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Landtagswahl 2024: H├Ârt auf das Handwerk!

Handwerkspolitik

Am 22. September 2024 w├Ąhlen die Brandenburger einen neuen Landtag. Der Handwerkskammertag Land Brandenburg hat bereits klare Forderungen an die k├╝nftige Landesregierung formuliert.

Zum Urnengang im September 2024 werden auch die mehr als 160.000 Inhaber, Bescha╠łftigten und Auszubildenden der rund 39.000 Betriebe des brandenburgischen Handwerks aufgerufen sein. Sie stellen ein betra╠łchtliches Wa╠łhlerpotenzial dar und haben damit erheblichen Einfluss bei der Ausrichtung der ku╠łnftigen Landespolitik in Brandenburg.

In diesem Wissen hat sich der Handwerkskammertag Land Brandenburg bereits fru╠łh mit eigenen Erwartungen und Forderungen positioniert. Mit dieser zeitigen Wortmeldung wird den politischen Parteien im Land die Gelegenheit geboten, ihre Wahlprogramme auch an der wichtigen Zielgruppe der Handwerker auszurichten.

Denn angesichts der großen Herausforderungen, vor denen die vielen kleinen und mittleren Betriebe in den kommenden Jahren stehen, ist die Landespolitik mehr denn je gefordert, mit Weitsicht zentrale Weichenstellungen fu╠łr die Zukunft vorzunehmen und richtige Rahmenbedingungen fu╠łr die Entwicklung des mittelsta╠łndischen Handwerks in Brandenburg zu setzen. Das gilt im Rahmen ihrer Einflussmo╠łglichkeiten auch fu╠łr die kommunale sowie Bundes- und EU-Ebene.

Pflichtenheft betont Bedeutung des brandenburgischen Handwerks

Fu╠łr das Pflichtenheft aller politischen Akteure liefert der Handwerkskammertag einleitend eine kompakte Beschreibung dieses wichtigen Wirtschaftszweiges: "Das brandenburgische Handwerk ist inhabergefu╠łhrt, standorttreu und bietet vielen jungen Menschen qualifizierte und breite Ausbildungsmo╠łglichkeiten. Es ist bescha╠łftigungsintensiv, innovativ und tragende Sa╠łule der Wirtschaftskraft in Brandenburg. Das Handwerk hat entscheidende Bedeutung bei der Versorgung einer Bevo╠łlkerung im demografischen Wandel, bei der Umsetzung der Energiewende und Erreichung der Wohnungsbauziele in Brandenburg. Die Sta╠łrkung des Handwerks muss deshalb ein zentrales Anliegen einer nachhaltigen und wirtschaftsorientierten Mittelstandspolitik der ku╠łnftigen brandenburgischen Landesregierung sein."

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Drei zentrale Forderungen des Handwerkskammertags: Verbesserung der Bedingungen fu╠łr Gru╠łndungen und Nachfolge, Sta╠łrkung von Aus­ und Fortbildung sowie Unterstu╠łtzung bei der Energiewende.

Speziell auf drei Feldern erwartet das Handwerk ku╠łnftig zielgerichtete Unterstu╠łtzung seitens der politisch Verantwortlichen im Land – so mu╠łssten die Bedingungen fu╠łr Gru╠łndung, Nachfolge und Betriebsfu╠łhrung verbessert, die Ausbildung, Qualifikation und Fachkra╠łftesicherung im Handwerk gesta╠łrkt und Unterstu╠łtzung bei der Umsetzung der Energiewende (siehe Beitrag auf Seite 50) und der fortschreitenden Digitalisierung geleistet werden.

Verbesserungen für Gründungen, Nachfolge und Betriebsführung

Zur Sta╠łrkung der Gru╠łndungsmotivation bei Handwerksmeisterinnen und -meistern ist die Meistergru╠łndungspra╠łmie ein wichtiger Baustein. Dieses etablierte Fo╠łrderinstrument mu╠łsse, so die Forderung des Handwerkskammertags, bedarfsgerecht ausgestaltet und die Basisfo╠łrderung erho╠łht werden.

Aufgrund der bestehenden Altersstruktur von Inhaberinnen und Inhabern stehen in Brandenburg in den na╠łchsten Jahren fast 17.000 Betriebe vor der Herausforderung der Nachfolgeplanung. Das bestehende Projekt "Unternehmensnachfolge" zur fru╠łhzeitigen Sensibilisierung leistet bereits wertvolle Hilfe und mu╠łsse daher u╠łber die Laufzeit von 2027 weitergefu╠łhrt werden. Nur durch mehr Meisterabsolventen im Land Brandenburg wird es gelingen, auch perspektivisch qualifizierte Gru╠łndungen und Unternehmensnachfolgen im Handwerk zu gewa╠łhrleisten. Der sogenannte Meisterbonus sei daher wieder zu etablieren und die Ho╠łhe dieser Pra╠łmie auf mindestens 2.000 Euro festzulegen.

Belastungen durch Steuern und Abgaben

Mit Sorge blickt der Handwerkskammertag auf die derzeit geltenden Steuern und Abgaben, die fu╠łr die Konkurrenzfa╠łhigkeit der Betriebe und der Region eine Bu╠łrde seien. "Gerade fu╠łr das lohnintensive Handwerk und die dort Bescha╠łftigten ist die schon jetzt viel zu hohe Sozialabgabenbelastung ein massiver Branchennachteil. Brandenburg muss sich auf Bundesebene fu╠łr den Umbau der Sozialversicherungssysteme hin zu einem steuerfinanzierten Modell einsetzen. Zudem sind die Gewerbesteuerhebesa╠łtze mittelstandsorientiert auszugestalten und ihre Anrechenbarkeit zu verbessern. Auch die Anpassungen im Rahmen der Grundsteuerreform du╠łrfen in der Summe nicht zu Mehrbelastungen der Betriebe fu╠łhren."

Ein ewiges A╠łrgernis sind die enormen bu╠łrokratischen Hemmnisse. Die Gesetzgebung gehe, so der Handwerkskammertag, an der Lebenswirklichkeit vorbei. Sta╠łndig neue gesetzliche Regelungen und Vorschriften, die Dauer von Verwaltungsverfahren, die Komplexita╠łt der Antragsverfahren sowie der steigende Aufwand fu╠łr die zunehmenden Nachweis-, Dokumentations- und Meldepflichten belasten die Betriebe und sind in dieser Form nicht la╠łnger hinnehmbar.

Ausbildung, Qualifikation und Fachkräftesicherung stärken

Es sollten viel mehr Anreize als bislang geschaffen werden, um Jugendliche zu motivieren, sich den regionalen Ausbildungsmo╠łglichkeiten im Handwerk zu widmen und vor Ort Betriebe kennenzulernen. Durch den fru╠łhzeitigen Kontakt zu Ausbildungsbetrieben und zu Ausbildungsberufen wu╠łrden die Berufswahlkompetenz der Praktikanten erho╠łht und die Berufsorientierung im Handwerk gefo╠łrdert. Einem Fachkra╠łftemangel im Handwerk kann und sollte aus Sicht des Handwerkskammertags zielgerichtet entgegengewirkt werden. Ein Anreiz ko╠łnnte die Zahlung einer pauschalen Zuwendung fu╠łr die Teilnahme an Praktika fu╠łr Schu╠łler und Schu╠łlerinnen sein.

Die duale Berufsausbildung bietet jungen Menschen diverse Mo╠łglichkeiten fu╠łr einen beruflichen Einstieg. Der Brandenburgische Ausbildungskonsens und die Landesstrategie zur Beruflichen Orientierung zielen darauf ab, fu╠łr die duale Ausbildung zu werben und allen ausbildungswilligen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anzubieten. Diese Aktivita╠łten seien auszubauen, die berufliche Orientierung sei in die Lehrpla╠łne der Gymnasien aufzunehmen und mit entsprechenden Ressourcen auszustatten. Ein geeignetes Mittel hierzu sind die Schu╠łlerbetriebspraktika. Die Berufsorientierung mu╠łsse unter Einbindung der Werksta╠łtten der U╠łberbetrieblichen Bildungssta╠łtten des Handwerks sowie der Handwerksunternehmen erfolgen.

Die Gleichwertigkeit von Ausbildung und Studium mu╠łsse viel deutlicher dargestellt werden. Die duale Ausbildung ist hochattraktiv und ero╠łffnet viele Chancen. Bei der Finanzierung der Aufstiegsfortbildung insbesondere im Handwerk besteht nach wie vor Handlungsbedarf. Voraussetzung fu╠łr die Gewinnung von ku╠łnftigen Fachkra╠łften seien die Sicherung und die Weiterentwicklung der bestehenden Berufsschulstandorte. Die materielle und personelle Ausstattung der Oberstufenzentren mu╠łsse verbessert, deren Erreichbarkeit mit o╠łffentlichen Verkehrsmitteln gewa╠łhrleistet und die Bereitstellung bezahlbarer Wohnheimpla╠łtze finanziell unterstu╠łtzt werden.

Bis zur im September anstehenden Wahl eines neuen Landtags, die dann auch die Bildung einer neuen Landesregierung zur Folge hat, will das Handwerk in verschiedenen Foren mit den Spitzenkandidaten der Parteien ins Gespra╠łch kommen und dort fu╠łr die Beru╠łcksichtigung seiner Interessen trommeln.

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Text: / handwerksblatt.de

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