Für Betriebe, Beschäftigung und die Zukunft des personalintensiven Handwerks sei das kein realistischer Lösungsvorschlag, so der BIV.

Für Betriebe, Beschäftigung und die Zukunft des personalintensiven Handwerks sei das kein realistischer Lösungsvorschlag, so der BIV. (Foto: © prudencio alvarez/123RF.com)

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Gebäudereinigerhandwerk lehnt Tarifforderung der IG Bau ab

Die IG Bau fordert zwei Euro mehr pro Stunde für alle Beschäftigten im Gebäudereinigerhandwerk. Das sei eine Forderung ohne Bezug zur ökonomischen Realität, kritisiert der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks.

Die Bundestarifkommission der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert für die anstehenden Tarifverhandlungen zwei Euro pro Stunde mehr für alle Beschäftigten im Gebäudereinigerhandwerk. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen. Die erste Tarifrunde findet am 9. September statt.

"Bewusst fordern wir einen Festbetrag, damit vor allem die unteren Lohngruppen angehoben werden", sagt Ulrike Laux, im Vorstand der IG BAU zuständig für die Gebäudereinigung. "Die Beschäftigten leiden sehr unter der ansteigenden Inflation. Die Lebensmittelpreise, die Energiekosten, die Mieten und vieles andere mehr sind immens gestiegen, das reißt richtige Löcher in die Haushaltskassen."

Belastungen der Betriebe steige weiter

Laut Laux argumentieren die Arbeitgeber das gegen Lohnerhöhungen geben könne, weil die Kunden keine Preiserhöhungen akzeptieren würden. "In anderen Handwerksbranchen sind mindestens 45 oder sogar über 60 Euro pro Stunde der Preis für die Ausführung der Leistung. In der Gebäudereinigung weniger als die Hälfte. Das ist ein Skandal." Auch die Firmen müssten ihren Beitrag leisten und die Beschäftigten an den erzielten Gewinnen beteiligen.

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) lehnt die Forderung ab. "Nach Jahren der Stagnation und Rezession befindet sich die deutsche Wirtschaft weiterhin in einer Schwächephase. Die außergewöhnlichen Inflationsjahre liegen hinter uns, die Belastungen der Betriebe nicht", erklärt der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission Christian Kloevekorn.

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Symbolpolitik ohne Bezug zur ökonomischen Realität

Angesichts der politischen Debatten über höhere Sozialversicherungsbeiträge und mögliche zusätzliche Abgabenbelastungen müssten sich Betriebe auf weiter zunehmende Lohnnebenkosten einstellen. "Auch unsere aktuelle Konjunkturumfrage zeigt das schlechteste Stimmungsbild in der Gebäudereinigung seit Beginn der Erhebungen. Kunden, insbesondere aus Industrie, Büro und Verwaltung, reduzieren Aufträge."

Investitionen würden verschoben und die Beschäftigungsdynamik lasse nach. Kloevekorn: "Vor diesem Hintergrund ist der Tarifvorstoß der IG Bau kein verantwortungsvoller Beitrag für die Branche, sondern Symbolpolitik ohne Bezug zur ökonomischen Realität. Offenbar gilt: Je schlechter die Lage, desto lauter die Forderungen. Für Betriebe, Beschäftigung und die Zukunft unseres personalintensiven Handwerks ist das kein Lösungsvorschlag, sondern Teil des Problems."

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Text: / handwerksblatt.de

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