den Blickwinkel. So kann man Fachliches viel besser einordnen, wie beispielsweise auch die Wirtschaftsnachrichten. Auch den im Lehrgang enthaltenen Ausbilderschein finde ich sehr nützlich."

In jeder Fortbildung ergeben sich automatisch neue berufliche Kontakte. So lernte Eva Kremer ihre jetzige Chefin kennen – Pia Simon von der Firma Sifatec. Diese kam 2018 auf sie zu und bot ihr eine Stelle in dem Betrieb für Sondergerüstbau in Bengel an. Eva Kremer, die gerne in einen Handwerksbetrieb zurück wollte, sagte zu. "Sifatec ist ein gut aufgestellter Betrieb und auch ein guter Arbeitgeber. Vom Alleinstellungsmerkmal war ich schon damals begeistert", erinnert sie sich. Mittlerweile ist die Fachwirtin schon drei Jahre bei dem Spezialisten für innovative Systeme in Sachen Flachdach-Absturzsicherungen beschäftigt. Sie ist im Projektmanagement tätig und möchte auf jeden Fall erst einmal bei Sifatec bleiben.

Lebenslange Weiterbildung

Ihr Freund, David Ludwig, hatte sich damals etwa zeitgleich für eine Aufstiegsfortbildung entschieden. Der Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker und Nutzfahrzeugtechniker betreibt seit fast zehn Jahren nebenberuflich einen Land- und Baumaschinenhandel. Er wollte in Unternehmensführung fitter werden sowie einen mobilen Service für Reparaturen anbieten. Deshalb entschied er sich für die Weiterbildung zum Meister im Kraftfahrzeugtechnikerhandwerk. Mit Erfolg: Seine Meisterprüfung legte er jüngst als Jahrgangsbester ab. Für seine Freundin ist unterdessen die Zeit für den nächsten Karriereschritt gekommen: Nach der Fachwirtin möchte die motivierte Bausendorferin sich an der Handwerkskammer nun zur Betriebswirtin weiterbilden. Langfristig schwebt ihr eine leitende Position im Bereich Marketing oder Personal/Human Ressources vor. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hat sie vor, sich lebenslang weiterzubilden. Die Qualifikation zum Fachwirt beziehungsweise zur Fachwirtin hätte mehr Wertschätzung verdient, findet sie: "Sie ist ja nicht nur eine Vorbereitung auf den Einstieg ins Management von Betrieben, sondern dem Meister und dem akademischen Bachelor gleichgestellt", betont sie. Ihre Anregung, die kaufmännischen Abschlüsse bei den zukünftigen Meisterfeiern in derselben Art und Weise zu würdigen wie die Meister, will die Handwerkskammer gerne aufgreifen.

Gerade die Urkunde zur Fachwirtin in der Tasche, sitzt Eva Kremer bereits im nächsten HWK-Lehrgang. Findet Sie es nicht anstrengend, nach der geprüften kaufmännischen Fachwirtin auch noch den Betriebswirt draufzusetzen? Eva Kremer lacht und erklärt: "Ich will ja beruflich weiterkommen. Neues zu lernen und mir mehr Fachwissen anzueignen, treibt mich an und macht mir Spaß. Lebenslanges Lernen verstehe ich halt auch als eine Art Hobby."

 

INFOS ZUR WEITERBILDUNGWeiterbildung Im nächsten Jahr starten an der Handwerkskammer Trier zwei berufsbegleitende Lehrgänge "Geprüfte/r kaufmännische/r Fachwirt/in (HwO)". 
Termine 25. April 2022 bis 19. Juni 2023 und 5. September 2022 bis 1. April 2024
Unterricht Unterricht findet jeweils montags und mittwochs von 18 bis 21 Uhr statt.
Lehrgangskosten 4.000 Euro plus 400 Euro Prüfungsgebühren und Lernunterlagen.
Aufstiegs-Förderung 50 Prozent Förderung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren; Darlehensmöglichkeiten über KFW Bei Prüfungserfolg: 50 Prozent Erlass auf die Darlehenssumme und 2.000 Euro Aufstiegs-Bonus
Ansprechpartnerin Weitere Informationen und Anmeldung bei Claudia Marx, Telefon 0651 207402 E-Mail: cmarx@hwk-trier.de

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Text: / handwerksblatt.de

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