Die Handwerkskammer des Saarlandes lehnt die vom Bildungsministerium geplante Mediengebühr ab.

Die Handwerkskammer des Saarlandes lehnt die vom Bildungsministerium geplante Mediengebühr ab. (Foto: © gpointstudio/123RF.com)

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HWK des Saarlandes kritisiert Mediengebühr

Das saarländische Bildungsministerium plant die Einführung einer einheitlichen Mediengebühr an weiterführenden Schulen. Die HWK des Saarlandes kritisiert das und hofft, das das Ministerium die Entscheidung zurücknimmt.

Das Bildungsministerium im Saarland plant die Einführung eines landesweit einheitliches Medienausleihsystems (Landesweite Systematische Medienausleihe Saar) ab dem Schuljahr 2026/2027. Mit dem System soll die Bereitstellung von Lehr- und Lernmitteln einheitlich organisiert und verlässlich durch den Schulträger gewährleistet werden. Schüler können darüber ihr Lernmaterial beziehen, so dass sie es nicht selbst anschaffen müssen. Nach den Sommerferien gibt es dafür an den weiterführenden Schulen, dazu gehören auch berufliche Schulen, eine Pauschalgebühr von 160 Euro.

Die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) appelliert an das Ministerium, die Einführung Gebühr nochmals zu überprüfen. Vor allem die zum Teil deutlich steigenden Kosten an beruflichen Schulen würden nach Einschätzung der HWK viele Auszubildende im Handwerk zusätzlich belasten. "Das Handwerk braucht qualifizierte Fachkräfte. Deshalb sollten wir Auszubildende nicht durch zusätzliche Kosten belasten. Sinnvoll wäre es, die Mediengebühren an beruflichen Schulen zu deckeln oder zumindest auf einem sehr niedrigen Niveau zu halten. Das wäre ein wichtiges Signal zur Stärkung der dualen Ausbildung", sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Hans-Ulrich Thalhofer. 

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Defizite bei der digitalen Infrastruktur

Hans-Ulrich Thalhofer Foto: © Jennifer WeylandHans-Ulrich Thalhofer Foto: © Jennifer Weyland

Die geplante Pauschalgebühr pro Schuljahr würde für viele Schüler an beruflichen Schulen eine spürbare Mehrbelastung bedeuten. Das stehe im Widerspruch zum politischen Ziel, die berufliche Bildung zu stärken und die Fachkräftesicherung nachhaltig zu unterstützen. "Wer mehr junge Menschen für eine Ausbildung gewinnen möchte, sollte die Rahmenbedingungen verbessern und nicht zusätzliche finanzielle Hürden aufbauen", betont Thalhofer. Zugleich weist die Handwerkskammer auf bestehende Defizite bei der digitalen Infrastruktur an einigen beruflichen Schulen hin.

In einzelnen Handwerksberufen kämen schon eigene Tablets zum Einsatz, über die Lerninhalte und digitale Medien bereitgestellt werden. Allerdings sei die WLAN-Infrastruktur vor Ort teilweise nicht ausreichend leistungsfähig. Thalhofer: "Wenn digitale Lernmittel verpflichtend eingesetzt werden, muss auch die technische Ausstattung der Schulen den Anforderungen entsprechen. Eine moderne digitale Bildung braucht nicht nur Endgeräte und Lernmedien, sondern auch eine verlässliche Infrastruktur."

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Text: / handwerksblatt.de

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