Ende März legte die Finanzkommission Gesundheit ihren ersten Bericht mit 66 Reformvorschlägen zur Stabilisierung des Beitragssatzes für die GKV ab 2027 vor.

Ende März legte die Finanzkommission Gesundheit ihren ersten Bericht mit 66 Reformvorschlägen zur Stabilisierung des Beitragssatzes für die GKV ab 2027 vor. (Foto: © 279photo/123RF.com)

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Reformvorschläge für die Hilfsmittelversorgung: WvD sieht Licht und Schatten

Wir versorgen Deutschland bewertet die Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit zur Hilfsmittelversorgung. Dabei gebe es positive Aspekte, aber auch kritische Punkte.

Für die anstehende Novelle der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) hat die Bundesregierung eine Kommission beauftragt, um Reformempfehlungen zu entwickeln. Ende März legte die Finanzkommission Gesundheit ihren ersten Bericht mit 66 Reformvorschlägen zur Stabilisierung des Beitragssatzes für die GKV ab 2027 vor. Im Mittelpunkt stehen Sparmaßnahmen, um die schnell steigenden Ausgaben zu bremsen und Finanzlücken auszugleichen.

Der Verband "Wir versorgen Deutschland" (WvD), zu dem der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik gehört, beurteilt die Empfehlungen der Kommission zur Hilfsmittelversorgung differenziert. Positiv sei, dass sie die Hilfsmittelversorgung nicht als pauschalen Hauptkostentreiber beschreibt, sondern als differenzierten Leistungsbereich mit vielen Hilfsmittelgruppen, unterschiedlichen Versorgungsanlässen und individuellen Patientenbedürfnissen. 

Langfristig wirkende Reformen nicht ausbremsen

Bericht der FinanzkommissionHier finden Sie den vollständigen Bericht der von der Bundesregierung eingesetzten Finanzkommission Gesundheit.Richtig sei auch, dass die Kommission auf der Einnahmeseite finanzpolitische Fehlstellungen adressiert, besonders bei den Bürgergeldbeiträgen, beim Bundeszuschuss und bei versicherungsfremden Leistungen. Kritisch sieht der Verband jedoch die Reihenfolge, die die Politik für die vorgeschlagenen Maßnahmen vorsieht. Der jetzt vorliegende Bericht liefert kurzfristig wirksame Maßnahmen ab 2027 liefern. Vorschläge für mittel- und langfristigen Strukturreformen soll es in einem zweiten Bericht geben, der aber erst Ende dieses Jahres vorliegen soll. 

Zugleich beschreibe der Bericht, dass wichtige Strukturreformen – darunter digitale Transformation, Ambulantisierung und bessere Koordination der Patientenwege – bisher noch nicht in vollem Maße wirken. Daraus folgt: Kurzfristige Konsolidierung dürfen laut WvD aber nicht so umgesetzt werden, dass genau langfristig angelegte Reformen ausgebremst werden. Denn sie seien für die dauerhafte Effizienz und Versorgungsqualität entscheidend.

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Hilfsmittelversorgung standardisierbar

"Für die Hilfsmittelversorgung gilt: Sie ist kein beliebig standardisierbarer Sachleistungsbereich. Sie ist Teil einer qualitätsgesicherten Versorgung, in der Medizinprodukte, Fachleistung, individuelle Anpassung und Nachsorge zusammenwirken. Qualität entsteht hier nicht allein über das eingesetzte Medizinprodukt, sondern im Zusammenspiel von Indikation, Auswahl, Anpassung, Beratung, Einweisung, Nachsorge und Versorgungserfolg im Alltag", so WvD. 

Die Wiedereinführung von Ausschreibungen ordne die Kommission für Hilfsmittel der Kategorie B, denn Maßnahmen müssten auf den jeweiligen Versorgungsbereich bezogen abgewogen werden. Festbeträge halte sie nur dort für vertretbar, wo Hilfsmittelgruppen gut standardisiert sind, und nur geringer Beratungs- oder Anpassungsbedarf besteht.

WvD fordert verbindliche Umsetzungsagenda

Stellungnahme zu den EmpfehlungenHier lesen Sie die ausführliche Stellungnahme von WvD zu den Empfehlungen der Finanzkommission.Zugleich zeige der Bericht, dass die eigentlichen Effizienzreserven nicht in erster Linie in der Kürzung notwendiger Versorgungsleistungen liegen, sondern in besseren Daten, praxistauglicher Digitalisierung und effizienteren Prozessen. Die Kommission fordert selbst repräsentative Kostenerhebungen, beschreibt digitale Effizienzpotenziale und kritisiert historisch überkommene Prüfwege, die unter heutigen digitalen Bedingungen nicht mehr zeitgemäß sind.

"Aus Sicht von WvD muss daraus jetzt eine verbindliche Umsetzungsagenda der digitalen Transformation folgen: weniger Medienbrüche, weniger Doppelprozesse, mehr digitale Prozesssicherheit und schnellere Überführung erprobter Lösungen in die Regelversorgung. Die Konzepte liegen bereits vor."

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Text: / handwerksblatt.de

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