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HWK Münster | Mai 2026
Onlineseminar zum Kostenfaktor Mobilität
Eine Onlineveranstaltung am 20. Mai 2026 informiert über betriebliches Mobilitätsmanagement und zeigt Einsparpotenziale auf.
Die Steuereinnahmen sinken im Vergleich zur letzten Schätzung um 87,5 Milliarden Euro verteilt auf das laufende Jahr bis 2030. (Foto: © macgyverhh/123RF.com)
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Mai 2026
Der Arbeitskreis Steuerschätzung rechnet für die nächsten fünf Jahre mit deutlich weniger Steuereinnahmen für Bund, Länder und Kommunen. Das dürfe nicht zu zusätzlichen Belastungen führen, mahnt das Handwerk.
In den kommenden fünf Jahren werden Bund, Länder und Gemeinden weniger Steuern einnehmen als noch im Herbst angenommen. Das ist das Ergebnis der jüngsten Berechnungen des Arbeitskreises Steuerschätzung. Demnach sinken die Einnahmen im Vergleich zur letzten Schätzung um 87,5 Milliarden Euro verteilt auf das laufende Jahr bis 2030.
Für dieses Jahr rechnen die Experten mit Einnahmen von knapp 999 Milliarden Euro – 17,8 Milliarden weniger als im Oktober 2025 geschätzt. Im nächsten Jahr soll das Defizit 17,7 Milliarden betragen, 2028 17,4 Milliarden, 2029 17,2 Milliarden und 2030 17,4 Milliarden Euro.
Die Schätzung zeige, wie sehr der Krieg im Nahen Osten Deutschlands Wirtschaft schade, erklärt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). "Trumps verantwortungsloser Krieg und der daraus resultierende weltweite Energiepreis-Schock bremsen die positive wirtschaftliche Dynamik vorerst aus." Die aktuelle Lage bleibe von großen Unsicherheiten geprägt.
Das erfordere andauerndes Krisenmanagement. Klingbeil: "Wir nehmen die Entwicklungen ernst und bereiten uns darauf vor, jederzeit zu handeln, wenn die Krise sich weiter zuspitzt. Gleichzeitig unterstreichen die heutigen Zahlen: Wir müssen weiter hart daran arbeiten, dass wir krisenfester und unabhängiger werden. Wir setzen deshalb auf Investitionen und Reformen, um Deutschland stärker zu machen."
Es brauche ein Reformgesamtpaket, das nachhaltig die Staatsfinanzen konsolidiert und zugleich Deutschland als Standort wieder attraktiv macht, fordert Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Die Steuerprognose sei ein, dass die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland hinter dem zurückbleibe, was nötig wäre
"Von einem dynamischen, selbsttragenden Wirtschaftswachstum sind wir weit entfernt. Die anhaltende Wachstumsschwäche, die hohen Abgaben-, Steuer- und sonstigen Kostenbelastungen und die überbordende Bürokratie setzen die Betriebe massiv unter Druck. Politische Entscheidungen dürfen nicht länger an den Realitäten von Handwerk und Mittelstand vorbeigehen."
Schwannecke warnt davor, sinkende Einnahmen als Anlass für Steuererhöhungen zu nehmen. Die Belastung drohe andernfalls die Investitionskraft und wirtschaftliche Dynamik auszubremsen. "Dringend notwendig sind stringente strukturelle Reformen, die Investitionen erleichtern, die Steuer- und Abgabenlast senken und unternehmerische Initiative stärken."
Sonst bestehe die Gefahr, dass die wirtschaftliche Substanz und Leistungsfähigkeit verloren gehen. "In diesem Reformgesamtpaket muss sich auch der Mittelstand und speziell das Handwerk als wirtschaftliches Fundament des Landes stärker wiederfinden", fordert Schwannecke. "Deshalb braucht es Klarheit über die Eckpunkte einer Einkommensteuertarifreform."
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